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Cobra One Length Eisen Produkttest: Wie haben sich die gleichlangen Eisen geschlagen?

Vier Wochen lang spielte der Golf Post Produkttester Markus Pabst die neuen One Length Eisen von Cobra Golf und erlebte direkt zum Auftakt eines der Highlights. 

Egal ob beim Fitting in Herzogenaurach oder auf dem Platz - Der Golf Post Produkttester nahm die OL Eisen von Cobra Golf durchweg genauestens unter die Lupe. (Foto: Markus Pabst)
Egal ob beim Fitting in Herzogenaurach oder auf dem Platz - Der Golf Post Produkttester nahm die OL Eisen von Cobra Golf durchweg genauestens unter die Lupe. (Foto: Markus Pabst)

Die One Length Eisen von Cobra Golf sorgten bereits im vergangenen Jahr für Furore, als der technikbegeisterte, damals noch als Amateur antretende Bryson DeChambeau mit ihnen beim US Masters antrat und beeindruckend aufspielte. Zur Saison 2017 hatte Cobra die One Length Eisen dann auch in Serie gebracht und sich pünktlich mit Saisonbeginn der Meinung eines Golf Post Lesers gestellt. Die Eindrücke des Golf Post Produkttesters Markus Pabst gibt es nun im großen Abschlussbericht und sie erstrecken sich weit über das reine Spiel mit den Eisen hinaus.

"Auf einmal ging alles ganz schnell."

Markus Pabst (Hcp -9,2): "Nachdem ich als glücklicher Gewinner erstmal aus allen Wolken gefallen bin, ging dann alles ganz schnell: Termin in der folgenden Woche in Herzogenaurach abgestimmt, meine Woche danach geplant und ganz schnell stand ich nach einer längeren Fahrt aus dem Bergischen Land vor der Puma Zentrale in Herzogenaurach. Bei Puma (Cobra Golf ist ein Teil von Puma) bin ich extrem freundlich und offen von Kathi und Sebastian empfangen worden.

In den Showrooms von Puma und Cobra durfte ich die neuesten Kollektionen und Entwicklungen anschauen und sogar schon die Neuentwicklungen für die nächste Saison bestaunen – über die ich ansonsten leider nichts berichten darf. Hier fand ich besonders beeindruckend, wie abstrakte Technologien in Textilien und Schlägern Anwendung finden und einen konkreten Nutzen für den Golfer ergeben. Von einer Idee zu einem besseren Produkt, das war wirklich beeindruckend für einen Außenstehenden.

In der Schaltzentrale von Cobra Puma Golf gibt es ein komplettes Fittingcenter mit Launchmonitoren, allen Schläger- und Schaftoptionen und erfahrenen Clubfittern, die ich bei meinem Besuch ganz für mich in Anspruch nehmen durfte. Der übliche Fittingprozess läuft so, dass der Spieler erst einmal mit seinen körperlichen Daten (Körpergröße, Händigkeit) und mit seinen golferischen Vorerfahrungen und Wünschen an einen Schläger (Spielstärke, Tendenzen im Ballflug / Spiel, Vorlieben bei Griff, Schaft etc.) erfasst wird. So erhält der Fitter einen ersten Eindruck und den Rahmen, in dem sich das Fitting dann bewegt.



Mit Hilfe des Launchmonitors, eines Lieboards und Impact-Tape hat Sebastian dann die dynamischen Komponenten meines Schwungs erfasst und den Lie im Treffmoment, das Trefferbild auf der Schlagfläche und den Ballflug auseinandergenommen. Ich habe in meinem Golferleben bereits mehrere Fittings genutzt, so dass ich für mich eine gute Vorstellung davon hatte, was bei dieser ersten Bestandsaufnahme herauskommen sollte. Und natürlich hat mein Fitter Sebastian die relevanten Punkte in seinem Fitting sehr gut herausgearbeitet: ein etwas längerer Schaft (+ 0,5 inch), ein aufrechterer Lie-Winkel (+2°) und ein Midsizegriff.


Im Fittingprozess würde im nächsten Schritt der passende Schlägerkopf durch trial & error gefunden, in meinem Fall stand der King F7 als ONE Length durch den Produkttest aber ja bereits fest. Beim Schaft hatten Sebastian und ich uns bereits im Vorfeld ausgetauscht, was ich derzeit spiele und was sich für mich gut anfühlt. Mit dem KBS C-Taper Lite hat er dann einen super Schaft gefunden, der sich genauso gut anfühlt wie mein aktueller Schlägersatz.



Zum Abschluss des Fittings habe ich mit der Schlägerkopf-Schaft-Kombination noch einige Schläge im Simulator gemacht, um zu überprüfen, dass die Auswahl sich auch wirklich gut anfühlt und gute Werte am Launchmonitor zeigt. Die Schläger sind dann in der hauseigenen Schlägerwerkstat direkt für mich gebaut worden, so dass wir am Nachmittag noch eine 9-Loch-Runde im Golfclub Steigerwald mit den frischen ONE Length Eisen spielen konnten."

„Warum müssen die Schläger denn alle unterschiedlich lang sein?"

Marcus Pabst (Hcp -9,2): "In meinen Tagen als Golfanfänger habe ich wie wahrscheinlich jeder Neueinsteiger diese Frage an meinen Pro gerichtet: „Warum müssen die Schläger denn alle unterschiedlich lang sein? Das macht es doch viel schwieriger, einen Schwung zu lernen…“ Die Antwort damals war eine Mischung aus „das muss halt so sein“ und „das haben wir immer so gemacht“ – nicht zufriedenstellend, aber war dann halt so.

Ich selber bin dem Konzept gegenüber daher total positiv eingestellt und kann mir vorstellen, dass mittelfristig mehr Hersteller und auch mehr Playing Pros auf die gleichlangen Golfschläger umsteigen. Entscheidend wird sein, dass mehr als nur ein Exot (Bryson de Chambeau) die Eisen auf der Tour spielt und die Teaching Pros in den Clubs den Schlägern eine Chance vor allem bei Neueinsteigern geben."





"Eisen 6,7,8 kein Problem - aber das SW fühlt sich dann doch irgendwie „falsch“ an."

Marcus Pabst (Hcp -9,"): "Ich durfte die Eisen ja direkt bei meinem Besuch in Herzogenaurach das erste Mal spielen und testen. Naja, gewöhnungsbedürftig ist das passende Wort zu dieser ersten Erfahrung. Bei den mittleren Eisen 6,7,8 kein Problem, speziell vom Tee, aber ein Sandwedge mit der Länge eines Eisen 7 fühlt sich dann doch irgendwie „falsch“ an. Und das Eisen 4 und ich hatten in dieser ersten Runde ein paar Mal das Vergnügen, sind aber nicht unbedingt in einer innigen Liebesbeziehung geendet. Durch regelmäßigere Einsätze auf dem Platz oder der Range sollte sich das aber beheben lassen.

Vier Wochen später komme ich zu diesem Fazit: Das Gefühl mit den Eisen am Ball zu stehen ist normal geworden und ich kann einen Golfschlag auch auf der Runde machen, ohne im Hinterkopf das Gefühl zu haben, dass da was nicht stimmt. Das führt zu einem ruhigeren Schwung, einem besseren Trefferbild und einem besseren Ergebnis (für den einzelnen Schlag). Ein Punkt, an den ich mich neben der Länge gewöhnen musste, sind die stärkeren Lofts im Vergleich zu meinen aktuellen Eisen.

Die Lofts der King F7 sind fast durchgängig 4° stärker als meine aktuellen Eisen. Das ist im direkten Vergleich fast immer ein ganzer Schläger mehr, so dass ich auf dem Platz vor allem vom Tee ganz andere Schläger spielen musste, als ich es gewohnt bin. Bei Pitching Wedge, Sand Wedge und Eisen 9 ist der Unterschied nicht so enorm (1 – 2° stärker) und hier habe ich mich auch leichter getan, die Schläge ins Grün zu spielen.


Es gibt aber auch ein paar Punkte, die auch nach einigen Runden auf dem Platz und Rangesessions nicht besser geworden sind. Das Eisen 4 und Eisen 5 produziert für mich persönlich vom Fairway einen zu flachen Ballflug und fühlt sich immer noch fremd an. Gerade bei langen Schlägen ins Grün fehlt mir bei den King F7 ab dem Eisen 6 der gewohnte Ballflug, um den Ball auf dem Grün auch halten zu können. Die Schläge kommen zu flach oder mit zu wenig Spin ins Grün, so dass der Ball übers Grün läuft.

Diese Beobachtung habe ich auch mit den gleichen Schlägern (4,5,6) vom Tee gemacht, teilweise ist das Eisen 6 mit Roll über die 200m Grenze gegangen, was einfach schwierig zu spielen ist. Rund ums Grün und aus Schräglagen habe ich mit den Wedges keinen Spaß gehabt – fett getroffene Schläge aus 80 Metern oder dünne Chips, die 30 Meter hinter dem Grün liegenbleiben haben den Rundenscore oft verhagelt. Da scheint es einfach mehr Übung und Gefühl zu brauchen, als dass diese Sondersituationen auf dem Platz mit den ONE Length Eisen einfach zu handeln wären.

Nicht 100% glücklich bin ich ganz persönlich mit dem Schlägerkopf, speziell im Vergleich zu meinen MP-5, die ich derzeit spiele. Die King F7 sind einfach am ganz anderen Spektrum der Bauarten und der deutliche Offset, die breitere Sohle und die deutlich dickere Topline sind in meinen Augen nicht so sexy wie das gewohnte Bild am Ball. Cobra Golf bietet z.B. auch die King Forged als ONE Length Modell an, die mich optisch deutlich stärker ansprechen.

Was total positiv ist, ist die Tatsache, dass sich das Spielen mit den ONE Length Eisen merklich auf meinen Schwung mit den „normalen“ Eisen ausgewirkt hat. Mehr Stabilität und Ruhe im Schwung habe speziell dann bemerkt, wenn ich auf der Range oder auf dem Platz erst die King F7 ONE und dann meine MP-5 gespielt habe. Für alle, die mit Golf neu anfangen oder einfach wenig Zeit zum Trainieren haben, halte ich die King F7 für einen genialen Schlägerkopf und speziell als ONE Length für eine echte Erleichterung des Spiels."

Die OL Eisen von Cobra wurden erfolgreich unter die Lupe genommen

Nach der intensiven und energischen Testphase steht das Urteil des Golf Post Produkttesters nun also fest und uns von Golf Post bleibt an dieser Stelle nur noch ein Dank an Markus für seine ausgiebigen Tests und seine spannenden Videos und natürlich an Cobra Golf, die sich diesem Test gestellt haben und die One Length Eisen zur Verfügung gestellt haben. Alle die nun Interesse haben, die One Length Eisen einmal selber zu testen, sollten bei einem der Cobra-Fitter vorbeischauen und das One-Length-Konzept unter die Lupe nehmen.

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