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Quo vadis, Caroline Masson?

Die europäische Damentour bietet den Proetten kaum Perspektive. Caroline Masson will deshalb den Sprung auf die LPGA schaffen.

Höhenflug hält an: Caro Masson weiter in Topform. (Foto: Getty)

Kurz vor dem entscheidenden Turnier, mit dem sie die Führung in der europäischen Geldrangliste der Damen übernehmen könnte, tritt Caroline Masson bei der Hero Women's Open (30.11.-02.12.) in Indien nicht an. Damit verzichtet sie auf die Chance, die Spanierin Carlota Ciganda von Platz eins in Europa abzulösen und ihrer Karriere bereits in ihrem dritten Jahr als Profi einen absoluten Höhepunkt hinzuzufügen. Sie fliegt stattdessen in die USA, um sich dort den Mühen einer Qualifying School zu unterziehen.

Die LPGA als alternativloses Ziel für die Proetten

Die lukrativen Preisgelder der LPGA, die immer über einer Million US-Dollar liegen, locken viele Spielerinnen auf diese Tour. Zwar sind auch auf der LPGA die Reisekosten nicht unerheblich mit Turnieren in Australien, Thailand, Singapur, Brasilien, Malaysia, Taiwan, Japan und in den Nachbarländern Kanada und Mexiko. Auch inneramerikanisch läppern sich die Flugkosten, wenn weit entfernte Reiseziele wie Hawaii mit 1,7 Millionen US-Dollar Preisgeld locken. Doch schon hier zeigt sich der gravierende Unterschied zwischen den beiden Touren: Die Preisgelder der LET liegen zwischen 200.000 und 525.000 Euro, Ausnahmen davon sind die British Women's Open (1.920.130 Euro) und das Evians Masters (2.496.170 Euro), die auf beiden Touren gespielt werden.

Für Caroline Masson steht schon lange fest, dass der Weg an die Weltspitze nur über die amerikanische LPGA führt. Neben den besseren Trainingsbedingungen in den USA und dem höheren Preisgeld fasziniert die Gladbeckerin auch die größere Zuschauerkulisse und das höhere Interesse der US-Medien an der Damentour. „Die besten Spielerinnen der Welt spielen hier und die Golfplätze und die Standards auf der US-Tour sind deutlich besser“, so Caroline Masson. Zwar wollte sie eigenen Aussagen im Mai 2011 zufolge warten, bis ihre Zeit reif sei, doch genauso überraschend wie ihr Wechsel 2010 ins Profilager kommt nun ihre Teilnahme an der Q-School in den USA.

Fünf Tage Final Stage in Florida

Die zweite Stufe der insgesamt dreiteiligen Qualifikation für die US-Tourcard bewältigte Caroline Masson Anfang Oktober mit 288 Schlägen und landete auf einem bemerkenswerten Rang 16 von 122 Spielerinnen, die sich für das Finale qualifizieren konnten. Gegen diese 122 Spielerinnen wird sie von Donnerstag bis Sonntag in Daytona Beach, Florida, antreten. Nach 72 Löchern wird dort ein letztes Mal das Teilnehmerfeld gesiebt und unter den besten 70 die Finalrunde am Sonntag ausgespielt. Die Plätze eins bis 45 erhalten eine LPGA-Berechtigung. Dann wird sich auch zeigen, ob der Schritt für Caroline Masson zu früh war oder die Zeit schon reif ist.