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Martin Kaymer: „Jedesmal kommt mir dieser eine Schlag in den Sinn“

Martin Kaymer über Erfolg und Misserfolg, Beziehungen und sein besonderes Verhältnis zur Abu Dhabi HSBC Championship.

Martin Kaymer vor Abu Dhabi HSBC Championship
Vor der Abu Dhabi HSBC Championship nahm sich Martin Kaymer Zeit für einen persönlichen Blogeintrag für die European Tour. (Foto: Getty)

Dass sich Martin Kaymer in Abu Dhabi wohlfühlt, ist kein Geheimnis. Immerhin holte er hier bei der Abu Dhabi HSBC Championship, bei der er auch in dieser Woche wieder antritt, den ersten European-Tour-Sieg seiner Karriere - und ließ am selben Ort noch zwei weitere folgen. Dementsprechend war die deutsche Nummer eins guter Dinge, als sie sich Zeit nahm, für die European Tour einen Blogeintrag zu verfassen, in dem er sich über Berufliches wie Persönliches ausließ.

"Ein Kreislauf des Erfolgs"

Wie bereits erwähnt, hat der 32-Jährige ein Faible für Abu Dhabi - kein Wunder also, dass er mit einer kleinen Lobeshymne an den Platz seinen Blogeintrag beginnt: "Wenn man in seiner Karriere ein oder zwei Golfplätze finden kann, die so gut zu dir passen wir der Abu Dhabi Golf Club zu mir, dann kann man sich nicht beschweren." Es sei ein Ort, den er gänzlich genieße, sehe bereits "eine Menge guter Schläge hier, noch bevor ich sie mache." Wenn diese gelängen, "was hier über die Jahre ein paarmal passiert ist, dann kann man auch daraus Selbstvertrauen ziehen. Es ist ein Kreislauf des Erfolgs."

Auch das Essen, die Menschen und die Atmosphäre sorgten dafür, dass er sich hier wohlfühle, so Kaymer, sowie natürlich seine Siege, die er 2008, 2010 und 2011 hier errang. Sein erster ist inzwischen neun Jahr her, "aber meine Erinnerung an den Moment ist völlig klar. Mein zweiter Schlag am 18. Loch war ein 3er Holz vom Fairway, einen hohen Fade, der kurz vor dem Grün landete, und dann hab ich mit zwei Putts zum Birdie eingelocht. Jedesmal, wenn ich jetzt an Abu Dhabi denke, kommt mir dieser [eine Schlag] in den Sinn."

Allerdings hatte der Rheinländer in Abu Dhabi nicht nur Erfolge - vor zwei Jahren passierte etwas, das er als "einen der prägendsten Momente" seiner Karriere bezeichnet. Die Rede ist von den zehn Schlägen Vorsprung, mit denen er in den Finaltag startete, die ihm aber nur den dritten Platz einbrachten. Der Grund war eine "schlechte Back Nine, die jederzeit hätte passieren können, aber das ist an einem Sonntagnachmittag passiert und das macht es natürlich dramatisch. [...] Mental war es eine Achterbahnfahrt, ja, aber ich würde sagen, dass man von dieser Art Erfahrung genauso viel lernt wie durch das Siegen. Das ist das Spiel, das wir spielen."



Hartes Training, aber auch Zeit für's Vergnügen

Seine Off-Season, so der zweifache Majorsieger, sei "geschäftig, aber angenehm" gewesen. Entspannung auf Bali, Treffen mit Tourkollegen, ein Familienbesuch und mehrere intensive Trainingswochen, erst in Phoenix und zuletzt in Dubai standen für ihn während der Weihnachtspause und des Jahresübergangs im Kalender. Diese Trainingsperioden habe er in den beiden Wintern zuvor ausfallen lassen, gibt er zu - und ist froh, es dieses Jahr anders gemacht zu haben: "Ich habe das Gefühl, diese drei oder vier Wochen harter Arbeit in Phoenix haben mich sehr gut auf die gesamte Saison vorbereitet." Zeit für ein wenig Spaß habe er allerdings trotzdem gehabt, zum Beispiel, "als ich es bei einem Neun-Loch-Linkshänder-Wettbewerb mit meinem Bruder aufgenommen habe. Falls es Euch interessiert, ich habe 11 über gespielt. Nicht schlecht!"

Zeit für Hobbies habe man ja sonst als Profisportler selten, meint Kaymer, aber er möge es, "zu anderen Sportevents wie zum Fußball [...] zu gehen, oder einfach zu Hause zu sein." Manchmal vergleiche er dort sein Leben mit dem alter Schulfreunde, "um zu sehen, wie ein normales Leben aussieht, denn unseres, als Golfer, ist nicht so wie das von 98 Prozent der restlichen Erdbevölkerung! Beide Welten zu verstehen ist der Schlüssel - es wäre verwirrend, nur in dieser komischen Welt, die wir haben, zu leben, ohne von den Erfahrungen anderer Menschen meines Alters zu hören."

"Ich will nicht zu massig werden"

Was sein Fitnesstraining anginge, setze er aufs Ausprobieren, immerhin habe er selbst nach zehn Jahren erst "60 Prozent des Weges zurückgelegt, um zu verstehen, auf welche Art er am besten seinen Körper trainiere." Als Golfer wolle er nicht "zu massig" werden, also achte er auf die richtigen Übungen: "Ich mag die Flexibilität, die Beweglichkeit, weil ich weiß, wie wichtig die für das Gefühl ist. Wenn du dich von Innen heraus stark fühlst, denke ich, das hilft dabei, wie man an den Golfschwung herangeht. Man ist viel leistungsstärker - auch ohne die großen Muskeln!"



Martin Kaymer umgibt sich nicht mit "Ja-Sagern"

Abseits allen Trainings ist es bekanntlich auch wichtig, den richtigen Begleiter an seiner Seite zu haben. Für Martin Kaymer ist dies schon seit Jahren sein Caddie Craig Connelly, über den er schreibt, dass er einen wichtigen Einfluss auf ihn habe: "Ich hatte ein paar Saisons, während denen ich wohl einen Blinden als Caddie hätte haben können, aber in anderen Momenten braucht man eine Menge Hilfe. Wenn du nicht so funktionierst, wie du willst, so wie ich in den letzten paar Jahren, wenn du nicht gewinnst, brauchst du jemanden, der dich am Laufen hält, und das tut Craig für mich."

Eine gleichermaßen professionelle wie auch sehr persönliche Beziehung hegt Kaymer zu seinem Bruder Philip, der gleichzeitig sein Manager ist - ein "einmaliges Verhältnis." Erstens gebe es nie einen Grund, an seinem Bruder zu zweifeln, dieser handelte stets in seinem besten Interesse, "zweitens heißt es bei ihm immer "du kommst zuerst" und das ist manchmal bei anderen Managern, egal in welcher Sportart, schwierig zu finden. Drittens kann ich mit ihm, genau wie mit Craig, sehr ehrlich sein und er kann sehr ehrlich zu mir sein. Manchmal, wenn man Sportler ist, haben Menschen diese Tendenz, immer zu allem "Ja" zu sagen, und so kann man sich nicht verbessern. Wenn man das Beste aus sich machen will, braucht man Leute um sich herum, die sehr authentisch sind und dir manchmal auch sagen, was du nicht hören willst."

2017 noch "viel zu verbessern"

Es scheint, auch Profigolfer setzen auf gute Vorsätze. Martin Kaymer hat sich für 2017 vor allem vorgenommen, "wieder konstanter zu sein. Ich will mich selbst in eine Position bringen, von der aus ich wieder gewinnen kann, weil ich das seit einer ganzen Weile nicht geschafft habe." Besonders am kurzen Spiel wolle er arbeiten - in Anbetracht der letzten paar Majors käme es eben darauf an: "Man will auch mal einen schlechten Tag haben können und trotzdem um die Grüns herum eine gute Vorstellung abliefern, um Par oder so zu spielen und ich hatte das im vergangenen Jahr [...] nicht besonders. Es gilt also viel zu verbessern!"

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