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Die Driving Range: Stiefkind der Golfanlage oder Profitcenter?

Attraktiver Spielplatz statt triste Knüppelwiese – ein Plädoyer für neue Ideen und mehr Spaß und Anreiz auf der Übungsanlage.

Golfplatz Driving Range Stiefkind oder Profitcenter
Als Übungsgelände ist die Driving Range unverzichtbar. (Foto: Getty)

Man nehme: eine Wiese, ein paar Kunstrasenmatten, ein halbes Dutzend bunte Fahnen, dazu ein paar olle Bälle in einem Automaten, vielleicht noch eine nach vorne offene Hütte – fertig ist die Driving Range. Das klingt etwas kärglich. Ist es in der Tat, leider aber traurige Realität auf allzu vielen Golfanlagen. Golf ist eine arbeitsintensives Angelegenheit, doch macht Training in einer derartigen Kulisse wirklich Spaß? Man muss schon ein Übungsjunkie sein, um auf solch trost- und lieblosen Bühnen mehr als das Pflichtprogramm zu absolvieren. Dabei wär‘s so einfach, aus dem Stiefkind des Golfbetriebs ein Profitcenter zu machen, das nicht nur den Spielern, sondern auch dem Management Freude bereitet.

Zusätzliche Anreize zahlen sich aus

Natürlich soll nichts über einen Kamm geschoren werden, einer Menge Anlagen ist sehr an der ordentlichen Ausstattung ihrer Driving Range gelegen. Es muss ja auch nicht gleich die „Practice Area“ im Augusta National Golf Club für die Masters-Teilnehmer sein: Mit Baumreihen, um Draws und Fades zu spielen; mit demselben Bunkersand und denselben Grün-Geschwindigkeiten wie auf dem Platz; mit Design-Arrangements auf der Range sowie im Kurzspielbereich, wie sie die Spieler während des Turniers vorfinden.

Der Ideen gibt es viele, und alles ist besser, als die vielfach erlebte triste Realität, in der man verranzte Bälle ins Nirgendwo einer Brache zwischen Himmel und Wiese schlägt, mit ein paar mickrigen Flaggen oder Schildern als Orientierungshilfe – sofern die angegebenen Abstände überhaupt stimmen. Klar, vielen geht‘s ums Feilen am Schwung, egal, wohin oder wie weit weit die Bälle fliegen. Doch zusätzliche Anreize können gewiss nicht schaden. Sie erhöhen überdies die Umsätze am Ballautomaten. Wetten, dass..?

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Ein paar speziell gekennzeichnete Bälle im Automaten als Gutscheine für eine Getränk oder ähnliches sind da noch das Simpelste. Kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft. Oder Bonuskarten: Nach zehn Mal Bälle ziehen gibt‘s den elften Korb gratis. Und was die Wiese betrifft: Liebe Golfplatz-Verantwortliche, weckt den Homo ludens! Gebt den Menschen was zu spielen! Etwas, worauf sie zielen können, worin sie die Bälle versenken können. Da freut sich auch die Clubhaus-Gastronomie: Selten hat‘s Übungssessions mit Golf-Buddies, die nicht damit enden, das wohlverdiente Kaltgetränk auszuschießen. Entsprechende Ziele vorausgesetzt: Körbe, Trichternetze, Target Greens…



Grüne Weite ist grünes Nichts

Alles ist besser als eine unmotiviert auf die Ball-Halde gepflanzte Fahne, deren Umfeld nicht mal annäherungsweise ein Abschätzung des fiktiven „Nearest to the Pin“ zulässt. Es muss ja nicht gleich ein Golf-„Flipper“ als Range sein, mit denen TopGolf seit geraumer Zeit weltweit reüssiert. Ein Pseudo-Grün lässt sich mühelos ausmähen. Sogar Bunker lassen sich simulieren, wenn man rundherum entsprechend zugeschnittenen weißen oder sandfarbenen Kunstrasen drapiert, der ins Auge sticht, den Ballsammler indes nicht bei der Arbeit behindert. Bloß grüne Weite ist halt bloß ein grünes Nichts.

Weitere Stichworte sind ein Kurzspielparcours mit verschiedenen Stationen und Aufgaben oder die Simulation einer wirklichen Golfbahn am Rande der Range, mit der das Warm-up die Würze einen sehr praktischen Bezug auf die bevorstehende Runde erhält. All das kostet letztlich nicht die Welt, lässt sich vielfach sogar vom Greenkeeping-Team einrichten, zahlt sich allerdings in Kundenzufriedenheit und letztlich in klingender Münze, im „Return of Investment“, aus. Wie sagt der Volksmund so schön: Kleinvieh macht auch Mist, selbst nur ballkörbeweise.

Analysetechnik für Übungsjunkies

Apropos Bälle: Ordentliche Murmeln verstehen sich von selbst; Kugeln, die wenigstens annähernd dem entsprechen, was unsereins auf der Runde verfeuert. Wiewohl Golf ein Geländespiel ist, müssen die Abschlagmatten nicht derart abgehalftert sein, dass sie aussehen wie Wellpappe. Wie auf Gras-Abschlägen ordentlich Divots aneinander gereiht werden, ist dann wieder eine andere Sache und fällt letztlich als Frage der vermittelten Etikette in die Jobbeschreibung des Golflehrers.



Golfanlagen mit übungsfreudiger Klientel könnten zudem beispielsweise über die Konfiguration eines Teils ihrer Range mit dem TrackMan-System nachdenken. So wie es die Golf Lounge in Hamburg seit Februar vormacht: Ein großartiges Serviceangebot, das dem Training erst wirklich messbare Substanz und analytische Erkenntnisse verleiht.

Der tote Baum mit der Glocke

Der Autor erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine vom Pro veranstaltete Portugal-Reise in der Frühzeit seines Golferlebens, als mitten auf der Range ein toter Baum aufgestellt war, mit einer Schiffsglocke am Aststummel. Was haben wir Bälle gezogen, Korb um Korb! Gefeuert, bis die Schläger glühten. Uns wie kleine Kinder über tönende Treffer gefreut und abgeklatscht mit wunden Händen.

Vielleicht verbietet die Rücksicht auf Anwohner, Hotelgäste oder Golfer im Spielmodus eine derart derart klingende Verlockung auf Ihrer Anlage. Das Prinzip freilich sollte klar sein: Wie bei neuen Spielformen, attraktiven Kurzplätzen oder mehr optischem Spektakel auf der Runde geht es um neue Ideen. Darum, Golf mehr Kick zu verleihen, mehr Attraktivität, mehr Anreiz. Darum, das Spiel – unbenommen der gewiss unersetzlichen Refugien für die traditionelle Klientel –fit zu machen für eine gesellschaftliche Zukunft, in der Spaß im Zeitraffer konsumiert wird.

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