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GolfSixes: Golf im Champions-League-Format

GolfSixes ist Keith Pelleys neuster Plan, Golf mehr Reichweite zu verschaffen. Das Team-Event im Matchplay Format soll für Ryder-Cup-Atmosphäre sorgen.

Mit dem neuen Team-Event GolfSixes möchte Keith Pelley Ryder-Cup-Atmosphäre einfangen. (Foto: Getty)
Mit dem neuen Team-Event GolfSixes möchte Keith Pelley Ryder-Cup-Atmosphäre einfangen. (Foto: Getty)

Schneller und spektakulärer, so will European-Tour-Chef Keith Pelley den Golfsport sehen, um mehr Zuschauer zu gewinnen. Mit Events wie der Hero Challenge im Vorfeld des British Masters und dem Pressure Putt Showdown hat die European Tour bereits die ersten Schritte gemacht um diese Vision umzusetzen. Eine Woche vor dem Start eines weiteren dieser Events, dem World Super 6 in Australien, stellt Pelley das nächstes Projekt vor: GolfSixes, ein Team-Event im Sechs-Loch-Matchplay-Format, das besonders die junge Generation der Fans ansprechen soll.

Golf im Champions-League-Format

Vom 6. bis zum 7. Mai treten im Centurion Golf Club in St. Albans, England 16 Zweierteams unterschiedlicher Nationen gegeneinander an. Am Samstag wird es eine Gruppenphase geben, wie man sie aus Fußballwettbewerben und anderen Sportarten kennt. In vier Gruppen à vier Teams treten die Golfer gegeneinander an. Gespielt wird im Greensomes-Format, bei dem beide Spieler vom Tee abschlagen, der bessere Schlag gewählt und von dort abwechselnd weitergespielt wird, bis das Loch beendet ist. Für jedes gewonnene Loch gibt es einen Punkt, das Team mit den meisten Punkten gewinnt das Match.

In der Gruppenphase erhalten die Teams drei Punkte für ein gewonnenes Match, einen Punkt für ein geteiltes Match. Die beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen in die K.O.-Runde ein. Am Sonntag stehen Viertelfinale, Halbfinale, das Spiel um Platz 3 und das Finale an. Der Preisgeldpool liegt bei einer Millionen Euro. Das bedeutet jeweils 100.000 Euro für die Sieger und ein Minimum von 15.000 Euro für jeden Teilnehmer.

Wie viele namhafte Spiele das Turnier anziehen kann steht allerdings noch in den Sternen, findet es doch in der Woche vor der Players Championship statt. Gebildet werden die Teams aus de höchstplatzierten (und verfügbaren) Spielern jeder Nation auf der Exemption Category List der European Tour, Stand 13. März 2017 und einem von diesem Spieler ausgewählten Landsmann. Indem die Teams als Nationen gegeneinander antreten will Pelley eine Ryder-Cup-Atmosphäre schaffen. "Wir wollen versuchen, der nationalen Leidenschaft mit diesem Format nachzueifern", so Pelley.



Zuschauer und Spieler einander näher bringen

Das Format ist nicht die einzige Besonderheit dieser Veranstaltung. Auch für die Zuschauer soll es ein einzigartiges Erlebnis werden. Tribünen um Tees und Grüns herum, Musik und Feuerwerk am ersten Tee zur Unterhaltung. Besonders aber sollen die Spieler den Zuschauern näher gebracht werden. Dafür erhält jeder Spieler ein Mikrofon, um die Zuschauer näher ans Geschehen heranzubringen. "Wenn wir fünf Jahre in die Zukunft schauen, kann ich mir nicht vorstellen, dass nicht alle Spieler ein Mikrofon tragen", erklärte Pelley. "Das ist die Richtung in die Sport sich bewegt, die Leute wollen von den Stars hören." Zusätzlich werden die Spieler dazu angehalten, mit den Zuschauern zu interagieren, auf und neben dem Platz.

Keith Pelley zielt auf die "Millenials"

Doch nicht nur die Leute vor Ort, auch für die Zuschauer vor den Bildschirmen soll einiges geboten werden. Sky Sports hat bereits zugesagt, das Turnier live zu übertragen. Neben innovativen Blickwinkeln wie POV-Kameras aus der Sicht der Spieler, Caddie-Cams und Interviews direkt auf dem Platz soll es interaktive Elemente geben: Online-Umfragen, Inhalte speziell für die sozialen Medien und auch von den Nutzern selbst gestaltete Inhalte. Als Fokus nennt der CEO der European Tour hier eine ganz besondere Zielgruppe: die Millennials, die kurz vor der Jahrtausendwende geborene Generation, die in einer digitalen Welt aufgewachsen ist. "Ich glaube, dieses Format wird die Millennials erreichen, nicht nur durch das schnelle und aufregende Spiel, sonder auch durch das interaktive digitale Erlebnis für die Fans auf dem Platz und die neuartige TV-Berichterstattung für die Leute zu Hause."

Wie sehr das Projekt GolfSixes Pelley und der European Tour am Herzen hängt, wird schnell deutlich. Denn einen Sponsor gibt es nicht. Das Risiko und die eine Millionen Euro Preisgeld trägt die Tour selbst. "Es ist  eigenständiges Event das wir übernehmen und finanzieren. Falls sich noch ein Sponsor findet, gut, aber es soll hauptsächlich den Beweis erbringen, dass das Konzept funktioniert" erklärt Pelley. "Wenn du es baust, werden sie kommen."

1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Ich freue mich auf die neuen Formate und auch das, was daraus entstehen kann.
    Manches erscheint mir beim drumrum um die Turniere, ein wenig zu viel aber es probiert erst einmal jemand was zu ändern. Das allein ist schon mal viel Wert. Das es von der ET kommt, ist ein zusätzliches Plus.
    Es gab ja vor Jahren schon mal eine Versuch mit PowerGolf aber das ist wohl leider an der nötigen Unterstützung seitens der Tour gestorben.
    Drücken wir dem Chef die Daumen, das diese Turniere keine Eintagsfliege sind und das man aus den gesammelten Erfahrungen, ein Zukunftsträchtiges Format entwickelt, was auch Nichtgolfer als Zuschauer fesseln kann.

    bis denne
    rebel

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