Was wäre, wenn ein Tourspieler mit einem "1-Euro-Ball" spielen würde?
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Was wäre, wenn ein Tourspieler mit einem „1-Euro-Ball“ spielen würde?

Steffen Bents beschäftigt sich mit der Frage, ob Tourspieler das gleiche Ergebnis mit einem "1-Euro-Ball" spielen würden. Und was können wir Hobby-Golfer daraus lernen?

Golfbälle spielen bei den Tourprofis eine bedeutende Rolle. (Bildquelle: Getty)
Golfbälle spielen bei den Tourprofis eine bedeutende Rolle. (Bildquelle: Getty)


In verschiedenen Versuchen wurde in der Vergangenheit schon ausprobiert, was passieren würde, wenn man bei einem Tour-Professional in der Runde so eingreifen würde, dass sein Spiel nicht der Normalität entspricht. So hat man zum Beispiel den Professional erst lange Schläge machen und dann die Putts einen Amateur mit mittleren Handicap spielen lassen. Diesen Versuch hat man dann umgekehrt, sodass lange Schläge durch den Amateur gespielt wurden und die Pros ausschließlich ab dem Grün übernahmen. Dabei zeigte sich, dass alleine den Bereich des Puttens zu verbessern, nicht das Gesamtspiel oder den Score nachhaltig verbessert. Nur eine Verbesserung des langen Spiels eines Amateurs, kann wirklich den Score verbessern.

Nur was wäre, wenn ein Tourspieler einen "1-Euro-Ball" spielen würde?

Erst einmal müsste man unterscheiden, ob der Spieler sich mit dem 1-Euro-Ball einspielen und vertraut machen darf, oder ob er quasi „ins kalte Wasser“ geschmissen würde. Die Ergebnisse würden sich natürlich etwas verändern. In welchen Bereichen deutlich unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten sind, erläutere ich wie folgt.

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Drives:

Beim Drive würde der Profi nie auf seine normale Schlaglänge kommen. Der normale Ball eines Profis besteht in der Regel aus mehreren Schichten verschiedenster Materialien. Diese Eigenschaften macht den Ball daher an der Außenschale deutlich weicher. Dass ein härterer Ball, also der 1-Euro-Ball, weiter fliegt, ist daher ein häufig angenommener Trugschluss. Der Trampolin-Effekt bei dem weicheren Ball wirkt stärker. Das erklärt den kürzeren Ballflug des 1-Euro-Balles vom Tee.

Eisenschlag:

Bei diesem Teil des Spiels verhält es sich ähnlich wie beim Drive-Längenverlust. Zudem kommt durch den härteren 1-Euro-Ball der Spin, also der starke Rückwärtsdrall des Balles, nicht oder nur zu gering zu Geltung.


Annäherungsschläge

Beim Chippen und Pitchen spürt der Tourspieler wohl den stärksten Unterschied der Ballarten. Spieler auf einem so hohen Niveau lassen den Ball nicht nur mit einem Standardschlag auf dem Grün aufkommen, sondern sind in der Lage, viele Variationen zu nutzen, um die Fahne anzuspielen. Es wird mit verschiedenen Schlägern und verschiedenen Flughöhen gearbeitet. Der aber wohl wichtigste Bereich ist die Spinkontrolle. Der Profi stellt sich die Frage, spiele ich den Ball aggressiv oder zurückhaltend, mit viel oder wenig Spinn. Diese Option kann der 1-Euro-Ball nicht bieten.

Putten

Beim Putten ist natürlich ebenfalls ein starker Unterschied zu spüren. Gerade das Gefühl bei langen Putts geht erstmal verloren, da das Gefühl, wie der härtere Ball die Schlagfläche verlässt, ein ganz anderes ist. Ich spreche von „erstmal“ da sich ein Tourspieler auf diese Gegebenheiten einstellen könnte. Die Qualität der Putterergebnisse würde trotzdem leiden.



Mein Fazit: Jeder Tourspieler würde mit einem 1-Euro-Ball in einigen Bereichen seine Probleme bekommen, würde aber trotzdem viele von uns noch locker „in die Tasche“ stecken.

Ein Tipp zum Schluss von mir. Der Ball ist die einzige Komponente neben den Schlägern, die wir beeinflussen können. Daher versuchen Sie sich anzugewöhnen, immer denselben Ball zu spielen, um sich besser darauf einstellen zu können und die Schlagergebnisse zu verbessern.