Golftraining: Vermeiden Sie Frust durch erwartungsloses Golf
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Golftraining: Vermeiden Sie Frust durch erwartungsloses Golf

Fabian Bünker zeigt Ihnen, wie Sie für Frust sorgende, ergebnisorientierte Erwartungen loslassen und sich während der Golfrunde auf das konzentrieren, was Sie kontrollieren können.

Fabian Bünker gibt Tipps, wie Sie mit Ihrem Golftraining Schläge auf der Runde einsparen können. (Foto: Golf Post)
Fabian Bünker gibt Tipps, wie Sie mit Ihrem Golftraining Schläge auf der Runde einsparen können. (Foto: Golf Post)

Golftraining: Weniger Frust durch erwartungsloses Golf

Fabian Bünker und Stefan Kloppe haben gemeinsam eine Reihe von Videos konzipiert, in denen sie Ihnen helfen wollen, Ihr Golfspiel zu verbessern. In dieser Ausgabe geht es um den Umgang mit Erwartungen auf dem Golfplatz. Indem Sie lernen, erwartungslos zu golfen wird Ihre Runde auf dem Golfplatz wesentlich entspannter verlaufen.

Golf ist ein toller Sport und trotzdem sind viele Golfer nach ihrer Runde total frustriert. Egal wie gut sie gespielt haben, irgendetwas gibt es immer, das besser hätte sein können. Vielleicht geht es Ihnen genau so. Das Ziel dieser Lektion ist es, Ihnen beizubringen, wie sie glücklich und zufrieden mit Ihrem Spiel werden, indem sie ohne Erwartungen golfen. Erwartungslos golfen bedeutet, den Fokus weg vom reinen Ergebnis des Schlages und hin auf Dinge zu lenken, die Sie selber bestimmen können.

Schritt 1: Nicht jeder Schlag muss perfekt sein

Der erste Schritt in Richtung mehr Zufriedenheit und bessere Scores ist, zu verstehen, dass nicht jeder Schlag perfekt sein muss. Tommy Armour sagte: "Der Durchschnittsgolfer trifft, wenn er Glück hat, auf einer Runde acht- oder zehnmal richtig. Alle anderen Schläge sind brauchbare Fehlschläge." Die Erwartung, jeder Schlag müsse 100 Prozent perfekt sein, ist nicht erfüllbar. Wenn es nicht einmal den besten Spielern der Welt gelingt, jeden Schlag perfekt zu spielen, wieso erwarten Sie als "Durchschnittsgolfer" dies von sich?

Golf ist ein Sport, in dem sich nicht alles kontrollieren lässt, egal wie sehr Sie es versuchen. Es gibt zu viele Faktoren, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen, allein dadurch, dass es in der Natur gespielt wird. Aber nach 18 Löchern zählt nur: „No pictures on the Scorecard" - es spielt keine Rolle, ob Sie Ihren Ball perfekt oder schlecht geschlagen haben. Denn der Sinn des Spiels ist es nicht, den Ball perfekt zu treffen. Der Sinn des Spiels ist, den Golfball mit möglichst wenigen Schlägen einzulochen. Diesen theoretischen Gedanken gilt es, praktisch auf dem Golfplatz und auch unter Druck im Turnier umzusetzen. Der Trick: Erwartungslos golfen!

Schritt 2: Kontrollierbares kontrollieren

Golfer versuchen in der Regel, vor jedem Schlag in die Zukunft zu sehen und das Ergebnis des Schlages zu prognostizieren. Diese Prognose nehmen sie als ultimatives Ziel bzw. als schon feststehendes Ergebnis an und gleichen diese Erwartung dann mit dem tatsächlichen Resultat ab. Wenn die Erwartung und die Realität nicht zusammen passen, entsteht Frust. "Erwartungslos" hingegen bedeutet, dass es eben keine Prognose über ein zukünftiges, mögliches Ergebnis gibt und somit diese Differenz zwischen Erwartung und Realität gar nicht erst entstehen kann. Anstatt auf dem Ergebnis des Schlages, welches Sie nicht kontrollieren können, sollte Ihr Fokus auf Dingen liegen, die kontrolliert werden können.



Indem Sie lernen, die in Ihrer Macht stehenden Dinge so durchzuführen, dass sich Ihre Erfolgschancen auf dem Golfplatz erhöhen, kann sich auch Ihr Handicap verbessern. Folgende Dinge können Sie unter anderem auf dem Golfplatz kontrollieren:

  • Ihre Vorbereitung auf den Schlag, auf die Runde, auf das Turnier
  • Ihre Emotionen
  • Ihre Körpersprache
  • Ihre Gedanken
  • die Schlägerwahl
  • Ihre Trainingsintensität
  • Ihre Ernährung

Außerhalb Ihrer Kontrolle befinden sich hingegen folgende Faktoren:

  • das Wetter
  • den Platzzustand
  • Ihre Mitspieler
  • das Ergebnis Ihres Schlages
  • Glück und Pech
  • Ihre Startzeit
  • die Qualität der Driving-Range-Bälle

Kontrollieren, was Sie kontrollieren können, heißt, sich mit der Qualität Ihres eigenen Handelns auseinander zu setzen. Je höher die Qualität Ihrer Schlagvorbereitung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen guten Schlag spielen. So wird Ihr Ergebnis besser, ohne, dass Sie sich direkt auf dieses konzentrieren. Es gilt das Motto: „Verfolge dein Ziel, ohne dein Ziel zu verfolgen.“

Schritt 3: Erwartungslos golfen

Mithilfe eines dreiteiligen Prozesses lernen Sie das erwartungslose Golfen.

Erstens: Definieren Sie vor jeder Golfrunde eine Handlung, die Sie auf der zu spielenden Runde kontrollieren möchten. Zum Beispiel, dass Sie ihre Pre-Shot-Routine jedes mal zu 100 Prozent durchlaufen.



Zweitens: Schreiben Sie diese Handlung als Titel auf eine eigene Scorekarte. Eine Vorlage zum Ausdrucken finden Sie unter dem untenstehenden Link.

Drittens: Bewerten Sie diese Handlung nach jedem Schlag anhand einer Notenskala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft). Am Ende der Runde können Sie dann eine Durchschnittsnote errechnen.

Details zu der Notenskala, sowie Vorlagen zum Ausdrucken und Fragen, die Ihnen bei Ihrer anschließenden  Rundenanalyse helfen finden Sie hier:

Golftraining: Richten Sie den Fokus auf sich selbst

Durch dieses Vorgehen lenken Sie den Fokus von Ihrem Score auf die Noten, die Sie sich selber geben. Der Score wird ein Produkt Ihrer Noten. Je besser Ihre Noten, desto besser wird  auch Ihr Score werden. Konzentrieren Sie sich selbst in Runden, in denen es Score-mäßig nicht so gut läuft, darauf, sich möglichst gute Noten geben zu können. Sie werden feststellen, dass Glück oder Pech unbedeutend werden, wenn es nur noch um die Bewertung Ihrer eigenen Handlung geht. Anhand einer gesonderten Rundenanalyse können Sie sogar ablesen, warum eine Runde gut oder nicht so gut gelaufen ist. Eine Vorlage für diese Rundenanalyse finden Sie unter dem oben stehenden Link. Sie werden erkennen, dass nicht ein vermeintlich schlechter Schlag schuld an Ihrem Ergebnis ist, sondern Ihre eigenen Handlungen.





Durch dieses Prozedere lenken Sie den Fokus von Ihrem Ergebnis weg auf eine kontrollierbare Handlung, beispielsweise die genaue Ermittlung der Entfernung vor Ihrem Schlag. Wichtig ist, dass Sie erwartungslos bleiben. Stellen Sie keine Prognosen über das Ergebnis des Schlages, des Loches oder der Runde an.

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