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Schafft es Mizuno mit dem JPX900 endlich in den Driver-Olymp?

Bei den Eisen schon ganz vorne dabei, will Mizuno auch endlich den Driver-Markt erobern. Mit dem JPX900 könnte dies gelingen, wie wir nach unserem Test festgestellt haben.

Mizuno greift 2017 mit einem neuen Driver, neuen Hölzern und neuen Hybriden an. Wir haben die Schläger für Sie bereits getestet. (Foto: Mizuno)
Mizuno greift 2017 mit einem neuen Driver, neuen Hölzern und neuen Hybriden an. Wir haben die Schläger für Sie bereits getestet. (Foto: Mizuno)

Die puristischen und teils makellosen Blades und Cavity-Back-Eisen der japanischen Equipment-Schmiede Mizuno genießen unter Liebhabern, Experten und selbst Kritikern einen hervorragenden Ruf und haben ihren Platz in der Geschichte der Golfschläger bereits sicher. Sei es die inzwischen Kult gewordene MP-Blade-Serie oder die in den letzten Jahren überaus erfolgreiche JPX-Eisen-Serie, die Japaner spielen ganz oben mit bei den Eisen dieser Welt. Dieser Umstand allein reicht den Perfektionisten jedoch nicht, sodass nun die Großoffensive auf dem Driver- und Hölzer-Markt beginnen soll.

Mizunos Driver wurden bisher eher belächelt

Seit Jahren bringt Mizuno stets in einer ähnlichen Taktung neue Eisen, Driver und Hölzer auf den Markt, wobei die Eisen stets zuerst präsentiert werden und die Hölzer und Driver in deren Glanze teils untergehen. Trotz aller Anstrengungen der Ingenieure und Designer gelang den Equipment-Experten in den letzten Jahrzehnten nicht der große und erhoffte Durchbruch. Die Nachfrage nach Drivern und Hölzern war stets marginal und das Feedback der Amateurgolfer, wie auch der Mizuno-Staff-Spieler auf den Touren war ernüchternd.

Der neue JPX900 Driver ist sicherlich der beste Driver der letzten 10 Jahre aus dem hause Mizuno. (Foto: Mizuno)

Der neue JPX900 Driver ist sicherlich der beste Driver der letzten 10 Jahre aus dem Hause Mizuno. (Foto: Mizuno)

Diese Blöße wollte sich Mizuno jedoch schlichtweg nicht mehr geben, sodass in den letzten vier Jahren keine Kosten und Mühen gescheut wurden, um an dem neuen JPX900 Driver zu feilen. Das Modell, dass ab 2017 in den Handel kommt, soll eine neue Ära bei Mizuno einläuten und ist so ganz und gar anders wie die anderen Driver auf dem Markt.

Neben dem neuen Driver bietet Mizuno noch Fairwayhölzer und Hybriden in der JPX900-Serie an. (Foto: Mizuno)

Neben dem neuen Driver bietet Mizuno noch Fairwayhölzer und Hybriden in der JPX900-Serie an. (Foto: Mizuno)

Mizuno JPX900 - ein Driver für jede Spielstärke

Anders aus dem Grund, dass er optisch wie auch technisch neue Wege beschreitet. Jeder Golfer kennt inzwischen die verschiedenen Systeme zur Gewichtsverteilung in den unterschiedlichen Drivern. Bei TaylorMade kann das Gewicht und damit der Schlägerkopf-Schwerpunkt von links nach rechts und von vorne nach hinten verlagert werden. Titleist hat die SureFit GC Technologie für sich entdeckt und Callaway setzt lediglich auf Gewichtsschrauben.

Gewichte für die individuelle Schwerpunkt-Einstellung des Schlägerkopfes sind inzwischen Standard. (Foto: Callaway, TaylorMade, Titleist)

Gewichte für die individuelle Schwerpunkt-Einstellung des Schlägerkopfes sind inzwischen Standard. (Foto: Callaway, TaylorMade, Titleist)



Mizuno scheint nun beim neuen JPX900 Driver alles kombiniert zu haben und hat damit den wandelbarsten Driver entwickelt, der je auf den Markt gekommen ist. Nicht weniger als drei sogenannte "Fast Tracks" sind in der Sohle des Schlägerkopfes positioniert, in denen unterschiedliche Gewichte verschoben werden können. Draw oder Fade, viel oder wenig Spin, hoher oder niedriger Abflugwinkel, alles kann individuell eingestellt werden und auf das eigene Spiel zugeschnitten werden.

Mizuno lässt es mit drei "Fast Tracks" so richtig krachen. (Foto: Mizuno)

Mizuno lässt es mit drei "Fast Tracks" so richtig krachen. (Foto: Mizuno)

Vom Tour-Pro bis zum Anfänger

Gemeinsam mit seinen Tour-Spielern entwickelte Mizuno den JPX900 und ging dabei voll und ganz auf deren Bedürfnisse ein, nicht ohne den Amateurgolfer aus den Augen zu lassen. Der Schlägerkopf ist nach hinten raus länger geworden, hat eine größere Schlagfläche bekommen und ist definitiv fehlerverzeihender geworden.

Der neue Schlägerkopf des JPX900 Drivers. (Foto: Mizuno)

Der neue Schlägerkopf des JPX900 Drivers. (Foto: Mizuno)

In unserem Test während der offiziellen Vorstellung konnten wir beobachten, dass der JPX900 konstante Längen generiert, selbst wenn er abseits des Sweet Spots getroffen wird. Die Fehlerverzeihung war tatsächlich überdurchschnittlich gut und mit dem Know How der Mizuno Fitter kann der Driver tatsächlich perfekt auf den jeweiligen Spieler eingestellt werden. Dementsprechend fällt unser Fazit positiv aus.

Eine größere Sweet Zone und mehr Fehlerverzeihung bietet der JPX900 Driver. (Foto: Mizuno)

Eine größere Sweet Zone und mehr Fehlerverzeihung bietet der JPX900 Driver. (Foto: Mizuno)



Vielleicht ein bisschen zu viel des Guten

Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Punkte die kritisch betrachtet werden müssen. Die drei sogenannten "Fast Tracks" samt ihrer verstellbaren Gewichte sind zum Einen optisch enorm gewöhnungsbedürftig und zum Anderen für einen Großteil der Amateurgolfer schlichtweg "too much". Der Driver sieht vom Kopf her zwar sehr gut aus, die Sohle wirkt jedoch aus beschriebenen Gründen zu unruhig und so gar nicht Mizuno-typisch. Darüber hinaus generieren die "Fast Tracks" ein teilweise störendes Pfeifen während des Abschwungs.

Die drei "Fast Tracks" sorgen für einen etwas gewöhnungsbedürftigen Sound. (Foto: Mizuno)

Die drei "Fast Tracks" sorgen für einen etwas gewöhnungsbedürftigen Sound. (Foto: Mizuno)

Abgesehen von diesem ungewohnten Geräusch muss man Mizuno jedoch ein Kompliment machen, da sie ihren in den vergangenen Jahren sehr blechernen Sound eindeutig verbessert haben. Klang und Gefühl stimmen beim JPX900 überein und ergeben zusammen ein angenehmes Feedback, was durch die fehlerverzeihende Performance abgerundet wird.

JPX900 Hölzer und Hybriden setzten ebenfalls auf Individualität

Beim Driver bereits ausgetobt, sind auch die Hölzer und Hybriden mit Gewichtsverteilungs-Systemen ausgestattet. Die Hölzer verfügen über einen mittig in der Schlägerkopf-Sohle positionierten "Fast Track" und können bis zu 4° im Loft verändert werden. Damit bietet Mizuno den Spielern die Möglichkeit, die Hölzer noch näher an den Driver zu adjustieren und so eine sicherere Alternative zu haben.

Typisches Mizuno-blau aber ein neuer "Fast Track" - Die JPX900 Fairwayhölzer. (Foto: Mizuno)

Typisches Mizuno-blau aber ein neuer "Fast Track" - Die JPX900 Fairwayhölzer. (Foto: Mizuno)





Bei den Hybriden dachten sich die Ingenieure wahrscheinlich "wenn schon denn schon" und entwickelten die erste adjustierbare Hybrid-Serie auf dem Markt. Ebenfalls um bis zu 4° im Loft verstellbar und mit extrem nach unten verlagertem Schwerpunkt wollen die Japaner Hybride anbieten, die sich spielen wie Eisen aber performen wie Hölzer.

Die JPX900 Hybriden sind die ersten im Loft verstellbaren Hybriden auf dem Markt. (Foto: Mizuno)

Die JPX900 Hybriden sind die ersten im Loft verstellbaren Hybriden auf dem Markt. (Foto: Mizuno)

Die JPX900-Hölzer-Serie im Test - ein Fazit

In unserem Test haben die Hölzer neben dem Driver am meisten überzeugt, da ihr Off-Set sehr viel Sicherheit verspricht, der Schläger angenehm durch den Boden gleitet und die Gewichtseinstellungen tatsächlich Draw- oder Fade-Schwächen ausbügeln. Schraubt man den Loft beim 3er Holz so tief wie möglich und verschiebt das Gewicht nach ganz vorne für minimalen Spin, kann man tatsächlich die Länge des Drivers angreifen, ohne seine Streuung in Kauf nehmen zu müssen.

Auch die Damen kommen bei der JPX900-Hölzer-Serie auf ihre Kosten. Sie bekommen die Schläger in grau. (Foto: Mizuno)

Auch die Damen kommen bei der JPX900-Hölzer-Serie auf ihre Kosten. Sie bekommen die Schläger in grau. (Foto: Mizuno)

Schlussendlich waren wir uns einig, dass Mizuno seinen Rückstand auf dem Driver-Markt mit dem neuen JPX900 verringern wird, es aber noch ein Stück weit ist bis an die Spitze. Ein guter Schritt in die richtige Richtung, wobei etwas über das Ziel hinaus geschossen wurde. Der gute alte Spruch "Weniger ist manchmal mehr" sollte beim nächsten Driver berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz können wir Ihnen nur empfehlen die neue JPX900-Hölzer-Serie bei der nächstbesten Gelegenheit einmal selbst zu testen.

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2 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Thomas Lueders

    Betr.: Driver-Test Mizuno JPX900

    Lieber Robin Bulitz,
    Ihr solltet auf solche Tests verzichten – es glaubt Euch doch sowieso kein Leser / In, daß Ihr neutral testet!
    Es hat sowieso immer den Anschein einer PR-Geschichte für den Hersteller – in diesem Falle Mizuno.

    Viele Grüße
    Thomas Lueders

    Antworten

    • Guten Tag Herr Lueders,

      nachdem ich besagte Schläger testen durfte, habe ich lediglich meine Eindrücke als Golfer geschildert. Die Performance des Drivers und der Hölzer überzeugte mich dabei wie beschrieben, so dass ich diese gerne zum Selbsttest empfehle. Wie Sie im darauffolgenden Absatz lesen können, störte mich die Optik und der pfeifende Sound beim Driver und die Hybriden stellten mich ebenfalls nicht zufrieden. Ich möchte Ihnen darüber hinaus versichern, dass wir gerade bei solchen Test-Events neutral an den Start gehen und unseren Lesern anschließend die neuen Schläger vorstellen. Unsere Berichterstattung hat zum Ziel, Sie als Leser über die Neuheiten auf dem Equipment-Markt zu informieren und Ihnen einen möglichst großen Überblick zu geben. Dementsprechend würde ich mich sehr freuen, wenn Sie selbst zu den neuen Mizuno-Hölzern greifen und uns Ihr Feedback mitteilen.

      Viele Grüße

      Robin Bulitz vom Golf Post Team

      Antworten