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„Ein Major kann man nur gewinnen, wenn man auch teilnehmen darf“

Bernd Ritthammer und Alexander Knappe blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Golf Post erzählen sie von Erfahrungen, Wünschen und einem großen Traum.

Bernd Ritthammer (l.) und Alexander Knappe blicken auf ihre erfolgreichste Saison zurück.
Bernd Ritthammer (l.) und Alexander Knappe blicken auf ihre erfolgreichste Saison zurück. (Foto: Getty)

Mit einem Blick zurück auf das vergangene Golfjahr drängt sich beim Erfolgsduo Alexander Knappe und Bernd Ritthammer der Vergleich zu einem guten Wein auf: Je länger er reift, desto besser ist schließlich das Ergebnis. Mit 27 und 29 Jahren gehören die beiden Deutschen nicht mehr wirklich der Garde junger Draufgänger im Tourzirkus an. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Gerade wegen ihrer Erfahrung dominierten sie die Challenge Tour 2016 phasenweise nach Belieben und drückten dem Geschehen ihren Stempel auf.

Bernd Ritthammer und Alexander Knappe - Aufstieg eines Erfolgsduos

Im exklusiven Interview mit Golf Post erklären die beiden Profis ihren Durchbruch, was sie gelernt haben und warum sie in Zukunft auf vieles besser vorbereitet sein werden.

Golf Post: Was für ein Jahr! Ihr habt gemeinsam fünf Siege eingefahren. Wie fällt Euer Fazit aus, wenn Ihr auf die vergangenen Monate zurückblickt?

Bernd Ritthammer: Ich erinnere mich an mein meist solides Spiel mit einigen Höhepunkten, aber auch einige schwache Wochen. Das Schöne war, dass sich die großen Erfolge übers Jahr verteilt haben. Es war nicht so, dass ich ein halbes Jahr schlecht gespielt hätte und dann am Ende zur Hochform aufgelaufen wäre.



Alexander Knappe: Bei mir war es sehr konstant und erfolgreich, mit der Möglichkeit, nun European Tour zu spielen. Ich habe einen großen Schritt nach vorne gemacht. Deshalb also eine sehr gute Saison gespielt.

Golf Post: Was war dabei das absolute Highlight?

Alexander Knappe: Der erste große Sieg [in der Schweiz, Anm. d. Red.]! Vor allem die Putts auf der 18. Es waren circa 15 Meter und ich habe den Ball wenige Zentimeter ans Loch gelegt. Der Weg zum Ball, als ich wusste, dass ich gewonnen habe und die Erleichterung spürte, das war der schönste Moment.

Bernd Ritthammer: Wahrscheinlich der Sieg in Irland. Das war der entscheidende Schritt, der mich von 'ich habe eine gute Chance, in die Top 15 zu kommen' zu 'ich bin eigentlich zu 100 Prozent in den Top 15' gebracht hat und das schon Anfang September. Außerdem bin ich dort als Führender in die Finalrunde gegangen, habe einen schlechten Start erwischt und trotzdem mit ein paar Schlägen Vorsprung solide gewonnen.



Golf Post: Ihr wart im Laufe der Saison in verschiedensten Situationen. Was habt Ihr für die Aufgaben auf der European Tour gelernt?

Bernd Ritthammer: Gelernt habe ich, dass ich aus vielen sehr talentierten Spielern als einer der Besten hervorgehen kann und ein Turnier mit Führung nach dem Moving Day nach Hause spielen kann. Das habe ich zweimal gezeigt – in Irland und im Oman. Ich nehme also viel Selbstbewusstsein und das Gefühl mit, dass ich tatsächlich bereit bin für die noch größere Bühne.

Alexander Knappe: Die Situation, nach drei Runden vorne zu sein hat mir viel gebracht. Auch, wie ich mich aus schwierigen Situationen befreien kann, wenn es mal nicht so gut läuft. Das waren die wichtigsten Erfahrungen in dieser Saison.





Golf Post: Was traut Ihr Euch konkret für das kommende Jahr zu?

Alexander Knappe: Ich traue mir zu, dass ich konstant gut spielen kann. Ich weiß nicht wie weit oben ich tatsächlich landen kann, aber im Endeffekt ist das Spiel [auf der European Tour, Anm. d. Red.] ja nicht anders. Wenn man gute Ergebnisse hat, kann man schon um einen Sieg mitspielen.

Bernd Ritthammer: Mein Ziel ist es, in die Top 60 zu kommen und am Ende des Jahres in Dubai aufteen zu dürfen. Ich glaube, das kann ich erreichen. Ich gehe nicht demütig hoch und sage 'ein paarmal Top 10 wäre schon ganz gut', denn erstens ist das nicht mehr ganz Neuland für mich und zweitens weiß ich, dass ich stark genug spielen kann, um ein Turnier gewinnen zu können. Wichtig ist auch, sich halbwegs komfortabel zu fühlen – also nicht nach drei Runden auf Platz zwei oder drei liegend zu denken: 'Oh Gott, jetzt spiele ich mit großen Namen und werde total untergehen!' Es kann passieren, aber ich glaube nicht, dass mich dies so einschüchtert, wie es noch vor zwei, drei Jahren gewesen wäre.

Golf Post: Den ersten Schritt habt Ihr eindrucksvoll gemeistert. Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?

Bernd Ritthammer: Ich würde mich gerne in den Top 50 der Welt festsetzen. Wohin die Reise wirklich geht, weiß ich natürlich nicht, das hängt von vielen Faktoren ab - auch von Gesundheit und Verletzungsfreiheit. Auf der ganz großen Bühne zu spielen, war aber immer mein Ziel und das ist es nach wie vor. Ein Major kann man schließlich nur gewinnen, wenn man auch teilnehmen darf. (lacht)

Alexander Knappe: Ich habe mir dazu noch keine Gedanken gemacht. Im Moment muss ich mich erst einmal mit meinem Spiel und allem Drum und Dran weiterentwickeln. Ich kann nur sagen, wo ich mich nächstes Jahr sehe: auf der European Tour. Und, dass ich mal um einen Sieg mitspielen kann. Ich will gar nicht weiter vorausschauen, weil man die Entwicklung abwarten muss. Natürlich würde ich mich am liebsten irgendwo oben in der Tour sehen.

Golf Post: Ihr habt mit Euren Erfolgen in der Weltrangliste große Sprünge gemacht. Wenn wir den Faden weiterspinnen und die Ergebnisse zu Beginn des Jahres passen, dann könnte es noch mit einer Einladung zum Masters klappen. Welchen Platz würde die Einladung des Augusta National bei Euch zu Hause bekommen?

Alexander Knappe: Ich habe ein Regal, wo ich meine wichtigsten Pokale sammle – ich glaube, die Einladung zum Masters würde die höchste Stufe bekommen.

Bernd Ritthammer: Da ich ja in München wohne und man sich da keine allzu große Wohnung leisten kann, habe ich gar nicht so viel Platz. (lacht) Ich würde sie vielleicht über mein Bett hängen.

Golf Post: Vielen Dank für tolle Golfmomente 2016 und alles Gute für die neuen Herausforderungen!

Das Interview führte Lars Kretzschmar.

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