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Der Ryder Cup – Millionengeschäft ohne Preisgelder

Diese Veranstaltung ist eine Wucht: Der Ryder Cup ist medial, finanziell und emotional DAS Golf-Sportereignis des Jahres.

Der Ryder Cup ist ein Millionengeschäft - doch Preisgelder werden nicht ausgeschüttet. (Foto: Getty)
Der Ryder Cup ist ein Millionengeschäft - doch Preisgelder werden nicht ausgeschüttet. (Foto: Getty)

Der Ryder Cup wird bereits seit 1927 ausgetragen und hat sich mittlerweile zum wichtigsten Golf-Mannschaftsturnier entwickelt. Alle zwei Jahre treffen die besten Golfer aus Europa und Amerika im Wechsel aufeinander. Obwohl in diesem Turnier kein Preisgeld ausgeschüttet wird, ist es für alle Spieler das emotionalste Aufeinandertreffen mit den Kontrahenten. Beim Ryder Cup geht es nicht um üppige Preisgelder wie in Augusta oder gar einen 10-Millionen-Dollar-Jackpot wie beim FedExCup-Finale. Stattdessen treten die 24 Spieler nur für ihren Kontinent und das Prestige an.

"Fünf Pfund pro Spieler und eine Siegesfeier mit Champagner und Hühnchen-Sandwiches" hatte Wettbewerbserfinder Samuel Ryder beim ersten Turnier für die Gewinner ausgelobt. In der Zeit bis 1977 trafen die Amerikaner dabei aber nicht auf Europa, sondern trugen die Wettkämpfe mit Großbritannien und Irland aus. Nach vielen einseitigen Begegnungen entschloss man sich dazu, gegen ganz Europa anzutreten. Dies auch unter dem Aspekt einer besseren Vermarktung.


Weltweites Interesse

Seit dieser Zeit ist auch das mediale Interesse weltweit sprunghaft angestiegen. Das Fernsehen hat den Ryder Cup 2010 in Wales beispielsweise in rund 185 Länder und in ca. 620 Millionen TV-Haushalte übertragen. Rund 1,5 Millionen Menschen informierten sich täglich während der Veranstaltungswoche auf der offiziellen Internetseite. Die Gastgeber in Wales generierten 90 Millionen Euro Umsatz. Nach einer Studie der IFM Sportsmarketing erzielte die Region Südwales weitere 70 Millionen US Dollar für Einnahmen im touristischen Bereich.

Beim Ryder Cup 2012 in Amerika schätzten Experten die Einnahmen des Veranstalters auf über 100 Millionen Euro Umsatz, auch bedingt durch einen neuen Fernsehvertrag der PGA. Die US-Fernsehsender CBS und NBC sicherten sich mit einem Zehn-Jahres-Vertrag die Übertragungsrechte bis 2022. Dies gab Tour-Chef Tim Finchem bekannt. Über den finanziellen Umfang des Deals wurden keine Angaben gemacht. Der Preis dürfte geschätzt zwischen 200 und 250 Millionen Dollar pro Jahr liegen (140-175 Millionen Euro). Weitere Einnahmen generierte die PGA of Amerika als Lizenznehmer des Ryder Cups für ca. 80 Sponsoren- und Hospitality-Paketen in 250 Unternehmen.



Ryder Cup Europe LLP hat in der "alten Welt" das Sagen

Für die Durchführung/Organisation des Ryder Cup  in Europa ist Ryder Cup Europe LLP mit Sitz in London verantwortlich. Die Ryder Cup Europe LLP hat im Anforderungskatalog eine sogenannte „Commercial Rights Fee“ in Höhe von bis zu 18 Mio. Euro angesetzt. Bei dieser Summe handelt es sich um einen Richtwert, der von jeder Bewerbernation entsprechend den Möglichkeiten individuell festgelegt werden kann. Diese Mittel verwendet die Ryder Cup Europe LLP unter anderem dafür, um weltweit für den Ryder Cup und dabei natürlich auch für das Gastgeberland Werbung zu betreiben. Ungefähr die Hälfte dieser Summe, so schätzen Experten von IMG, verbleiben bei der Ryder Cup Europe. Weitere Einnahmen in Millionenhöhe werden auch in Europa durch Sponsorenverträge ermöglicht. So waren 2010 in Wales die Globalplayer Mastercard und HP als Hauptsponsoren am Start. Emirates als weltweit tätiger Golfsponsor hat in 2010 erstmals einen Ryder Cup unterstützt und 2012 einer der Partner des europäischen Teams. In diesem Jahr ist Emirates neben Rolex, Aberdeen Standard Investments und BMW einer der vier offiziellen Partner vom Ryder Cup 2018.

Einnahmen steigen vermutlich

Für eine vernetzte Unternehmenskommunikation ist also der Ryder Cup als eines der weltweit größten medialen Sportereignisse die Plattform, um ohne große Streuverluste Zielgruppenrelevante Sponsoring Pakete zu platzieren. Die Einnahmen sind 2014 in Gleneagles weiter gestiegen, und werden es 2018 in Frankreich vermutlich wieder tun.

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