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Mark Sandmann: Erfolg im Golf durch Krafttraining

Mark Sandmann trainiert Profisportler und Nachwuchsgolfer. Die Geschichte eines DGL-Spielers belegt, wie sinnvoll Krafttraining gerade für Golfer ist.

Henry Ost macht seit Herbst 2017 Krafttraining und ist dadurch ein besserer Golfer geworden. (Foto: privat)
Henry Ost macht seit Herbst 2017 Krafttraining und ist dadurch ein besserer Golfer geworden. (Foto: privat)


Henry Ost ist ein aufstrebendes Talent, welches derzeit beweist, wie einfach und effektiv Krafttraining für Golfer sein kann. Im Sommer 2014 machte er in Föhr seine Platzreife. 2015 verbesserte er sein Handicap von 54 auf 12,6. Im folgenden Jahr ging es bis auf 6,0 herunter. Außerdem begann Henry, in der Herrenmannschaft in Langenhagen zu spielen. 2017 wechselte er nach Isernhagen und sein Handicap fiel bis auf 3,4. In dieser Zeit verbesserte er auch seine Schlaglängen deutlich. Im Jahr 2016 wurde er von Fabian Bünker für den D-Kader des Gofverbandes Niedersachsen/Bremen (GVNB) nominiert.

Ein Training mit positiver Wirkung

Henry trainiert nun seit November 2017 bei mir im Gym. Er hatte bereits zuvor auf die Initiative des ehemaligen GVNB-Landestrainers Fabian Bünker hin bei mir im Gym trainiert. So lernten wir uns kennen und ich schlug ihm vor, das Training im Winter etwas zu intensivieren. Anfangs war er skeptisch aber ich garantierte ihm einen sehr deutlichen Leistungszuwachs in sehr kurzer Zeit. Er willigte ein. Mein Versprechen, dass er definitiv davon profitieren würde, schien ihn überzeugt zu haben.

Nun begann er mit meinen grundlegenden Trainingsplänen. Simpel und schnell zu erlernen. Wie ich immer sage: kein Hexenwerk. Keine Zauberei, keine irrwitzigen Übungsausführungen ohne Sinn und Verstand. Sondern fundamentales Krafttraining!

Er hob, beugte, drückte und zog die Lasten, die wir für ihn ermittelten. Schon bald bewegte er immer mehr und die Übungsausführung wurde immer routinierter und flüssiger. Da Henry sich obendrein auch als sehr neugierig und lernwillig herausstellte, stellte er mir häufig sehr gute Fragen bezüglich der Trainingsplanung, Übungsausführung und evtl. Varianten und Verbesserungen. Schnell lernte er, selbstständig das Training durchzuführen.

Henry Ost auf der Runde. (Foto: privat)

Henry Ost auf der Runde. (Foto: privat)



Durch die anfangs ausschließliche Optimierung von Bewegungsabläufen und die darauf folgende Kraftentwicklung begann Henry immer mehr, sich mit dem Sport zu identifizieren, ja, ihn als festen Bestandteil für seinen eigenen Sport anzuerkennen. Im Januar dann kam Henry wie immer früh zum Training. Diesmal strahlte er jedoch über das ganze Gesicht und verkündete mir, er habe schier unglaubliche Steigerungen in seinem Schwungtempo und der Drivergeschwindigkeit erreicht. Zudem wäre sein Schlag nun deutlich länger geworden. Messbar und auch statistisch von seinem Trainer festgehalten. Die Begeisterung kannte jetzt keine Grenzen mehr. Henry legte jetzt richtig los. Es ist eine wahre Freude mit ihm gemeinsam zu trainieren.

Die Erfolge können sich nach drei Monaten durchaus sehen lassen:

Werte im Krafttraining:
Kreuzheben 130 kg
Kniebeuge 90 kg
Kraftdrücken 48 kg
Werte im Golftraining:
Schwungtempo mit Eisen 7
November 2017 82 mph und Länge 150m
Januar 2018 92 mph und Länge 160m



Driver Geschwindigkeit
November 2017 104 mph - 230m
Januar 2018 112 mph - 250m

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Henry und ich sind Trainingspartner und Freunde geworden

Mythen und Fakten

  1. Wenn ich Kraft trainiere, werde ich unbeweglich!

Fakt: Woher diese Behauptung kommt, ist mir bis heute schleierhaft. Insbesondere, wenn ich Sportler in meinem Trainingsraum in ihrer Beweglichkeit teste und niemals jemand besser ist als ich... obwohl ich mindestens dreimal so viel Kraft und häufig 30 kg mehr Muskulatur besitze. Beweglichkeit ist eine Frage der Funktion und nicht der Kraft. Wer sich nicht über den vollen Bewegungsradius bewegt, wird sich evtl. ein Elastizitätsdefizit "aneignen". Eine Muskelverkürzung gibt es nicht (zumindest nicht durch Krafttraining. Hier verweise ich auf das Thema Muskelphysiologie) Dieser Mythos ist also Unsinn!

  1. Wenn ich Kraft trainiere, werde ich langsam (verliere ich meine Schnelligkeit)

Fakt: Gegenfrage: wodurch werden wir denn dann schneller? Indem wir schwächer werden? Wohl kaum. Kraft ist eine motorische Grundeigenschaft und notwendig für jede unserer Bewegungen! Wer diese Aussage trifft, hat in Muskelphysiologie nicht aufgepasst und die Fasertypen nicht verstanden. Dieser Mythos ist auch Unsinn!

  1. Wenn ich Kraft trainiere, verliere ich meine Koordination!

Fakt: Wenn wir Kraft mit freien Gewichten trainieren, wird ebenso die Koordination trainiert. Zudem wächst die muskuläre Differenzierungsfähigkeit. Auch hier verweise ich auf die Muskelphysiologie. Auch dieser Mythos ist Unsinn!

  1. Krafttraining ist gefährlich!

Fakt: Es gibt wohl kaum einen Sport, der weniger Risiko für eine Verletzung bietet, als Krafttraining. Selbst Golf ist gefährlicher. In nunmehr acht Jahren Tätigkeit im Profisport habe ich noch keine einzige Verletzung in meinen Trainingseinheiten gehabt. Egal welches Alter oder Erfahrungswerte. Und es gibt ausreichend Studien die belegen: Krafttraining ist sicher (sofern ordentliche angeleitet) Ein weiterer Mythos der sich als Unsinn herausstellt!

Wer jetzt unbedingt mein Training kennenlernen möchte, der schreibt mir einfach eine Email an [email protected] oder ruft mich direkt an. KONTAKTDATEN FINDEN SIE HIER
(Text: Mark Sandmann)

Der Autor: Mark Anthony Sandmann

Strength & Conditioning Coach
Mark ist als S&C mit DOSB- A-Lizenz im Gesundheits-, Amateur- und Leistungssport tätig. In seinem Kraftsportstudio, dem Powersports Gym Hannover, betreut er Individual- und Mannschaftssportler. Er war unter anderem Athletiktrainer für den Golfverband Niedersachsen (gemeinsam mit Fabian Bünker), den Deutschen Handballbund (Jugend- Junioren Nationalkader), die TSV Hannover- Burgdorf "Recken", die 7er und XVer Rugby Nationalmannschaften, TSV Victoria Linden, Hannover 78 (beide Rugby) tätig und ist ein gefragter Referent bei den Niedersächsischen Landesverbänden, Stadtsportbund Hannover, Landesschwimmverband LSN, Landesruderverband LRV, Niedersächsischer Rugbyverband uvm. Sein Buch, "Krafttraining für Kinder und Jugendliche" findet insbesondere bei Trainern großen Anklang.

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