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TaylorMade CEO David Abeles im großen Golf Post Interview

Golf Post hat sich mit David Abeles, dem CEO von TaylorMade, getroffen und über neue Arten der Werbung und die neue M3- und M4-Serie gesprochen.

Golf Post traf den TaylorMade CEO David Abeles zum ausführlichen Interview in Frankfurt. (Foto: Twitter/ @TaylorMade ( @GolfMonthly)
Golf Post traf den TaylorMade CEO David Abeles zum ausführlichen Interview in Frankfurt. (Foto: Twitter/ @TaylorMade ( @GolfMonthly)

Golf Post: Wir haben uns bei der PGA-Show in Orlando getroffen, als Sie gerade verkündet haben, dass Tiger Woods bei TaylorMade unterschreibt. Es war eine gigantische Ankündigung, die Golf-Medien weltweit sind durchgedreht. Jetzt haben wir Woods großes Comeback in diesem Jahr. Er spielt ganz gut, er spielt den neuen TaylorMade M3 Driver. Aber Sie haben nicht nur Tiger Woods, Sie haben auch Jon Rahm, Rory McIlroy, Justin Rose, Jason Day – es fühlt sich an, als hätten Sie jeden unter Vertrag.

Sie haben so viele Golfer in den Top 20 der Welt und Sie fokussieren Ihre Marketing-Strategie auf Facebook, Instagram, den sozialen Medien im Allgemeinen, auf diese Golfer. Können Sie uns diesen Strategie-Wechsel erklären? Vor zwei, drei Jahren haben Sie das noch nicht gemacht. Was ist die Idee dahinter, sich an den durchschnittlichen Golfer zu wenden und Ihre Produkte über die besten Golfer der Welt zu vermarkten?

David Abeles: Ich erinnere mich daran, wie wir uns im Januar 2017, vor 15 Monaten, bei der PGA-Show getroffen haben. Diese Shows sind immer sehr aufregend für uns, weil wir dort unsere neuen Produkte für das kommende Jahr vorstellen und die Golfwelt von TaylorMade begeistern wollen. Das war ein besonders interessanter Tag für uns, weil wir zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens eine Partnerschaft mit einem Athleten wie Tiger Woods verkündet haben. Wir haben großes Glück, dass wir so eine großartige Schar von Athleten haben, aber Tiger Woods in diese Athleten-Familie aufnehmen zu können, war etwas ganz besonderes für uns.

Im Bezug auf unsere prominenten Athleten und wie wir sie nutzen, um unsere Marketing-Botschaft an Golfer auf der ganzen Welt zu verbreiten: Zuerst einmal haben wir glücklicherweise immer eine Reihe fantastischer Spieler auf der Tour gehabt. Wir hatten Spieler in den Top 10 und den Top 20 der Welt. Aber besonders in den letzten zwei Jahren, als einer unserer Konkurrenten in Sachen Ausrüstung und Golfbälle, Nike, sich vom weltweiten Markt zurückgezogen hat, hatten viele von Nikes Spieler die Möglichkeit, Schläger einer Marke ihrer Wahl zu spielen.



Wir haben in unserer Firma schon immer gesagt, wenn Geld keine Rolle spiele, und Golfer auf Tour-Level spielen könnten, was sie wollten, ohne durch Werbeverträge oder Marketing-Partnerschaften beeinflusst zu werden, dann würden weltweit mehr Spieler TaylorMade wählen als jede andere Marke. Daran glauben wir, weil wir so viel in die Forschung und Entwicklung investieren um Weltklasse-Produkte auf jedem Level zu entwickeln, nicht nur Metal Woods, sondern auch Eisen, Wedges, Putter und jetzt auch Golfbälle. Wir haben mit dem TP5 und dem TP5x einen der heißesten Golfbälle der Welt. An diese Philosophie haben wir immer geglaubt, aber es ist sehr schwer das zu beweisen, weil durch die Marketing-Seite des Sports Athleten und Marken im Allgemeinen strategisch miteinander verbunden sind.

Als Nike ausgestiegen ist, hatten sie 25 Golfer unter Vertrag, die dann die Möglichkeit hatten, eine Marke ihrer Wahl zu spielen. Im Verlauf der nachfolgenden Monate haben sich 22 dieser 25 Spieler auf irgendeine Art und Weise für TaylorMade entschieden. Das bestätigte uns zum ersten Mal, dass wir die besten Produkte der Welt machen. Die weltbesten Spieler vertrauten TaylorMade ihren Lebensunterhalt, ihren Erfolg und ihre Performance auf welcher Tour auch immer an, um die bestmögliche Chance auf Erfolg zu haben. Tiger Woods war nur ein Teil davon, Rory McIlroy war ein Teil davon. Im Verlauf der letzten zwölf Monate waren wir sehr glücklich, ein Team von Athleten aufgebaut zu haben, dem fünf der besten zehn Golfer der Welt und Tiger Woods angehören, der sich zu großer Form und vielleicht in die Top 10 zurück spielen wird, wenn nicht sogar mit der Zeit noch besser.

Die Frage danach, wie wir unsere Strategie geändert haben, fängt mit dem Wunsch der Spieler an, die besten Produkte zu spielen, die sie spielen können. Das ist der Punkt an dem alles anfängt. Wir haben immer schon geglaubt, wenn wir die am besten funktionierenden Produkte der Welt machen, dann werden die besten Spieler der Welt sich dafür entscheiden sie zu spielen und das sehen wir jetzt besser als jemals zuvor in der Geschichte unseres Unternehmens. Wir sind sehr erfreut darüber.



Was jetzt anders ist in der Hinsicht, wie wir mit diesen Sportlern arbeiten, um unsere Botschaft und unsere Produkte zu promoten? Im Grunde entwickeln wir die Produkte für Golfer wie Sie und ich und Ihre Leser. Golfer, die nicht auf dem gleichen Level wie Tiger, Rory oder Jon Rahm spielen, sondern gutes Golf oder durchschnittliches Golf oder was auch immer spielen. Zum Glück für uns erkennen diese Spitzensportler, dass unsere Produkte für begeisterte Golfer auf der ganzen Welt gemacht sind, sie selbst aber auch davon profitieren können. Deshalb nutzen wir die Stars in unseren Inhalten jetzt anders.

Als wir zum Beispiel in diesem Jahr die Twistface-Technologie im M3 und M4 herausgebracht haben, hat Tiger in einem unserer Fernsehspots gesagt, dass diese Technologie nicht nur den weltbesten Spielern wie ihm selber von Nutzen sei, sondern, was noch viel wichtiger ist, durchschnittlichen Golfern auf der ganzen Welt noch viel effektiver helfen könne. Rory hat das selbe gesagt. Wir nutzen die Sportler, um unsere Botschaft zu verkünden und weil sie selbst an die Produkte glauben, die sie spielen, wollen sie diese Botschaft auch aufrichtig vorantreiben.

Golf Post: Ihre Werbung mit diesen Sportlern findet zu großen Teilen auf Facebook und in den sozialen Medien statt. Diese Art von Marken-Bildung, die Markenbekanntheit und den Wunsch, die Marke zu spielen, TaylorMade zu spielen, ähnelt der Art und Weise, wie vor ungefähr fünf oder sechs Jahren Under Armour mit ihrer Bekleidungs- und Schuhkolletion angefangen hat. Under Armour hat junge, hochkarätige Spieler wie Jordan Spieth, Steph Curry oder die Ballerina Misty Copeland ausgewählt und darüber die Markenbekanntheit und das Verlangen nach der Marke Under Armour aufgebaut. Das ist der Grund, weshalb Under Armour so wachsen kann. Ist das ein Vorbild, dem Sie folgen, beispielsweise mit Rory, der auf Facebook über den neuen Ball postet?





David Abeles: Es hat definitiv Ähnlichkeiten dazu. Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb sich Marken und Athleten verbünden. Einer davon ist, wie viele Konsumenten einem bestimmten Sportler folgen. In der heutigen Zeit, im Kontext von Social Media, ist das Publikum, das ein Sportler anspricht, ein wertvolles Vermögen für jede Marketing-Gruppe. Es ist wichtig für uns, dass wir unsere Athleten nutzen und mit ihnen arbeiten können, um über ihre authentischen Gefühle über TaylorMade und den Produkten zu ihrem Publikum vorzudringen. Eine der unerschütterlichen Regeln unseres Unternehmens ist, dass unsere Sportler nur ehrlich und aufrichtig darüber reden, wie sie sich mit unseren Produkte fühlen.

Der TP5x ist der Grund, weshalb Rory McIlroy zu TaylorMade gekommen ist. Rory wusste schon immer, dass wir weltklasse Metal Woods machen, aber er kam zu uns, weil er durchs Ausprobieren festgestellt hat, dass wir den besten Golfball der Welt machen. Genauso mit Jon Rahm und Dustin Johnson. Die Gründe, weshalb sie TaylorMade spielen, habe ich eben genannt.Diese Sportler nutzen ihr Publikum in den sozialen Medien, um sich aufrichtig mit ihnen zu verbinden und ihre Gefühle und Emotionen über und ihre Leistung mit unseren Produkten mitzuteilen. Und wir profitieren aufgrund ihrer Größe und Reichweite davon.

Golf Post: Wir haben den M3 und M4 erwähnt, Sie haben über den TP5 und den TP5x gesprochen. Die Bälle schießen durch die Decke und Titleist verliert am Ballmarkt wie nie zuvor. Auf der anderen Seite gab es in den letzten fünf bis zehn Jahren viele, die gesagt haben, TaylorMade bringe zu viele Produkte in zu kurzer Zeit auf den Markt. Der M1 und der M2 waren fünf Jahre lang erfolgreich und gehören weltweit zu den bekanntesten Produktserien. Danach kamen der M3 und M4, es gibt die P700er Eisen-Serie, den Spider-Putter, die TP-Kollektion und jetzt die Bälle. Würden Sie sagen, dass Sie in diesem Moment die am besten passende und am besten funktionierende Aufstellung an Golfschlägern haben, und dass es keine Notwendigkeit gibt in irgendwelche Nischen vorzudringen und Nebenmodelle zu produzieren?

David Abeles: Ich freue mich, dass Sie unsere Produkte so wertschätzen und wenn ich Ihnen nur zuhöre, werde ich ganz aufgeregt. Ich bin seit über 20 Jahren im Golfgeschäft und 15 von diesen 20 Jahren bin ich bei TaylorMade. Als ich vor drei Jahren zu der Firma zurückgekehrt bin, haben wir uns vorgenommen sicherzustellen, dass wir in jeder Kategorie, in der wir in Sachen Equipment und Golfbälle konkurrieren, eindeutig die Produkte mit der besten Leistung in dieser Kategorie haben.

Leistung ist nicht nur ein Schlagwort für uns, es ist Realität. Wir veröffentlichen kein Produkt, egal auf welchem Markt der Welt, wenn es nicht messbar besser ist als vorhergehende Generationen konkurrierender Produkte. Diese Verpflichtung sind wir vor drei Jahren eingegangen. In den letzten drei Jahren haben wir uns eine Bühne in jeder Equipment-Kategorie geschaffen: Hölzer, Eisen, Wedges, Putter und Golfbälle. Das ist das beste und vollständigste Bag, dass es derzeit in der Golfwelt gibt.

Ich und unser Unternehmen sind uns sicher, dass Leistung in den Augen der Golfer das wichtigste ist. Gerade im Hinblick auf Launch-Technology, die einem die Bedingungen seines Schlages zeigt, egal ob Metal Woods, Eisen, Wedges oder Golfball, sollte man auch die besten Produkte herstellen. Zum Glück haben wir ein Forschungs- und Entwicklungsteam, dass das Beste auf seinem Gebiet ist.

Um Ihre Frage zu beantworten, ich glaube, dass wir noch viel Spielraum für fortlaufendes Wachstum in unseren Kern-Kategorien haben. Wir haben derzeit ein starkes Momentum bei den Golfbällen TP5 und TP5x, aber wir haben noch einen weiten Weg zu gehen. Auch, weil wir dabei sind viele Golfer, die konkurrierende Produkte spielen, zu besseren Produkten zu konvertieren. Ich und auch unsere besten Sportler können Ihnen bestätigen, dass wir den besten Golfball der Welt machen. Und jetzt, wo wir das sicher sagen können, können wir das auch aktiv promoten und die Produkte entsprechend verkaufen und bewerben.

Golf Post: Glauben Sie, dass die Kritiker und durchschnittlichen Golfer dahinter viel mehr eine Marketingmaschinerie sehen als eine tatsächliche Entwicklung der Produkte? Dass Sie vergessen, dass 100 und mehr Entwickler täglich an neuen Technologien arbeiten und das der Grund ist, weshalb Sie so viele neue Produkte veröffentlichen, die tatsächlich besser sind? Viele sehen das vielleicht gar nicht, weshalb sich Kritiker häufig darüber beschweren, dass es schon wieder neue Produkte gibt und ihnen nicht klar ist, dass Menschen Tag für Tag arbeiten, um die besten Produkte zu entwickeln.

David Abeles: Zuerst einmal sehe ich das als eine Gelegenheit. In den letzten Jahren haben wir den Zyklus unserer Produkte heruntergeschraubt. Jedes Produkt wird für mindestens 12 bis 24 Monate vermarktet. Wenn begeisterte Golfer etwas sehen, dass neu und besser ist, wollen sie es haben. Wenn wir etwas entwerfen und entwickeln können, das besser ist, ist es unsere Verantwortung, es ihnen auch zu geben. Denn letztendlich ist es unser Ziel, Golfern dabei zu helfen, besser zu spielen und mehr Spaß zu haben. Wenn wir ein Produkt mit besserer Leistung haben, wer würde das nicht kaufen wollen? Es ist also eine Gelegenheit, der Golfwelt etwas beizubringen. Das ist unsere Verantwortung.

Wir haben 120 Ingenieure und Produkt-Entwickler bei TaylorMade, die jede Stunde jeden Tages über die nächste Generation der Produkte nachdenken. Ohne diesen Einsatz hätten wir keinen M1 und keinen M2, die jetzt zur Twistface-Technologie geführt haben und damit auch den M3 und M4, 5-Piece-Golfball-Construction-Technologie, Spider-Putter, Hi-Toe Wedges und P7-90 Eisen. Ich konzentriere mich auf unsere Golfer: Findet unsere Marke Anklang bei ihnen, sind unsere Produkte angenehm für sie? Unser Unternehmen ist derzeit sehr stark, wir sind nicht nur eine der größten Firmen im Golf, wir sind auch die am schnellsten wachsende Firma im Golf. Das ist der Fall, weil unsere Produkte bei Golfern auf der ganze Welt Anklang finden.

Golf Post: Zuletzt, was haben Sie selbst in Ihrem Golfbag?

David Abeles: Ich habe einen M3 Driver, ein M4 3er-Holz, ich habe die P790er Eisen 3 und 4. P770 Eisen vom Eisen 5 bis zum Pitching Wedge, ein Hi-Toe 56° und ein Hi-Toe 60° Wedge und einen Spider Tour Platinum Putter. Und nicht zu vergessen, ich spiele den TP5x Golfball.

(Das Interview führte Robin Bulitz.)

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