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Thomas Björn: „Ryder-Cup-Wildcard für Martin Kaymer? Wohl eher nicht!“

„Monty“ macht Mut, Jiménez tauft Jug um, Birthday-Break für Spieth, Thompson taucht ab, Trump trampelt Dünen platt. Die Back Nine.

Martin Kaymer und Thomas Björn sind gute Freunde. (Foto: Getty)
Martin Kaymer und Thomas Björn sind gute Freunde. (Foto: Getty)

Einer bot am Wochenende auf den Green Eagle Golf Courses jede Menge Gesprächsstoff, obwohl er bei der Porsche European Open durch Abwesenheit glänzte: Martin Kaymer. Der 33-jährige Rheinländer kann sich seine eventuelle Hoffnung auf eine Berufung als „Captain‘s Pick“ und die vierte Teilnahme am Ryder Cup in Folge seit 2010 mit ziemlicher Sicherheit abschminken; Teamchef Thomas Björn erteilte dem zweifach Majorsieger am Rande des Turniers vor den Toren Hamburgs jedenfalls eine durchaus deutliche Absage. „Ich kenne Martin sehr gut und er ist ohne Zweifel einer der besten Profis der Welt, würde jedem Team hervorragend zu Gesicht stehen“, sagte der Däne bei einem Porsche-Podiumsgespräch. „Aber im Moment läuft es nicht rund, da er nach meiner Wahrnehmung zu sehr zwischen European Tour und PGA Tour hängt und sich nicht entscheiden kann.“ Kaymer müsse das erst mal aussortieren, sei aber clever genug das für die Zukunft zu klären, meinte Björn und sprach dann Klartext: „Martin rangiert bei meinen 25 Perspektivspielern im hinteren Bereich. Und wenn Sie mich danach fragen, ob er Chancen auf eine Wildcard hat? Wohl eher nicht!“

Montgomerie: „Stärkstes Team aller Zeiten für Paris“

Aufmunterung: Es gibt eine Menge Leute, die glauben, dass Amerikas Ryder-Cup-Team im September in Paris kaum zu schlagen ist, nicht zuletzt wegen der Übermacht des US-Personals in der Golf-Weltrangliste. Einer freilich mag sich nicht bange machen lassen. „Europa hat das stärkste Team aller Zeiten“, sagte Colin Montgomerie, der siegreiche Kapitän von Celtic Manor 2010, am Rande der Senior Open und spielte damit auf den Triumph von Francesco Molinari bei der Open Championship und die starken Leistungen von Rory McIlroy sowie Justin Rose an: „Thomas Björn kann bezüglich der Chancen für das Duell mit dem Titelverteidiger in Paris sehr zuversichtlich sein.“ Europa hat immerhin seit 1993 kein Heimspiel mehr verloren.

Jiménez: „Meine Rioja-Kanne“

Umfirmierung: Miguel Ángel Jiménez ist der zweite Spanier nach Severiano Ballesteros und dessen Triumph von 1984, der im „Home of Golf“, auf dem Old Course zu St. Andrews eine Open Championship gewonnen hat. Bei „The Mechanic“ steht halt bloß ein „Senior“ davor, und die Claret Jug ist etwas kleiner. Claret? Von wegen: Jiménez taufte die Kanne nach seinem knappen Sieg vor Bernhard Langer postwendend um, die ihren Namen eigentlich von dem leichten Clairet-Rotwein hat, der in vergangenen Jahrhunderten als Alltagsgetränk galt. „Ich nenne sie ab sofort meine Rioja Jug, das passt besser“, grinste der Mann aus Malaga in Anspielung auf die von ihm bevorzugten Weine aus dem nordspanischen Anbaugebiet.

„Bleschi“ geht baden…

Am Ende ging‘s ab in den Teich: Michael Blesch und Ralf Lühmann, die Hausherren der Green Eagle Golf Courses in Winsen/Luhe hatten gestern nach dem Ende der Porsche European Open mehr als gut lachen. Alle unermüdlichen Mühen der Vormonate, die erneuten Umbauarbeiten auf dem Platz und an der Infrastruktur der Anlage haben sich ausgezahlt: Sie und ihr Team wurden von den Turnierdirektoren Dominik Senn und Mikael Eriksson für einen bestens präparierten Kurs über den Klee gelobt sowie mit einem reibungslos abgelaufenen Turnier und großartigem Golf belohnt. Und weil „Bleschi“ seine Greenkeeper beim Austausch der über 900 Tonnen Bunkersand noch mit „Jetzt habt ihr echtes Strandfeeling“ aufgezogen hatten, schickte die Truppe ihren Chef dann nach dem Gruppenfoto auf dem 18. Grün als Abschluss der tollen Turniertage selbst zum Baden:

„Break-Gang“ feiert mit Spieth Geburtstag

Terminverlegung: Wer den schon fast traditionellen Spring-Break der jungen Golfwilden um Jordan Spieth, Justin Thomas und Rickie Fowler vermisst hat, der sei hiermit beruhigt. Die Auszeit wurde nur verschoben und fand im Sommer statt, da konnte die Gang mit Jason Dufner als Gast am vergangenen Freitag gleich Spieths 25. Geburtstag feiern. Was noch erwähnenswert ist? Ach ja, Fowlers neue Oberlippen-Zierde…

Lexi Thompson nimmt Auszeit vom Golf

Rückzug: US-Star-Proette Lexi Thompson hat ihren Start bei der Women‘s British Open diese Woche im englischen Royal Lytham & St Annes Golf Club abgesagt. Die 23-Jährige erklärte via Instagram, die vergangenen 18 Monate hätten ihr „mental und emotional einen enormen Tribut abverlangt“ und sie müsse ihre „mentalen Batterien aufladen, da ich mich manchmal nicht wie ich selbst gefühlt habe“. Die Majorsiegerin, deren Mutter an Krebs erkrankt, deren Großmutter jüngst verstorben ist und um die es in letzter Zeit eine Menge sportliche Turbulenzen gab, will Mitte August wieder an den Abschlag zurückkehren.



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Trump erweitert Aberdeen, Vorwürfe wegen Umweltzerstörung

Expansion: Die Trump International Golf Links im schottischen Aberdeen werden ausgebaut. Das Immobilien-Imperium von US-Präsident Donald Trump, geleitet von Sohn Eric, will 200 Millionen Dollar in den Bau von 500 Häusern, 50 Cottages, ein Sport- und ein Shopping-Center sowie eine Reitanlage investieren und verspricht der Region 2.000 temporäre und 300 feste neue Jobs. Derweil wurde bekannt, dass beim Bau der 2012 eröffneten Anlage, die sich bisher als – freilich steuerminderndes – Verlustgeschäft darstellt, die geschützten Dünenbereiche der Nordseeküste in Mitleidenschaft gezogen wurden. Laut dem Bericht einer Umweltschutz-Organisation habe die teilweise Zerstörung dieser Bereiche Einfluss aufs gesamte Ökosystem der Region. Die schottische Naturerbe-Agentur hat das bestätigt. Es geht vor allem um die Foveran Links im Norden von Aberdeen, die zu Schottlands 1.423 staatlich registrierten Flächen von besonderem wissenschaftlichen Interesse (SSSI) gehören.

Cart-Flotte in Miami-Club abgefackelt

Unmutsäußerung: In Miami wurde der 20-jährige Carlos Crespo verhaftet, nachdem er in den Melreese Country Club eingebrochen war und die Cart-Flotte der Golfanlage mit 40 Fahrzeugen abgefackelt hatte. Es entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Dollar. Melreese ist der einzige öffentliche Golfplatz in Floridas Metropole und soll alsbald dem heftig umstrittenen und von Bürgerprotesten begleiteten Neubau eines Fußballstadions für die Major League Soccer weichen. An dem Projekt ist auch Kicker-Ikone David Beckham beteiligt. Es scheint, als ob Crespo mit seiner Aktion das Ende des Clubs beschleunigen wollte.

Über die Zaun-„Bande“ an die Fahne

Zum Schluss: Ein Zaun muss kein Hindernis sein, nicht mal bei ungünstigster Balllage. Aber vielleicht ist der Sportkamerad in diesem Clip nebst Golf auch dem Billardspiel verfallen – so, wie er mit der „Bande“ arbeitet? Besser jedenfalls kann man die Situation kaum lösen:

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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Juergen Schumann

    Wie kann man nach solch desolaten Vorstellungen und einer eben solchen sportlichen Einstellung überhaupt noch in Erwägung ziehen beim Ryder-Cup mitmachen zu können? Absolut realitätsfremd !!! Endlich hat mal Björn dem ewigen irrealen Wunschdenken ein Ende gesetzt.
    Mit seiner kundgetanen körperlichen und mentalen Überbeanspruchung sollte er sich vielleicht nach einem Trainerposten umschauen denn mit solch einer laschen Ein –
    stellung hat man im Profizirkus einen äusserst schweren Stand.

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