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Phil Mickelson: Wedge-Zauberer, Wohltäter und Geschäftsmann

„Leftys“ golferisches Charisma überstrahlt gern seine sonstigen Aktivitäten. Sein Start bei der Greenbrier Classic ist deshalb mehr als eine Ehrensache.

Phil Mickelson ist als erfolgreicher Golfprofi bei Groß und Klein beliebt. Von seinen geschäftlichen Aktivitäten ist hingegen eher weniger mitzubekommen.
Phil Mickelson ist als erfolgreicher Golfprofi bei Groß und Klein beliebt. Von seinen geschäftlichen Aktivitäten ist hingegen eher weniger mitzubekommen. (Foto: Getty)

Der Mann ist mit fünf Majors erfolgreichster aktiver Profi auf der PGA Tour, gilt als philanthropische Seele, steuert seinen Privatjet selbst, wird von seinen Geschwistern als „großzügig, loyal, gutherzig“ beschrieben und hat diese Woche bei der Greenbrier Classic ein Heimspiel: Seit Herbst 2016 repräsentiert Phil Mickelson die legendäre Golf- und Hotelanlage in West Virginia als „Tour Ambassador“. So wie Bubba Watson, der ebenfalls Mitglied im „The Greenbrier Sporting Club“ ist. Früher lautete der Ehrentitel „Pro Emeritus“, der Professional ist also von seinen lehrenden Aufgaben entbunden, Sam Snead war 1993 der erste, gefolgt von Lee Trevino und Tom Watson.

Flutkatastrophe und Hilfsangebot

Die Anlage in den grünen Hügeln von White Sulphur Springs, eine Institution mit weißem Hotelpalast, 710 Zimmern, 20 Restaurants, fünf Golfplätzen und zur Hochsaison fast 2.000 Mitarbeitern, kann derzeit jeden prominenten Botschafter wahrlich gut brauchen. Weil der US-Bundesstaat immer noch unter den Nachwirkungen der katastrophalen Sintflut im Juni 2016 leidet, die 23 Todesopfer forderte, als schwerste Niederschläge den halben US-Bundesstaat und auch die „Greenbrier“-Kurse nahezu wegspülten, allen voran das Aushängeschild „Old White“. Die Greenbrier Classic 2016 musste ausfallen, das Hotel fungierte als Notunterkunft für obdachlose Flutopfer.

„Ich habe Eigentümer Jim Justice angerufen und gesagt: ,Wenn Du mich brauchst, dann komme ich und spiele das Turnier so lange wie Du dort aktiv bist“, berichtet Mickelson. „Außerdem wollte ich den Menschen helfen, die dort ihr Gemeinwesen wieder aufbauen.“ Mittlerweile ist „Amerikas amerikanischstes Resort“ (Mickelson) dank wahrhaft herkulischer Anstrengungen wieder bereit für die PGA Tour.

Üppige Trinkgelder und zwei Stiftungen

„Lefty“ selbst ist seit Oktober am Wiederaufbau und Redesign des „Greenbrier Course“ beteiligt, der 1979 immerhin Ryder-Cup-Schauplatz war. Das wirft ein wenig Licht auf die geschäftlichen Aktivitäten des 47-Jährigen, die von seinem golferischen Charisma und seinem Altruismus meist überstrahlt werden. Mickelson, den „Forbes“ auf ein Vermögen von 375 Millionen US-Dollar schätzt, gibt gern üppige Trinkgelder und unterstützt neben der Krebsforschung auch sozial schwache Familien mit den beiden Stiftungen, die er nach den Krebserkrankungen von Ehefrau Amy und Mutter Mary gegründet hat.



Ansonsten macht der Vater von drei Kindern abseits der Fairways allenfalls Schlagzeilen, wenn er wegen der Schul-Abschlussfeier von Tochter Amanda die US Open sausen lässt, obwohl ihm bei sechs zweiten Plätzen nur dieses Major noch zum Karriere-Grand-Slam fehlt, oder kurz vor der „Silberhochzeit“ die Scheidung von Caddie Jim „Bones“ Mackay verkündet – weil „die Zeit reif für eine Veränderung war“. Immerhin hat der 42-fache Tour-Sieger seit der Open Championship 2013 nicht mehr gewonnen.

Phil Mickelson: Zockereien und Design-Projekte

Zwischendurch gibt es Gerüchte über Zockereien auf der Runde („Für weniger als 2.500 Dollar stehe ich frühmorgens nicht auf“). Oder „Phil the Thrill“ wird im Zusammenhang mit Insider-Aktiengeschäften erwähnt, bislang freilich ohne Konsequenzen.

Auch der Designer Mickelson trat vornehmlich in Erscheinung, als es einiges Hin und Her um die Renovierung des Nordkurses von Westküsten-Ikone Torrey Pines ging, ein Auftrag, den er schließlich abgeben musste. In seinem Architektur-Portfolio finden sich stattdessen der La Jolla Country Club nahe seiner kalifornischen Heimatstadt San Diego, der Whisper Rock Golf Club in Scottsdale/Arizona, wo auch Martin Kaymer Mitglied ist, dazu die „Mickelson International“ in Shanghai und Calgary.




Acht Golfanlagen und ein privater Club

Kaum bekannt ist überdies, dass Mickelson ein veritabler Golfplatz-Betreiber ist. Mit Bruder Tim, einst Uni-Coach in Arizona, mittlerweile Manager von Jon Rahm und jetzt Interims-Caddie, seinem Manager Steve Loy sowie dem Unternehmer Spike Lawrence besitzt er mittlerweile acht Anlagen in Arizona. Zudem unterhält die Gruppe einen elitären Club namens „Mickelson Private Golf“, 50 handverlesene Mitglieder dürfen exklusive Spielrechte erwerben.

Demnächst übrigens eröffnet der Golfstar im Papago Golf Course, der Golfbasis seiner einstigen Uni Arizona State, auf 850 Quadratmetern das von ihm und seiner Designfirma konzipierte „einzigartigste Kurzspiel-Übungsgelände des Landes“. Mickelson – bekanntermaßen Linkshänder, da er den Schwung seines Vaters spiegelbildlich nachahmte – hat sich seine Meisterschaft mit den Wedges noch im Garten des elterlichen Hauses beigebracht. Aber nicht einfach so: Sein Bruder, erzählt Tim Mickelson, habe die Bälle aus dem Vorgarten übers Haus auf ein selbstgebautes Übungsgrün und sogar zielgenau an und ins Loch geschlagen.

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