Aktuell. Unabhängig. Nah.

Golfen mit Kind: Zwischen Vaterfreuden und Handicap-Kampf

Andreas Rotte ist ein Glückspilz. Er betreibt den schönsten Sport der Welt und ist vor einiger Zeit Vater geworden. Wie er das kombiniert, verrät er nun.

Der Golf Post Gastautor Andreas Rotte berichtet von seinen Erfahrungen beim Golfen mit Kind (Foto: Andreas Rotte)
Der Golf Post Gastautor Andreas Rotte berichtet von seinen Erfahrungen beim Golfen mit Kind (Foto: Andreas Rotte)

Ich erinnere mich noch sehr deutlich an die Kommentare kurz nach der Geburt: "Na dann kannst du ja jetzt deine Schläger in den Keller stellen. Mit Baby spielst du eh kein Golf mehr". "Wenn die wüssten!", dachte ich mir. Wenn die wüssten wie voll so ein Keller plötzlich mit Babysachen ist. Da wäre gar kein Platz mehr für meine Schläger. Aber das kommt für mich sowieso nicht in Frage, sagte ich mir. Schließlich habe ich ja auch ein paar Wochen Elternzeit. Da wird sich schon auch noch Zeit zum Golfen mit Kind finden.

Golfen mit Kind ist eine harte Herausforderung

Man war ich naiv! Mittlerweile ist mein kleiner Birdiebär neun Monate alt und ich um etliche Erfahrungen reicher. Die Elternzeit ist nämlich keineswegs eine ELTERNzeit, sondern eine reine Babyzeit. Golf mit Kind? Was ist überhaupt Golf? Kann man dabei schlafen? Spoiler vorweg... man kann! Die ersten Wochen und Monate waren wirklich extrem anstrengend. Spannend und schön ohne Zweifel, aber eben auch sehr anstrengend. Ich erinnere mich noch an meine erste 18 Loch-Runde ca. 2-3 Wochen nach der Geburt. Es war unsere Clubmeisterschaft und ich habe dafür Ausgang bekommen.

Ich kann euch sagen, ich habe mich gefühlt wie der letzte Anfänger auf dem Platz. Der Schwung unrund, kraftlos und ohne jede Körperspannung. Ich schlafwandelte nur so über den Platz. Dementsprechend fiel dann auch die Scorekarte aus. Aber wisst ihr was? Es war mir auf der Clubterrasse völlig egal! Hauptsächlich allerdings, weil ich augenblicklich in einen tiefen Schlaf mit offenen Augen verfallen bin. Aber so nach und nach habe ich für mich auch sehr positive Seiten für das Golfen entdeckt. Dass das Leben mit Kind das Schönste auf der Welt ist, brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen.

Das Baby als Erfolgfaktor beim Golfen

Natürlich gibt es golferisch gesehen einige Nachteile oder sagen wir besser Herausforderungen: Man spielt die Bahnen des Heimatclubs nicht mehr wie im Schlaf, sondern IM Schlaf. Man findet deutlich weniger Zeit zum Trainieren und Spielen und ausgeschlafen zum Turnier fahren wird sobald nicht mehr vorkommen. Wenn man auf dem Platz einen Baby-Hasen sieht, fängt man spontan an zu jauchzen und kriegt feuchte Augen.



Deine Mitspieler können keine Baby-Geschichten mehr hören. Aber ich habe für mich auch viele tolle Punkte gefunden, die mir tatsächlich bei meinem Golfspiel helfen: Die wenigen Male, die man trainieren geht, trainiert man fokussierter und gezielter. Schluss mit bloßem Bälle kloppen. Man macht sich schon Zuhause einen Plan, was man trainieren möchte/sollte, um die Zeit optimal nutzen zu können.

Die Motivation beim Training ist extrem hoch

Je schwerer die Babies werden, desto trainierter werden die eigenen Arme. Mit Baby-Sabber kriegt man Golfbälle wunderbar sauber! Das Beste: Man nimmt das Spiel nicht mehr ganz so ernst und lernt es dadurch richtig zu genießen. Denn egal wie gut oder schlecht man spielt, es wartet immer jemand Zuhause, der einen freudestrahlend in Empfang nimmt, sobald man zur Tür reinkommt. Daher bin ich davon überzeugt, das mein Baby mich zu einem besseren Golfer macht!

Bleiben aber noch drei abschließende Fragen zum Golfen mit Kind

Mit wieviel Jahren kann ich mein Kind eigentlich zum Golftraining anmelden?



Hat jemand einen Kontakt zu TaylorMade? Schließlich läuft der 120 Millionen Vertrag von Rory doch in 10 Jahren aus. Bis dahin spielt mein Kleiner garantiert schon Golf.

Wer hilft mir beim Keller aufräumen??

Mit Turkish Airlines in der Business Class nach Dubai

Zusammen mit unserem Partner Turkish Airlines verlosen wir einen unvergesslichen Trip für zwei Personen in der Business Class nach Dubai.

Schlagworte:

4 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Hallo Claudia,
    ich war jetzt vor 2 Wochen mit meinen 5jährigen auf dem Golfplatz auf eine 9 Loch Runde. Die kleinen bestimmen da eigentlich das Tempo und bilden dein 2. Handicap 😉

    Nach uns kam eine junge Familie, die ein Baby mit auf die Runde genommen haben. Das Kind wird ca 4-5 Monate alt gewesen sein.

    Du siehst, es ist möglich. Nur musst du dich dran gewöhnen, das dein Golf jetzt anders abläuft.

    Viel Glück für die Geburt

    Antworten

  2. Mich würde ja mal brennend ein Erfahrungsbericht einer Golferin interessieren. Ich bin selber im 8. Monat schwanger und spiele noch 2-3 18-Loch Runden pro Woche. Das wird so schnell nach der Geburt sicher nichts, aber 9 Loch sollten schon drin sein 😉 Vielleicht könnt Ihr auch herausfinden, auf welche Plätze man die Kleinen mitnehmen darf?

    Antworten

    • Tobias Hennig

      Liebe Claudia,
      das ist toll, dass du trotz der glücklichen Umstände noch so aktiv bist auf dem Platz. Wie wäre es denn, wenn du uns einen Erfahrungbericht schreibst? Unser Autorenpool enthält leider noch keine Schwangeren oder jungen Mütter. 😉

      Liebe Grüße
      Team Golf Post

      Antworten

      • Maike Blankartz

        Hallo Tobias,
        mein kleiner Sohn ist nun schon 7 Monate und wir nehmen ihn auch mit zum Trainieren und Golfen. Ich hätte Interesse einen Artikel zu schreiben. :)
        LG Maike

        PS @ Andreas Rotte, vielen Dnk für deinen tollen Artikel