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Ex-Tour-Doc fordert: Macht Golfplätze zu therapeutischen Wirkstätten!

Dr. Roger Hawkes: Golf muss inklusiver werden, Clubs sollten sich öffnen. Auch Feldversuch bestätigt gesundheitsfördernde Effekte.

Golf fördert die Gesundheit, schaut man sich das schöne Bild eines Golfplatzes bei Sonnenaufgang an, wird es einem doch ersichtlich oder? (Foto: Getty)
Golf fördert die Gesundheit, schaut man sich das schöne Bild eines Golfplatzes bei Sonnenaufgang an, wird es einem doch ersichtlich oder? (Foto: Getty)

Was haben wir an dieser Stelle schon so oft geschrieben? Golf sollte es auf Krankenschein geben! Klar, es geht um die Auswirkungen des Spiels auf das physische und psychische Wohlbefinden, auf Herz und Hirn – nicht darum, dass die Kasse Mitgliedschaft oder Greenfee zahlt, so gern das jeder gewiss hätte. Allerdings kommt jetzt in diesem Kontext sehr prominente Unterstützung vom ehemaligen medizinischen Direktor der European Tour. „Mentale Gesundheit ist ein großes Thema in unserer Zeit und der Mangel an sozialer Interaktion wird als Risikofaktor total unterschätzt“, sagt Roger Hawkes. Er fordert in einem Interview mit dem TV-Sender „CNN“, dass Golf „weniger privat und viel inklusiver“ werden sollte: „Viele Golfclubs sind wahrscheinlich nicht ausgelastet. Es gibt sicherlich Zeiten, in denen solche Kurse genutzt werden könnten, um externe Gruppen zuzulassen und einen breiten gesundheitlichen Nutzen zu erzielen“.

Analyse von rund 400 Studien über Golf und Gesundheit

Das ist fraglos ein radikaler Ansatz, der Golfplatz als therapeutische Wirkstätte. Hawkes weiß das. „Wir werden immer exklusive Clubs haben, aber es ist uns ein Anliegen, dass Regierungen und Krankenversicherer endlich erkennen, dass Golfspielen gesundheitsfördernd ist und darauf hinwirken, dass sich Clubs für entsprechende Zielgruppen öffnen,“ sagt der Brite, der bei vier Ryder Cups Mannschaftsarzt der europäischen Equipe war und sich auch im Behindertengolf engagiert.

Er stützt sich auf die Auswertung von rund 400 Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen des Golfspiels, die von einem Team aus 25 europäischen Medizinern und internationalen Experten vorgenommen wurde. Das erwartbare, und an dieser Stelle auch schon anderweitig thematisierte, aber nicht oft genug wiederholbare Ergebnis: „Moderate körperliche Aktivität ist gleichbedeutend mit einer Reduzierung von Angstzuständen und depressiven Verstimmungen“, betont Hawkes als Mitautor der Analyse. Natürlich könne Golf ziemlich frustrierend sein, heißt es im Ergebnis, aber der Effekt, beim Golf den Kopf frei zu bekommen, wiege den Stress deutlich auf, den das Spiel selbst dem Spieler zuweilen bereiten kann.

Immer wieder die kardiologischen Vorzüge

Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass die Studie von Dr. Hawkes und Co. zudem noch einmal all die kardiologischen Vorzüge des Golfsports preist und die positiven Folgen einer Golfrunde – zu Fuß, wohlgemerkt – auf Cholesterinwerte, Blutdruck und Blutzuckerspiegel. Für den medizinisch tiefgehender orientierten Leser dürften die Ergebnisse eines Feldversuchs interessant sein, den der österreichische Kardiologe, Sportmediziner und leidenschaftliche Golfer Prof. Dr. Peter Lechleitner (Lienz) vor geraumer Zeit mit 30 Personen während eines einwöchigen Golfurlaubs und einer täglichen 18-Loch-Runde durchgeführt und mit den Werten einer Nordic-Walking- und einer E-Bike-Gruppe verglichen hat (Quelle: www.exklusiv-golfen.de).



Auch diese Ergebnisse (nachfolgend Durchschnittswerte) lassen aufhorchen: Die Herzfrequenz beispielsweise sank von 81 auf 77 Schläge pro Minute; „eine verringerte Herzfrequenz schont das Herz und ist in der medizinischen Literatur mit einer Lebensverlängerung verbunden“, sagt Lechleitner dazu. Außerdem sank der Blutdruck von 130/80 auf 119/75 mmHg, die Cholesterinwerte veränderten sich bei positiven Cholesterinen nach oben und bei schädlichen nach unten, die Triglyceride/Neutralfette reduzierten sich signifikant und nicht zuletzt zeigte der Herz-Ultraschall eine bessere Elastizität des Herzens. Auch die Schlafqualität wird positiv beeinflusst.

Blutdrucksenkung wie durch Medikamente

Besonders bemerkenswert indes fand der Mediziner die Veränderung des Blutdrucks: „Die war im Vergleich zu der Nordic-Walking- und E-Bike-Gruppe deutlich besser ausgeprägt und ist im Bereich eines potenten blutdrucksenkenden Medikaments anzusiedeln.“ Lechleitners Fazit: „Bereits eine einwöchige – wenn auch etwas intensive Golf-Aktivität – kann messbare Veränderungen von Gesundheitsparametern bewirken.“ Also, liebe Golfkameraden, auch wenn der Winter Einzug hält: Hoch von der Couch! Und trotz aller jahreszeitlicher und witterungsbedingter Unbilden: Raus auf die Wiese!

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