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Brittany Lincicome: Eine Frau unter Männern auf der PGA Tour

Die LPGA-Tour-Proette Brittany Lincicome nutzt das Alternativturnier zur British Open, um ihr Debut bei den Herren zu geben.

Brittany Lincicome PGA Tour Barbasol Championship 2018
Brittany Lincicome mischt bei den Herren mit. (Foto: Getty)

Frauen, die bei den Herren auf der PGA Tour starten, sind in den vergangenen Jahren häufiger geworden, ein seltener Anblick ist es aber nach wie vor. Nun feiert Brittany Lincicome bei der Barbasol Championship ihre Premiere auf der amerikanischen Herrentour - als sechste Frau in der Geschichte des Golfsports.

Brittany Lincicome: Die Erste, die den Cut schafft?

Auch, wenn Brittany Lincicome nicht die erste Frau ist, die bei einem PGA-Tour-Event abschlägt: Sie könnte mit ihrem Auftritt Geschichte schreiben. Denn keine der Frauen, die vor ihr kam, hat jemals das Ticket ins Wochenende gelöst. "Natürlich habe ich schon oft gehört, dass ich die erste LPGA-Tour-Proette oder die erste Frau überhaupt wäre, die den Cut bei einem Männerevent schaffen würde," sagte die 32-Jährige gegenüber der PGA Tour. "Ich versuche, das alles auszublenden und einfach rauszugehen, zu spielen, Spaß zu haben, mein eigenes Ding zu machen und nicht zu angespannt oder verkrampft deshalb zu sein. Ich denke, wenn ich das schaffe und ein paarmal langsam durchatme und nicht am ersten Loch ohnmächtig werde, wird es in Ordnung sein."

Ihre Nervosität kann und will die Amerikanerin, die vor einigen Wochen bereits Michelle Wie über ihre Erfahrungen auf der Herrentour ausfragte, also nicht verbergen, genauso wenig wie ihre Vorfreude: "Heute eine Proberunde zu spielen, auf der Driving Range Bälle zu schlagen, es ist irgendwie surreal," so Lincicome, die in den ersten beiden Runden gemeinsam mit Sam Ryder und Conrad Shindler auf die Runde gehen wird. "Ich kann einfach nicht aufhören zu lächeln...Ich kann Donnerstag gar nicht erwarten."

Acht Siege auf der LPGA Tour konnte Lincicome bereits feiern, erst in der vergangenen Woche verfehlte sie den neunten nur knapp im Playoff. Sechs Solheim Cups hat sie im Team USA bestritten und ist - ein großer Vorteil bei den Herren - eine Longhitterin unter den Damen, wenn auch immer noch kürzer als viele der PGA-Tour-Profis. Auch hat sie bereits zu ihrer High-School-Zeit im Jungen-Golf-Team bereits erste Erfahrungen beim Spiel mit den männlichen Kollegen gesammelt. Allerdings ist es das erste Mal auf Profi-Niveau, dass sie als Frau bei einem Event Seite an Seite mit den Männern aufteet.



Immer mehr Damen stellen sich der Herausforderung

In letzter Zeit sieht man die Damen immer häufiger Seite an Seite mit ihren männlichen Kollegen. So hatte es auf der European Tour im Mai bei den GolfSixes neben einem gemischtgeschlechtlichen Captain's Team auch zwei reine Damenteams gegeben, die es beide ins Viertelfinale geschafft und manch ein Herrengespann dabei schwer beeindruckt hatten. Auch beim QBE Shootout im Dezember 2017 war die LPGA-Tour-Proette Lexi Thompson gemeinsam mit ihrem Spielpartner Tony Finau geteilte Vierte geworden und hatte damit bewiesen, dass die Golferinnen sich vor ihren Kollegen mitnichten verstecken müssen.

Den Trend von Frauen im Herrengolf freilich hatte vor 15 Jahren Annika Sörenstam begonnen, als sie als erste Frau seit knapp 50 Jahren nach Babe Didrikson Zaharias bei einem Event auf der PGA Tour antrat. Seitdem haben es ihr Suzy Whaley, Shirley Spork und Michelle Wie nachgetan. Britanny Lincicome wird die sechste Frau bei einem offiziellen PGA-Tour-Turnier sein - und die erste seit zehn Jahren.

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2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Jutta Jordans

    Da hat sich ein kleiner Fehlerteufel in den Text eingeschlichen. Babe Didrikson Zacharias hat sich nicht „seitdem“ in einem PGA-Turnier versucht, sondern lange vor Annika Sörenstam, nämlich schon 1945. Ihre gebührt die Ehre, die erste Frau zu sein, die es überhaupt versucht hat. Und sie hat den ersten Cut nach zwei Tagen geschafft, den zweiten Cut nach dem dritten Tag dann aber nicht mehr. Sie hat insgesamt 3 PGA Turniere gespielt, und sich in zweien davon ganz regulär über die Qualifikations-Turniere qualifiziert, also nicht über einen Sponsors-Invite.

    Antworten

    • Jacqueline Sauer

      Hallo Frau Jordans,

      da haben Sie natürlich völlig Recht, wir haben den Fehler korrigiert. Danke für den Hinweis!

      Mit sportlichen Grüßen
      Jacqueline Sauer

      Antworten