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Norbert Lischka
Master-Greenkeeper und Trainingsexperte für Golf Post

Norbert Lischka studierte Agrartechnik und schloss 1992 seine Ausbildung als ‚Geprüfter Greenkeeper/Fachagrarwirt’ ab. 2006 qualifizierte er sich zudem in England zum ‚Master Greenkeeper’. Seine 25-jährige Berufserfahrung als Course Manager auf drei Golfanlagen in Deutschland sind ihm eine spürbare Grundlage innerhalb seiner nun neuen Beratertätigkeit: So ist er seit 2014 über Deutschland hinaus in Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweiz als Rasenberater unterwegs. Über 30 Jahre hinweg sammelte er zudem weltweit Eindrücke von ca. 500 Golfplatzbesuchen. Inzwischen ist er europaweit ein gefragter Berater und Fortbilder zu verschiedenen Themen im Bereich Golf und Greenkeeping. In internationalen Fachzeitschriften publiziert er Artikel, die zum Weiterdenken anregen. Sie finden Norbert Lischka auch unter www.der-rasenfuchs.de

Greenkeeping: Wissen Sie eigentlich, worauf Sie spielen?

Wir Golfer wollen Plätze in gutem Zustand. Doch worauf "trampeln" wir da eigentlich so gerne rum? Eine Übersicht über die wichtigsten Gräser.

Es gibt verschiedenste Gräsersorten. Nicht jede ist für jeden Bereich des Golfplatzes geeignet. (Foto: Getty)
Es gibt verschiedenste Gräsersorten. Nicht jede ist für jeden Bereich des Golfplatzes geeignet. (Foto: Getty)

Der Name Greenkeeper bringt es schon mit sich: Wir pflegen das, was grün ist. Doch die wenigsten Golfer haben eine Vorstellung von dem, was da jeden Tag bewässert, geschnitten und umsorgt wird. Solange alles in gutem Zustand ist, fragt keiner, auf was er da eigentlich spielt. Dabei gibt es viele verschiedene Gräser, die sich als Spielfläche auf einem Golfplatz eignen. Nicht jede davon ist gleichzeitig nutzbar für Abschläge, Grüns und Fairways. Manche Arten sind Spezialisten, andere Allrounder. Ein kleiner Überblick über die heimischen Gräser und ihre bekanntesten internationalen Vertreter, die generell in Warm- und Cool-Season-Gräser zu unterteilen sind.

Der Unterschied zwischen ihnen liegt darin, dass in heißen Regionen andere Arten und Sorten eingesetzt werden als in kühlen Regionen. Die optimale Wachstumstemperatur der Rasengräser liegt zwischen 15° und 25°C. Wurzeln wachsen optimal bei Bodentemperaturen von 10 - 18°C. Hitzestress wirkt sich am schlimmsten aus, wenn sehr hohe Temperaturen und auch hohe Luftfeuchtigkeit über Wochen und Monate auf die Gräser einwirken können. Dabei ist eine hohe Bodentemperatur die wesentlich schlimmere Gefahr für die Pflanzen. Bereits ab 20 - 25°C nimmt das Wurzelwachstum in den oberen Bodenschichten ab. Bei 30°C kommt es zum Stillstand, wobei bereits Wurzelhaare absterben. Über 32°C ist die Wurzelfunktion gestört.

Die wichtigsten Cool-Season-Gräser

Dies Cool-Season-Gräser wachsen in der Regel nördlich des 35° und südlich des 30° Breitengrades.

Ausdauerndes Weidelgras (Lolium perenne)

Lolium perenne ist ein Horstgras, welches durch Schnitt und Belastung gefördert wird und eine sehr gute Regenerationskraft besitzt. Daher wird es vor allem auf den Abschlägen eingesetzt.



Keimdauer: ca. 7 bis 14 Tage
pH-Wert Bereich: ca. 5,5 bis 7,0
Stickstoffbedarf: Mittel bis hoch

(Foto: Norbert Lischka)

(Foto: Norbert Lischka)

Wiesenrispe (Poa pratensis)

Züchtungssorten von Poa pratensis sind Mischungspartner in sehr vielen Rasenmischungen. Zum Beispiel in Mischungen für die Abschläge, Spielbahnen und Semirough’s.

Keimdauer: ca.13 bis 28 Tage
pH-Wert Bereich: ca. 5,5 bis 7,0
Stickstoffbedarf: Mittel bis hoch

(Foto: Norbert Lischka)

(Foto: Norbert Lischka)



Rot-Schwingel (Festuca)

Es hat geringe Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung, ist aber nicht so Strapazierfähig wie Lolium perenne und Poa pratensis. Es eignet sich für alle Spielbereiche, vor allem als Mischungspartner für Golfgrüns. Diese Art ist bei richtiger Pflege das mit Abstand ökonomisch und ökologisch beste Gras.
Keimdauer: ca. 9 bis 15 Tage
pH-Wert Bereich: ca. 5,5 bis 6,5
Stickstoffbedarf: gering

(Foto: Norbert Lischka)

(Foto: Norbert Lischka)

Rotes Straußgras (Agrostis capillaris)

Agrostis capillaris ist ein dicht- bis lockerhorstiges, niedrigwüchsiges Horstgras. Auch diese Art wird oft als Mischungspartner für alle Spielbereiche verwandt. Es bildet eine ausdauernde, strapazierfähige, gleichmäßige Grasnarbe, die sich auch für sehr feine Rasenflächen wie Golfgrüns eignet.
Keimdauer: ca. 12 bis 19 Tage
pH-Wert Bereich: ca. 5,5 bis 6,5
Stickstoffbedarf: mittel

(Foto: Norbert Lischka)

(Foto: Norbert Lischka)

Weißes Straußgras (Agrostis stolonifera)

Agrostis stolonifera ist ein büscheliges, ausdauerndes Gras. Diese Art bildet bei langsamer Jugendentwicklung eine sehr dichte, niedrigbleibende einheitliche Grasnarbe. Agrostis stolonifera ist sehr gut tiefschnittverträglich (3mm).
Einsatzbereich: Vor allem Golfgrüns
Keimdauer: ca. 12 bis 19 Tage
pH-Wert Bereich: ca. 5,5 bis 7,0
Stickstoffbedarf: mittel

(Foto: Norbert Lischka)

(Foto: Norbert Lischka)





Die wichtigsten Warm-Season-Gräser

Die Warm-Season-Gräser wachsen in der Regel zwischen dem Breitegrad 35° nördlich und 30° südlich.

Bermuda

Bermudagras kann gut auf trockenen Standorten wachsen und ist daher in den oben genannten Breitengraden die am häufigsten vorzufindende Art. Es benötigt aber in der Regel eine recht intensive Pflege. Bermudagras braucht eine bestimmte Mindesttemperatur - wenn es kälter wird, dann verfärbt es sich graubraun und wirkt damit optisch für einen Golfplatz sehr unvorteilhaft.

Zoysia und Paspallum

Zoysia und Paspalum erfordern 20 – 30% weniger Wasser und Dünger als die meisten anderen auf Golfplätzen eingesetzten Gräserarten in den oben genannten Breitengraden. Vor allem Paspsallum kann auch unter einer weniger guten Wasserqualität der Beregnung gedeihen, zudem besitzt es auch noch eine recht gute Salzverträglichkeit.


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  1. das ist wieder einer von den Artikeln, die die Golfpost einzigartig machen :-)

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