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No tweets, no Chance: PGA Tour mit Live-Reportern auf Kriegsfuß

Die PGA Tour hat Journalisten mit Konsequenzen gedroht, wenn diese live von Turnieren twittern oder bloggen. Ein Kommentar von Lukas Stelmaszyk.

Gerade noch fotografiert und schon im Netz: Die PGA Tour will nicht, dass Reporter live von den Turnieren twittern und bloggen und verschließt sich damit vor einer unvermeidbaren Entwicklung. (Foto: Getty)

Ponte Vedra Beach, Florida -- Ty Votaw, stellvertretender Kommunikationschef bei der PGA Tour, will nicht, dass Journalisten von der PGA Tour via Twitter und Co. live-berichterstatten und droht Journalisten bei künftigen Verstößen mit dem Entzug der Akkreditierung. In einer Rundmail erinnert der Jurist daran, dass die Medienbestimmungen der PGA Tour eine Echtzeitberichterstattung über digitale Medien untersage.

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, betont Votaw, dass Journalisten, die gegen die Bestimmungen verstoßen, die Zutrittsberechtigung zu den Turnieren untersagt werde. Dabei will die PGA Tour keinen Unterschied machen zwischen einer Berichterstattung direkt vor Ort oder via Live-Übertragung im Fernsehen oder Radio.

Rechtliche Grundlage offen

Wie die Organisation gegen die Journalisten vorgehen will, die gar nicht bei den Turnieren vor Ort sind, ist offen. Das Twittern und Bloggen von nicht anwesenden Journalisten wird die PGA Tour kaum verhindern können. Bei einer entsprechenden juristischen Auseinandersetzung bestehen kaum Aussichten auf Erfolg.

Bislang war die PGA Tour lediglich gegen die Vor-Ort-Berichterstattung von Journalisten vorgegangen, die nicht direkt für den Turnierorganisator oder die rechtehaltenden TV-Sender arbeiten. Reportern, die nicht persönlich anwesend waren, wurde bislang dagegen freie Hand gelassen. Künftig soll jedoch nicht nur der berichtende Journalist, sondern die gesamte betreffende Redaktion gesperrt werden.

IOC als Vorbild?

Das Ziel, das eigene Produkt und die Interessen der Rechteinhaber schützen zu wollen, ist einerseits nachvollziehbar, entbehrt in Zeiten der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung aber einer sinnvollen Grundlage. Einen vergleichbaren Disput lieferte sich in der Vergangenheit auch das Internationale Olympischen Komitee (IOC) mit Journalisten und Athleten, die bei den Olympischen Spielen teilnahmen. Letztlich beugte sich das IOC aber und erlaubte die Berichterstattung via Twitter und Blogs von den Spielen 2012 in London auf Grundlage eines definierten Regelkatalogs.

Eines ist sicher: Die PGA Tour und der Golfsport erfreuen sich einer breiteren Öffentlichkeit, wenn sie dieser Entwicklung, die ohnehin nicht aufzuhalten ist, mit einer toleranten und zeitgemäßen Haltung begegnen. Letztlich dienen Tweets und Live-Blogs, die über Laptops, Tablets oder Smartphones als Second Screen genutzt werden, in erster Linie dazu, die Live-Berichterstattung im Fernsehen zu begleiten - und nicht, sie zu ersetzen.

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Lukas Stelmaszyk
Lukas Stelmaszyk - Freier Autor für Golf Post

Lukas Stelmaszyk ist Diplom-Medienökonom und Journalist. Nachdem ihm das runde Leder in die Wiege gelegt wurde, gelten sein Interesse und seine Begeisterung nun auch zunehmend den Bällen mit den Dimples.

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