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BMW Intl. Open: Romero beendet Durststrecke in München

Andres Romero lässt die prominente Konkurrenz stehen und holt bei der BMW International Open seinen ersten European-Tour-Sieg seit zehn Jahren.

BMW International Open 2017 Ergebnisse Tag 4 Finale Sieger Andres Romero mit Pokal
Andres Romero holt bei der BMW International Open seinen ersten European-Tour-Sieg seit einem Jahrzehnt. (Foto: Getty)

Ein regnerischer Finaltag in Deutschland endete mit dem Argentinier Andres Romero als Sieger. Mit 17 Schlägen unter Par dank einer fabulösen Back Nine übertrumpfte er sowohl den amtierenden Masters-Champion Sergio Garcia als auch dessen Flightpartner Richard Bland, die als Führende in den Finaltag gestartet waren, aber letztlich gemeinsam mit dem Belgier Thomas Detry bei 16 Schlägen unter Par den geteilten zweiten Platz belegten. Für Romero, der in dieser Saison bis dato nur sporadisch auf der PGA Tour unterwegs war und seit fünf Jahren kein European-Tour-Event mehr gespielt hat, ist es sein erster European-Tour-Sieg seit zehn Jahren - und dementsprechend groß die Freude des 36-Jährigen.

Von den fünf verbliebenen heimischen Spieler hingegen konnten sich nur zwei über einen versöhnlichen Ausklang freuen: Nicolai Von Dellingshausen wurde überraschend bester Deutscher im Feld, auch Florian Fritsch zeigte sich konstant. 

Vor dem Wochenende war das zuvor mannstarke Lager der Lokalmatadors in München bereits deutlich dezimiert worden - die deutsche Nummer eins Martin Kaymer hatte ebenso den Cut verpasst wie Marcel Siem, Alexander Knappe, Bernd Ritthammer, Max Rottluff, Hinrich Arkenau, Jonas Kolbing und der Amateur Thomas Rosenmüller. Max Kieffer war dem zweiten Cut am Samstag zum Opfer gefallen. Sie alle hoffen auf ein besseres Ergebnis im nächsten Jahr, wenn das Turnier zu seinem 30. Jubiläum wieder nach Köln wandert.



Von Dellingshausen mit beeindruckendem Endspurt

Am Finaltag ließ Nicolai Von Dellingshausen seine bekannteren Kollegen alt aussehen. Der Pro-Golf-Tour-Spieler, der in der laufenden Saison bereits zwei Siege errang, drehte in der entscheidenden Runde noch einmal richtig auf und trumpfte dank dreier Birdies und eines Eagles an der 11 mit einer blitzsauberen 67 auf, die ihn auf dem geteilten 26. Platz zum besten Deutschen des Turniers macht. Er selbst habe während seiner Runde "gar nicht auf das Leaderboard geschaut", gestand der 24-Jährige bei seiner Rückkehr vom verregneten Platz, aber bester Deutscher zu werden "freut mich natürlich riesig". Nach München wolle er nun erstmal ein paar Tage "ohne Schläger verbringen", sagte er gegenüber Golf Post, danach ginge es gleich wieder weiter auf der Pro Golf Tour - diesmal in Bochum.

Florian Fritsch rüstet sich für die Rolex Series

Ansonsten war Florian Fritsch der einzige andere deutsche Spieler, dem es gelang, sein Spiel wirklich zusammenzuhalten und noch ein paar Plätze gutzumachen. Seine 71 brachte ihm den geteilten 51. Rang ein. Über seine ungenutzten Chancen ist der 31-Jährige alles andere als glücklich: "Es ist echt schade, wenn man sich so viel Potenzial rausarbeitet und es dann auf den letzten zwei, drei Metern von 500 Metern hängen bleibt", so Fritsch gegenüber Golf Post. Seine Bilanz war allerdings nicht nur negativ, zwischenzeitlich, so sagt er, sei er recht zufrieden gewesen, die "Linien gegangen, die ich gehen muss, um einen Score abzuliefern". In den kommenden Wochen dann stehen die Turniere der Rolex Series an - für ihn, der für Turniere nicht allzu weit reisen kann, eine wichtige Chance.


Heisele, Kramer und Schmitt über Par

Weniger erfolgreich verlief die finale Runde hingegen für Sebastian Heisele, Max Kramer und Max Schmitt. Zwar konnte Schmitt als Amateur sich freuen, es überhaupt bei einem European-Tour-Event problemlos ins Wochenende geschafft zu haben, dennoch gab er sich im Hinblick auf seine 75 zum Abschluss und dem damit einhergehenden geteilten 59. Platz nach seiner Runde selbstkritisch, auch wenn er die BMW International Open als eine "riesen Erfahrung" beschrieb.

Max Kramer indes gab offen zu, mit seiner bunten Scorekarte "gar nicht" zufrieden zu sein, er sei aber "allgemein zufrieden mit der Woche", die für ihn mit zwei Schlägen unter Par auf dem geteilten 67. Rang endete. Auch bei Sebastian Heisele "ging gar nichts", der Regen allerdings habe keinen Anteil an seiner 77 gehabt - "das war alleine ich". Hörbar angefressen also beschloss er das Turnier bei even Par auf T73.



Bernd Wiesberger mit versöhnlichem Abschluss

Zwar hatte sich der Österreicher Bernd Wiesberger, den es ebenfalls ins Nachbarland verschlug, die Chance auf einer Topplatzierung mit seiner 74 am Vortag verbaut, zum Ende des Turniers ließ er sich davon allerdings nicht entmutigen. Eine Reihe von ganzen vier aufeinanderfolgenden Birdies ergänzte der Burgenländer auf der Back Nine schlicht mit einem weiteren Birdie und einem vereinzelten Bogey - eine konstante Leistung, die ihm mit acht Schlägen unter Par den geteilten 20. Rang einbringt. "Ein schöner Abschluss für eine katastrophale Woche auf den Grüns", resümierte der 31-Jährige.

Sergio Garcia vergibt die Siegchance

Der Masters-Sieger Sergio Garcia war gemeinsam mit dem Engländer Richard Bland von der Spitzenposition aus in den Finaltag gestartet und hatte lange Zeit beim Kampf um den Sieg mitgemischt. Wenn er in München die Trophäe in die Höhe hätte recken können, hätte das 2017 zu seinem ersten Jahr gekrönt, in dem er drei European-Tour-Siege einfuhr. Der Plan ging allerdings nicht auf. Zum Verhängnis wurde ihm ein kurzer Par-Putt an der 17, der das Loch verfehlte und ihm sein zweites Bogey des Tages einbrachte und damit den einen Schlag, der ihm später zu einem Playoff mit Romero fehlen sollte. Trotzdem zog der Spanier eine positive Bilanz:

Auch der Schwede Henrik Stenson landete unter den Top 10, auch wenn er zu Beginn des Turniers sicher gehofft hatte, der erste erfolgreiche Titelverteidiger in der Geschichte der BMW International Open zu werden. Letztlich reichte es aber nur zum geteilten zehnten Platz.





So nah und doch so fern

Ganz knapp ein neues Auto verfehlte währenddessen der Amerikaner David Lipsky, der das Event ebenfalls auf T10 beschloss, mit diesem beinahe-Hole-in-One:

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Michael Romann

    der Par-Putt von Garcia den er vorbei geschoben hat, war nicht an der 17, sondern an der 16, schönen Gruß aus München, PGA-Scorer bei der BMW-Open seit 13 Jahren

    Antworten