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British Open – Martin Kaymer bangt lange, Jordan Spieth dominiert

Die British Open präsentiert sich von ihrer rauen Seite. Während Martin Kaymer eine Zitterpartie übersteht, wirbelt das Wetter im Leaderboard umher.

Während Martin Kaymer (l.) bei der British Open lange um den Cut zittern muss, zieht Jordan Spieth an der Spitze seine Kreise.
Während Martin Kaymer (l.) bei der British Open lange um den Cut zittern muss, zieht Jordan Spieth an der Spitze seine Kreise. (Foto: Getty)

Es gibt sie, diese Tage an denen eigentlich alles nach Plan läuft und am Ende beginnt doch das große Zittern. Martin Kaymer konnte davon am zweiten Tag der 146. British Open ein Liedchen singen. "Es war sehr schwer, aber ich habe super gespielt und meinen Score gut zusammengehalten", erzählte der Deutsche nach der zweiten 72er Runde in Folge. "Mit zwei Bogeys aufzuhören ist aber natürlich echt schade."

Bereits früh am Morgen hatte Kaymer die Schuhe geschnürt und den Schläger zwischen den Dünen in Royal Birkdale geschwungen. Was sein Ergebnis von insgesamt vier über Par schließlich Wert sein würde stand deshalb lange in den Sternen.

Ärgerlicher Strafschlag für Martin Kaymer

Nach dem sommerlichen Auftakt am Tag zuvor präsentierte sich der Himmel vor den Toren Liverpools zum zweiten Durchgang so, wie es bei britischem Linksgolf in der Regel zu erwarten ist. Es war grau in grau und der Wind durfte getrost als solchiger bezeichnet werden. Nach seiner Achterbahnfahrt wenige Stunden zuvor, deutete Martin Kaymer diesmal vom ersten Abschlag an, dass er den Schulterbeschwerden zum Trotz ins Wochenende der Open Championship wollte.

"Ich habe mir viele Birdiechancen erarbeitet, hier und da Up-and-Downs gemacht, mache an der 16 eigentlich einen guten Abschlag und der Ball springt vom Fairway in den Busch", beschrieb der 32-Jährige seine Runde und die entscheidende Szene, die ihm einen Strafschlag einbrachte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er mit Even Par richtig gut im Rennen gelegen. Auch mit seinem erstmals eingesetzten TaylorMade Spider Putter wirkte Kaymer bereits vertraut.




Die ersten neun Löcher seien ein bisschen besser spielbar gewesen, da der Wind aus einer vollkommen anderen Richtung kam als am Vortag, analysierte der Rheinländer die Bedingungen. "Die zweiten Neun sind dafür echt tough." Und auf denen sorgte Martin Kaymer selber für Spannung. Mit Verlassen des 18. Grüns lag er nämlich außerhalb des prognostizierten Cuts. Das Wetter spielte ihm jedoch in die Karten. Petrus öffnete mehrmals am Nachmittag die Schleusen und die Scores wurden vom Winde verweht oder gingen in den Fluten unter.

Déjà-vu für Bernd Wiesberger bei British Open

Ein weiterer Nutznießer der Wetterkapriolen war Bernd Wiesberger. Bis kurz vor Ende seines zweiten Durchgangs lief bei dem Österreicher nicht viel zusammen. Sein guter Auftakt mit einem Schlag unter Par war schnell verspielt und die Schlagverluste sammelten sich serienweise auf seiner Scorekarte.

Rechtzeitig bevor es zu spät gewesen wäre, kratzte der 31-Jährige mit drei Birdies nochmal die Kurve, ein Déjà-vu zum Vortag. Schlaggleich mit Kaymer freut sich Bernd Wiesberger nun, das Feld mit seinem deutschen Kollegen etwas von hinten aufrollen zu können.



Rory McIlroy zündet Turbo, Jordan Spieth dominiert

Ganz vorne entwickelte sich bedingt durch das schlechte Wetter derweil ein "Schneckenrennen", bei dem sich lange niemand ernsthaft absetzen konnte. Egal ob Matt Kuchar oder Brooks Koepka - beide Vortagesführenden mussten zwischen Böen und Wolkenbrüchen ebenso wie zahlreiche andere Topplatzierte einsehen, dass Ergebnisse unter Par nur ein Wunschtraum bleiben sollten.

Nur wenige tanzten dabei aus der Reihe. Zach Johnson notierte - als es noch trocken war - mit vier unter Par die beste Runde des Tages. Auch Rory McIlroy mischte dank einer 68 plötzlich vorne mit. Wiedermal eine Nummer für sich war hingegen Jordan Spieth. Hatte er sich die Spitze Tags zuvor noch mit seinen Landsmännern Kuchar und Koepka geteilt, spielte der junge Amerikaner wie zu seinen besten Zeiten auf, die ihm immerhin schon zwei Majorsiege einbrachten.





Kleine Rückschläge steckte er weg, verkroch sich zwischenzeitlich immer wieder unter den großen Regenschirm seines Caddies, nur um dann für spektakuläre Schläge ins Rampenlicht zu treten. Krönung seiner Leistung, die ihn auf sechs unter Par und damit zu einem Vorsprung von zwei Schlägen brachte, war ein erfolgreicher Eagleputt an Loch 15 aus gut vier Metern.

Ende gut, alles gut könnte man also sagen. Auch für Martin Kaymer und Bernd Wiesberger war das Zittern um den Cut am Ende unbegründet. Gemeinsam auf dem geteilten 45. Platz liegend reichte es doch sicher für den Einzug ins Wochenende der British Open 2017 in Royal Birkdale.

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