Martin Kaymer wird in diesem Jahr seinen Fokus auf die US-PGA-Tour legen und vornehmlich Turniere der prestige- und preisgeldträchtigen Serie spielen – ein riskantes Spiel.

"Der nächste logische Schritt"

Bereits im Oktober 2012 hatte Kaymer bekanntgegeben, dass er der Verlockung der US PGA Tour erlegen ist. Dass er auf der PGA Tour starten darf, hat er seinem Sieg bei der PGA Championship 2010 zu verdanken, die ihm eine Startberechtigung bis 2015 eingebracht hatte. Deutschlands bester Golfer sagt selbst, dass dies „eine große Herausforderung“ und „der nächste logische Schritt“ in seiner Karriereplanung sei.


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"Spiele sehr gerne auf der European Tour"

Ganz wird er jedoch nicht auf Starts in Europa verzichten: „Ich spiele sehr gerne auf der European Tour und bin froh, dass der Turnierkalender mir diese Möglichkeit in der neuen Saison eröffnet“, verkündete Kaymer bereits Ende 2012 auf seiner Homepage. Neben den British Open, die vom 18. bis 21. Juli im schottischen Muirfield ausgetragen werden, wird Kaymer sicherlich auch die BMW International Open in München (20. bis 23. Juni), das PGA Championship in Wentworth (8. bis 11. August) sowie das Alfred Dunhill Links Championship (26. bis 29. September) in seine Turnierplanung integrieren.

Wenige Starts in Europa

Unter dem Strich wird er jedoch nur noch wenige weitere Auftritte in Europa haben. Schließlich finden drei der vier Majors in den USA statt und angesichts der höheren Preisgelder und der besseren Bedingungen spielen ohnehin die meisten Topspieler mittlerweile auf der PGA Tour. Da die Top-50 der Weltrangliste ihren Kalender zudem selbst gestalten können, ist der aktuelle Weltranglisten-28. in seiner Planung relativ frei.

Nur relativ deshalb, weil die Mitglieder der PGA Tour einige Verpflichtungen gegenüber der Turnierserie haben. Eine davon lautet, dass die Profis nur in begrenztem Umfang bei Turnieren antreten dürfen, wenn gleichzeitig ein PGA-Tour-Event ansteht. Kaymer wird es laut dem Regelwerk erlaubt sein, drei Turniere während der kommenden Saison zu spielen. Für den Saisonstart bei den Abu Dhabi HSBC Golf Championship (17. bis 20. Januar) und den Commercialbank Qatar Masters (23. bis 26. Januar) musste der 28-Jährige bei PGA-Tour-Commissioner Tim Finchem um eine Starterlaubnis bitten.

Höhere Dichte an Topstars

Mit dem Wechsel auf die US-Tour könnte auf Kaymer aber noch ein weiteres Problem zukommen: die im Vergleich zur European Tour höhere Dichte an Topstars. Auf der PGA Tour wird Kaymer nur ein Profi unter vielen sein. Zu den Stars gehört er in Übersee nicht, dafür sind seine Leistungen auf Topniveau noch nicht konstant genug. Denn auch wenn der letzte Put zum Ryder-Cup-Sieg im vergangenen Jahr um die Welt ging, muss relativiert werden, dass Kaymer auch beim traditionellen Kräftemessen zwischen Europa und den USA Schwächen gezeigt hatte.

Kaymers Schritt nach Übersee ist trotz der finanziellen Verlockung riskant, aber nur so kann der Deutsche herausfinden, ob die Fußstapfen von Bernhard Langer für ihn zu groß sind. Der zweifache Masters-Champion ist in den USA bekanntlich eine lebende Legende. Für Martin Kaymer bleibt jedoch noch Zeit, um dahin zu kommen.