Der Deutsche Golf-Verband will bei Olympia Gold holen
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Der Deutsche Golf-Verband fördert für die „Vision Gold“

Die deutsche Golf-Equipe wächst. Was aber tut der DGV, um Golftalente langfristig erfolgreich zu machen?

Dominic Foos
Dominic Foos: Mit seinen 15 Jahren ist er bereits bei European-Tour-Events wie der Qatar Masters eingeladen. Er gehört zu den vielversprechenden Nachwuchsspielern in Deutschland. (Foto: Getty)

Mehr deutsche Golfer sollen auf den internationalen Tour-Events mitspielen; das wird von Golffans und auch vom Deutschen Golf-Verband gewünscht. Dass dem internationalen Erfolg von Kaymer, Kieffer und Co. aber ein langer und steiniger Weg vorausgeht, der vor allem mit immensem Risiko (finanziell, gesundheitlich, beruflich) gepflastert ist, ist der Grund, weshalb ohne eine gereifte Förderung der Athleten nicht viel zu gewinnen ist.

"Vision Gold" für die Vorbereitung auf Olympia

Bald warten schon die Olympischen Spiele auf den Golfsport. Dafür hat der Deutsche Golf Verband (DGV) sein „Leistungssportstrukturkonzept“ gehörig neu sortiert. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich die Förderung der deutschen Golftalente, die Entwicklung im Spitzengolf hinter den Aushängeschildern Martin Kaymer und Marcel Siem. „Vision Gold“ soll diese Maxime heißen, damit jeder gleich weiß, wo es hinführen soll.

Um dorthin zu kommen, gibt es ab 2013 die Deutsche Golf Liga als Bündelung des bisherigen Wettkampfsystems. Zudem wurde die Ausbildung von Trainern forciert, um den Talenten möglichst flächendeckend qualifizierte Coaches zur Seite zu stellen. Der Verband arbeitet eng mit der Professional Golfers Association (PGA) of Germany und der Vereinigung clubfreier Golfer (VCG) zusammen. Und es gibt sogenannte DGV-Partnerclubs, um dem Top-Nachwuchs ein geeignetes Umfeld für den Sport, aber auch hinsichtlich einer dualen Karriereplanung mit Ausbildung/Beruf zu ermöglichen.

Konzept trug bei der WM erste Früchte

Die Vereine sind das Fundament für den Spitzensport, da macht Golf keine Ausnahme. Aus engagierter Jugendarbeit erwachsen Talente. Der Blick auf die deutsche Amateur-Equipe für 2013 zeigt, wo die Kaderschmieden sind: Hubbelrath, Stolper Heide, Neuhof, Berlin-Wannsee, Münchener GC und allen voran St. Leon-Rot, das künftige DGV-Leistungszentrum. Hier kommen sie her, die Lampert-Geschwister Karolin und Moritz, Ranglistensieger 2012, und ihre Nationalmannschaftskolleginnen und -kollegen. Bei der vergangenen WM trug das Konzept mit Platz zwei bei den Damen und Platz drei bei den Herren erste Früchte.

Freilich, der DGV ist sich auch der Problemfaktoren bewusst: Zu wenig Nachwuchs mit Handicap von -4,4 und besser, darunter viel zu wenig Mädchen, mangelnde Akzeptanz und Attraktivität des Leistungssports bei Golfern wie Golfanlagen, Verlust von Talenten durch Berufsausbildung, die öffentliche Wahrnehmung von Golf als Leistungssport, das liebe Geld und etliches mehr.



Wer sich trotz allem im Verein hochgespielt hat, wird auf Landesverbandsebene „eingesammelt“. Von Landestrainern wie Hauke Wagner, der vor gut zwei Jahren das Amt in NRW von niemand geringerem als Günter Kessler, dem Coach von Kaymer und Siem, übernommen hat. Mit Lehrgängen und intensiver Betreuung machen Wagner und Co. den hoffnungsvollen Nachwuchs fit für eine mögliche Berufung durch die Bundestrainer um Uli Zilg und Stephan Morales in die Elite- oder Kaderteams, wie die nationalen Auswahlen neuerdings heißen.

Unterstützung für Kieffer und Co. bei ersten Profi-Schritten

Irgendwann steht dann eventuell der Sprung vom verbandsbetreuten Amateur ins eiskalte Einzelkämpfer-Wasser des Profi-Geschäfts an. Auch bei diesem „Kulturschock“ (O-Ton DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer) will der DGV „seine Schäfchen“ nicht alleine lassen. Seit 2009 bietet der Verband im Rahmen des Förderprogramms „Young Professional“ Trainingsunterstützung (mit den Eliteteams) und übernimmt zum Beispiel die komplette Logistik-Planung. Max Kieffer profitiert davon bereits im dritten Jahr, auch Caro Masson wird gefördert.

Der DGV möchte langfristig jeweils zehn Damen und Herren unter den Top 100 der Welt haben. Das kommt im Kapitel „Sportliche Ziele“ des Konzepts direkt nach „Medaille bei Olympischen Spielen“. Andere Nationen wie Schweden beispielsweise oder Englandsind uns diesbezüglich meilenweit voraus. Macht man dort so vieles anders, so vieles besser?

"Golf gehört in die Mitte der Gesellschaft"

Natürlich gibt es bei den großen Golf-Nationen Unterschiede in der Förderung. Die Schweden haben ein tolles Konzept namens „Girls & Golf“, auf der Insel locken Berühmtheiten wie Nick Faldo, Lee Westwood oder Darren Clarke die Talente in ihre Golf-Schulen, die USA schöpfen durch das College-Golf aus dem Vollen. Aber das sind nicht die Ursachen des Erfolgs.



„Golf gehört in die Mitte der Gesellschaft,“ hat Marcel Siem unlängst gefordert. In Schweden, in England und in den USA sowieso ist Golf akzeptierter Volkssport, in Deutschland allenfalls eine von Vorurteilen begleitete Randsportart. An der Wurzel gilt es zu arbeiten, damit die Golf-Blüten weiter sprießen.



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