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Donald Trump zerrt Bernhard Langer als Beweis für „Wahlbetrug“ heran

Mit einer kruden Geschichte hat Donald Trump versucht, seine Theorie vom "Wahlbetrug" zu untermauern. Herhalten musste dafür Bernhard Langer.

US-Präsident Donald Trump hat mit einer seltsamen Geschichte über Bernhard Langer für Aufsehen gesorgt. (Foto: Getty)(
US-Präsident Donald Trump hat mit einer seltsamen Geschichte über Bernhard Langer für Aufsehen gesorgt. (Foto: Getty)(

Donald Trump hat wieder einmal über Themen fabuliert, die er besser nicht angepackt hätte. Jüngstes Opfer seiner "alternativen Fakten" ist der zweimalige Masters-Sieger Bernhard Langer. Der 45. US-Präsident bezeichnete den Bayer als "Freund" und spannte ihn für seine kruden Thesen vom angeblichen Wahlbetrug vor den Karren. Langers Tochter Christina zeigte sich alles andere als erfreut, wie die New York Times berichtet.

Trump habe auf einer Veranstaltung mit Vertretern des Abgeordneten Hauses und des Senats eine Sitzung eröffnet, so die US-Tageszeitung, und dann sein Märchen vom Wahlbetrug wiederholt. Trump ist der Meinung, er hätte die Wahl auch nach dem Verhältniswahlrecht gewonnen, wenn nicht drei bis fünf Millionen "Illegale" hätten wählen dürfen. Laut New York Times kam es daraufhin zum Protest eines demokratischen Abgeordneten, dann habe der 70-jährige Präsident den deutschen Golfer als Beleg für seine These herangezogen.

Bernhard Langer soll versucht haben, zu wählen

Sein "Freund" Bernhard Langer habe ihm berichtet, dass er in der Nähe seines Wohnortes in Florida vor einem Wahllokal angestanden habe, als er von einem Aufseher darauf hingewiesen worden sei, dass er nicht zur Abgabe einer Stimme berechtigt wäre. Und das, so will das New Yorker Blatt von Teilnehmern der Sitzung erfahren haben, obwohl vor und hinter Langer andere Wähler gestanden hätten, die optisch nicht den Anschein machten, als sollte ihnen die Stimmabgabe erlaubt sein. Weiter hätte Trump einige südamerikanische Länder aufgezählt, aus denen die Wartenden gestammt haben könnten. Langer, der angeblich ein Unterstützer Trumps sei, habe daraufhin die Szene "frustriert" verlassen.

Langers Tochter Christina sagte, als sie einen Anruf der New York Times am Telefon ihres Vaters entgegennahm: "Er ist deutscher Staatsbürger", und damit ohnehin nicht zur Wahl in den USA berechtigt. "Er ist kein Freund Präsident Trumps und ich weiß nicht, warum er über ihn spricht." Ihr Vater selbst sei "zu beschäftigt", um sich mit der Angelegenheit zu befassen.




War es doch nicht der Masters Champion?

Ein Mitglied des Weißen Hauses habe versucht, so die Zeitung weiter, die Geschichte richtig zu stellen. Demnach soll Trump Langer während der Thanksgiving-Ferien in Florida getroffen haben. Bei dieser Gelegenheit habe Langer dem Immobilien-Unternehmer die Geschichte erzählt. Der Anhäuser sei aber nicht selbst der Betroffene gewesen, sondern ein Freund Langers.

Am Ende ist es eine banale Geschichte, die allerdings einmal mehr beweist, dass Trump nicht davor zurückschreckt, Personen des öffentlichen Lebens für seine Behauptungen zu vereinnamen. Was die bizarre Anekdote belegen soll, bleibt ohnehin Trumps Geheimnis. Die anwesenden Vertreter der beiden Parlamentskammern, so berichtet die Times, hätten sie dann auch mit Schweigen gestraft.
Update:Am Freitagmorgen veröffentlichte die PGA Tour Champions auf Bitten Langers ein Statement. Darin heißt es: "Die geschilderte Wahl-Situation wurde nicht von mir an Präsident Trump übermittelt, sondern mir vielmehr von einem Freund erzählt. Ich gab die Geschichte dann in einer Unterhaltung an einen anderen Freund weiter, der sie an eine Person mit Beziehungen ins Weiße Haus weitergab. Dort wurde das dann missverstanden."

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