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Shinnecock Hills: Phil Mickelson lobt „phänomenalen“ US-Open-Platz

Stars pilgern nach Long Island, Spieth will nicht gefilmt werden, Golf-“Quickies“ im Hoch, Elch verteidigt Revier. Die Back Nine.

Phil Mickelson lobt eine gute Woche vor der US Open den Austragungsort. (Foto: Getty)
Phil Mickelson lobt eine gute Woche vor der US Open den Austragungsort. (Foto: Getty)

Pfadfinder-Touren: Mitten im munteren Geschehen auf der PGA Tour zwischen „Byron Nelson“, Fort Worth und Memorial pilgern die Golfstars nach Long Island an die amerikanische Ostküste und nehmen den ikonischen Shinnecock Hills Golf Club in Augenschein, wo kommende Woche die 118. US Open ausgetragen wird. Tiger Woods war schon auf Erkundungstrip, Rory McIlroy zog direkt von Ohio in ein angemietetes Haus, will die ganze Woche vor Ort trainieren, und natürlich darf auch Phil Mickelson nicht fehlen. Für „Lefty“ ist Shinnecock Hills ein Bestandteil seines US-Open-Traumas mit insgesamt sechs zweiten Plätzen und dem dadurch noch unerfüllten Karriere-Grand-Slam. 2004 unterlag er auf dem Par-70-Geläuf als amtierender Masters-Champion mit zwei Schlägen Rückstand dem Südafrikaner Retief Goosen.

„Phänomenal“ nennt der fünffache Majorsieger den seither nochmals um rund 450 Meter verlängerten Kurs und ist auch sonst des Lobes voll. „Das Set-up des Platzes ist wirklich absolut klasse, vielleicht das beste, das ich in meinen mehr als 25 Jahren als US-Open-Teilnehmer erlebt habe", sagte Mickelson. „Es wird tatsächlich auch den besten Spieler belohnen – nicht bloß den mit dem meisten Glück.“ Der amerikanische Golf-Verband USGA dürfte es nach den herben Kritiken an Schauplätzen wie Chambers Bay 2015 oder Erin Hills 2017 erleichtert zur Kenntnis nehmen.

Jordan Spieth und die Handy-Cams

„Attention please!“: Das kann einem aber auch auf die Nerven gehen, wenn man beim Golfspielen permanent durch die Kameras von hunderten oder tausenden Handys beobachtet wird. Jordan Spieth jedenfalls platzte beim Memorial-Auftakt der Kragen. Als der Texaner an Loch 8 mit seinem Ball auf einem Cartweg gelandet war, Erleichterung in Anspruch nahm und dabei von einer dichten Menge an „Kameraleuten“ umringt wurde, da blaffte er die Schaulustigen an: „Leute, könntet Ihr mir einen großen Gefallen tun und diesen Schlag mal nicht filmen – danke! Manchmal ist es echt cooler, einfach nur hinzuschauen.“ Private Foto- und Videoaufnahmen durch Fans sind seit 2017 auf der PGA Tour erlaubt, nicht selten offenbar zum Leidwesen der Spieler…



Zwei Milliarden Dollar für Golf-TV-Rechte

Fetter Deal: Laut einem Bericht des Nachrichtenportals „Bloomberg“ hat sich der TV-Sender „Discovery“ ab 2019 und für zwölf Jahre die internationalen Fernseh- sowie die Online-Rechte am Herren-Golfsport in den USA gesichert. Ausgenommen sind lediglich die Lizenzen für Großbritannien, die Sky Sports hält. Das Zwei-Milliarden-Dollar-Geschäft mit der PGA Tour beinhaltet rund 140 Turniere, darunter 40 PGA-Tour-Events. „Discovery“ will über seine verschiedenen TV-Kanäle senden, damit aber auch seinen Pay-TV-Sender „Eurosport Player“ promoten und zudem einen Video-Service nach Netflix-Vorbild entwickeln.

GB: 9-Loch-Runden gehen durch die Decke

„Quickies“: Die vier Golfverbände in Großbritannien haben eine signifikante Erhöhung des Aufkommens an Neun-Loch-Runden protokolliert. Demnach stieg die Zahl im Bereich von Golf England zwischen 2014 und 2017 von 70.127 auf 105.254 Halbrunden, eine Steigerung um 50 Prozent. Allein zwischen 2016 und 2017 spielten die Männer 17 Prozent mehr „Neuner“ (50.667 auf 59.336), bei den Frauen waren es sechs Prozent (43.314 auf 45.918). In Irland hingegen kamen die Herren sogar auf ein Plus von fast 200 Prozent (2.370 auf 7.250), bei den Golferinnen waren es immer noch 64 Prozent (18.753 auf 30.803). Schottland vermeldete von 2016 auf 2017 einen Gesamtanstieg von 30.021 auf 39.107 9-Loch-Runden (30 Prozent), in Wales erhöhte sich die Zahl von 12.201 auf 15.671 Runden (28 Prozent). „Damit bestätigt sich, dass kürzere Formen des Spiels im Sinne geringeren Zeitaufwands von Clubs wie Aktiven sehr gern angenommen werden“, sagte dazu Duncan Weir , Direktor für Golf-Entwicklung beim R&A.

Thomas-Kumpel Cauley bei Pkw-Crash verletzt

Unfallopfer: US-Pro Bud Cauley wurde während des „Memorial“ beim Zusammenstoß des Pkw, in dem er Passagier war, mit einem anderen Fahrzeug in Columbus/Ohio schwer verletzt. Der 28-jährige aus Florida, der bei Jack Nicklaus‘ Turnier den Cut verpasst hatte, zog sich ein gebrochenes Bein sowie fünf gebrochen Rippen zu, außerdem kollabierte seine Lunge. „Es gibt nicht viele Leute auf der Welt, die ich mehr liebe als meinen Kumpel B.C.“, schrieb der Weltranglistenerste Justin Thomas auf Twitter. „Schön, dass es ihm schon besser geht. Hoffen wir weiter auf das Beste für ihn!“

Elch jagt Golfer

Neuer Stoff für die Endlos-Serie „Begegnungen mit der heimischen Tierwelt“: Im Park City Golf Course/US-Bundesstaat Utah wurden Mark Redican und seine Frau von einem Elchkalb in die Flucht gejagt. Redican wollte auf dem Fairway gerade schlagen, als der tierische Teenager auftauchte. Von seiner Frau im Cart per Warnruf alarmiert, sprang Redican in das Gefährt und gab Gas. Immerhin haben Cart und Insassen den Elch-Test unbeschadet überstanden…



Laura Davies 44. bei den Ü50-Herren

Historischer Auftritt: Wie berichtet, hat am Wochenende mit Dame Laura Davies (54) erstmals eine Proette auf dem europäischen Senioren-Circuit abgeschlagen. Beim Shipco Master der Staysure Tour im dänischen St. Simon‘s Golf Club belegte die zweifache Majorsiegerin aus England unter 60 Teilnehmern einen achtbaren 44. Platz (+8) und ließ dabei renommierte Namen wie José María Olazábal und Costantino Rocca (beide T46) oder Sven Strüver (57.) hinter sich. Den Turniersieg holte sich der Schotte Colin Montgomerie mit elf unter Par für die drei Runden.

Cart-Batterien für Crystal-Meth-Produktion?

Räuberpistole: Was haben die Antriebsaggregate von Golf-Carts mit Drogen zu tun? Nach Ansicht der britischen Polizei eine Menge. Lange rätselten die Ordnungshüter über ein explosionsartig gestiegenes Aufkommen an Batterie-Diebstählen in englischen und walisischen Golfclubs, vermuteten Beschaffungskriminalität, um Drogenkäufe zu finanzieren. Mittlerweile geht die Polizei aber davon aus, dass die Batterien als Energielieferanten verwendet werden, um in mobilen Laboren Crystal Meth herzustellen. Im Oakmere Golf Club in Nottinghamshire wurden beispielsweise in einer Nacht 44 Batterien geklaut.

Allen Unbilden zum Trotz zum Abschlag

Zum Schluss: Kein Bach ist zu tief, kein Pfad zu schwierig für einen Golfer, der auf dem Weg zum Abschlag ist, notfalls auch über Stock und Stein. Das Video ist zwei Jahre alt, aber es passt ein wenig zu den Unwettern der vergangenen Tage – auf dass bei allen Golfanlagen, die von den Wetterunbilden heimgesucht wurden, alsbald wieder uneingeschränkte Runden möglich sind!

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