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Golfen gleich hinter der Grenze im ‚Pays de Herve‘

Unser Autor machte sich auf den Weg ins Nachbarland Belgien und fand dort super Plätze und tolle Natur vor. Ein Reisebericht.

Jürgen Linnenbürger trat den Weg nach Belgien an und fand tolle Plätze vor. (Fotos: Golf Henri-Chapelle)
Jürgen Linnenbürger trat den Weg nach Belgien an und fand tolle Plätze vor. (Fotos: Golf Henri-Chapelle)

Kurz nach Überqueren der Grenze zu unserem Nachbarland Belgien, erreicht man im Dreiländereck Aachen - Lüttich - Maastricht eine Golfanlage, die einen Besuch lohnt. Golf Henri- Chapelle liegt in der gleichnamigen belgischen Ortschaft im ‚Herver Land' in der Wallonie, weniger als 20 km von Aachen entfernt. Hier befinden sich zwei 18-Loch-Plätze und ein 9-Loch-Platz auf einem Areal von knapp 100 Hektar.

Wer Golfen in hügeligem Gelände mag, ist hier goldrichtig. Belohnt wird man für das bergauf und -ab durch beeindruckende Aussichten auf die Ardennen und die Eifel. Wiesen, Obstbäume, Hecken und Wälder prägen die Optik. Die Plätze sind in die Natur eingebunden und liegen absolut ruhig. Am besten plant man für den Belgien-Trip eine Übernachtung in einem der elf gemütlichen Zimmer des angeschlossenen Hotels mit ein. Sie liegen direkt gegenüber des einladenden Clubhauses. Die Räume sind sauber und großzügig, die Bäder mit Dusche/WC hell und modern ausgestattet.

Im Erdgeschoss des im englischen Stil gehaltenen Clubhauses befinden sich die Rezeption und der Pro Shop. Hier wird man - auch auf deutsch - ausgesprochen freundlich begrüßt und willkommen geheißen. Eine Etage höher kann man in der offenen Brasserie und dem sportlich eleganten Restaurant die leckere regionale Küche genießen. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Das Frühstück wird als Self-Service in dem Bereich gleich neben der Bar eingenommen.

Das gemütliche Clubhaus Golf & Hotel Henri-Chapelle. (Foto: Jürgen Linnebürger)

Das gemütliche Clubhaus Golf & Hotel Henri-Chapelle. (Foto: Jürgen Linnebürger)

Auf der großen Sonnen-Terrasse schmecken das belgische Bier und die für das Land bekannten Pommes Frites erwartungsgemäß großartig. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Neun, die 18 und den Abschlag der zehnten Bahn.

Die Terrasse auf der hinteren Seite des Clubhauses. (Foto: Golf Henri-Chapelle)

Die Terrasse auf der hinteren Seite des Clubhauses. (Foto: Golf Henri-Chapelle)



Mehr als die Hälfte der ca. 9.000 Greenfee-Spieler jährlich kommen aus den Niederlanden. Mit dem Golfclub in Maastricht besteht eine Kooperation, die den Mitgliedern beider Clubs ein gegenseitiges kostenfreies Spielen ermöglicht. Die meisten der 1.250 Mitglieder hingegen stammen aus Belgien und Deutschland.

Den Auftakt macht ‚Karl der Große'

Zunächst empfiehlt es sich, den Platz ‚Le Charlemagne' zu spielen. Hier kann man sich an die hügelige Landschaft und die nicht zu unterschätzenden Grüns gewöhnen. Es ist ein Par-70-Platz mit einer Länge von 4.695 Metern von den gelben Herren- und 3.800 Metern von den roten Damen-Abschlägen. Er verfügt über fünf Par-3s, drei Par-5s und zehn Par-4s. Alle Par-4-Löcher sind bis auf die 11 ( 313 Meter von gelb ) alle kürzer als 300 Meter. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man den Platz automatisch in Grund und Boden spielt. Die zehnte Bahn ist ein attraktives, abschüssiges Par-3, das seitlich von Wasser geschützt ist. Steht die Fahne hinten im Grün, ist man schnell zu lang und landet in den dahinter liegenden Büschen.

Loch 10 des ‚Le Charlemagne'. (Foto: Golf Henri-Chapelle)

Loch 10 des ‚Le Charlemagne'. (Foto: Golf Henri-Chapelle)

Die beiden schwierigsten Löcher sind zwei Par-5: die Neun (HCP 1), ein Dogleg mit mehreren Wasserhindernissen und einer Länge von 414 Metern sowie die 14, ebenfalls ein Dogleg mit einer Länge von 455 Meter. Die meisten Fairways machen ihrem Namen alle Ehre. Die Grüns erfordern große Konzentration. Wer den Platz diszipliniert spielt und nicht an jedem Loch einen neuen Weitenrekord mit dem Driver aufstellen möchte, kann die Runde mit einem sehr zufriedenstellenden Score abschließen.



Auf und ab mit schönen Ausblicken

Das Highlight der Anlage ist der Platz ‚Les Viviers'. Mit seinen zahlreichen Doglegs, blinden Schlägen und schnellen, gepflegten Grüns, stellt der Par 73-Parkland-Platz eine echte spieltechnische Herausforderung dar. Hinzu kommt die anspruchsvolle Topograhie des Platzes. Die Höhenunterschiede erfordern eine gute Kondition. Ein Elektro-Cart ist ratsam. Der Slope beträgt von den gelben Abschlägen (5.630 Meter) 129, von den roten (4.853 Meter) 122.

Gestartet wird an einem 452 Meter langen Par-5 mit einem leichten Dogleg rechts. Hält man sich mit dem Abschlag genügend weit links und nimmt den Bunker aus dem Spiel, kann man den zweiten Schlag in der Senke des abschüssigen Fairways gut platzieren. Mit dem dritten Schlag gilt es, den auf dem Fairway stehenden Baum nicht zu treffen. Gelingt dies, hat man eine reelle Chance auf zumindest ein Par. Danach geht es langsam bergauf. Von der hoch gelegenen sechsten Bahn kann man die beeindruckende Fernsicht genießen.

Loch 6 des Platzes ‚Les Viviers'. (Foto: Henri-Chapelle)

Loch 6 des Platzes ‚Les Viviers'. (Foto: Henri-Chapelle)

Die zweiten Neun sind sehr abwechslungsreich. Einige Löcher bleiben nachhaltig in Erinnerung. So z.B. die 11. Das Par-3 hat eine Länge von 175 Meter und ein frontales Wasserhindernis, das schön in die Bahn integrieret ist.





Außergewöhnlich ist auch Loch Nummer 13. Hier macht sich das empfohlene Elektro-Cart bezahlbar. Das Par-5 mit einer Länge von 385 Meter steigt extrem steil an. Nach zwei gelungenen Schlägen spielt man den dritten weiter bergauf blind ins Grün. Bergsteiger werden es lieben. Der Platz macht schon beim ersten Mal große Freude, auch wenn die "blind shots" den einen oder anderen Ball kosten. Fairways, Bunker und Grüns sind in gutem Zustand. Leider fehlen Hinweisschilder, die den Weg zum nächsten Loch anzeigen. So muss man sich an manchen Bahnen an der Scorecard orientieren, um nicht am falschen Loch weiterzuspielen.

Die Internationalität bereichert

Die lockere, sympathische Atmosphäre und die offenen, netten Menschen, tragen zu dem angenehmen Aufenthalt bei. Es ist ein wenig wie im Urlaub, wenn man mit mehreren Nationen zusammentrifft und verschiedene Sprachen gesprochen werden. Allein der ‚Les Viviers' lohnt einen Golf-Tagesausflug über die Grenze. Wer beide Plätze kennenlernen oder diese öfter spielen möchte, macht mit einer Übernachtung alles richtig. Nach einer interessanten Runde kann man hier einen geselligen Abend mit leckeren Speisen, guten Weinen und vielfältigen Biersorten genießen, ohne die Anlage verlassen zu müssen. Die angebotenen Packages bieten ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis.

Eine entspannte Runde zum Schluss

Den Aufenthalt in Henri-Chapelle kann man gut mit einer weiteren Runde verbinden. Nur 20 Minuten entfernt liegt die 9-Loch-Anlage ‚Golf Du Haras'. Der Club besteht bereits seit zehn Jahren, feierte aber im Juni diesen Jahres die Eröffnung seiner erweiterten, neuen Bahnen. Nun verfügt dar Par-36-Platz von den gelben Abschlägen über eine Länge von 2.631 Meter und von den roten über 2.309 Meter. Zwei Par-3s und zwei Par-5s ergänzen die restlichen Par-4-Löcher.

Er liegt oberhalb des kleinen Städtchens Pepister und verläuft durch leicht hügeliges Gelände, das man bequem zu Fuß bewältigen kann. Verviers ist 10 Minuten, Lüttich 25 Minuten und Masstricht 30 Minuten entfernt. Der offene Platz bietet schöne Blicke auf die umliegenden Orte und die Wallonie. So z.B. an der Zwei, einem 126 Meter langen Par-3, von dessen Abschlag man in das tieferliegende Grün spielt. Im Hintergrund bieten die Ardennen eine sehenswerte Kulisse.

Ein Blick auf Loch 2 im Golf Du Harras. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Ein Blick auf Loch 2 im Golf Du Harras. (Foto: Jürgen Linnenbürger)

Besonders interessant sind die sechste Bahn, ein 378 Meter langes Par-5 (HCP 1) und die Acht, ein 378 Meter langes Par-4. Die übrigen Par-4-Löcher weisen Längen zwischen 230 und 268 Meter auf und bieten beste Chancen auf ein Par. Oder sogar auf ein Birdie. Dies gelingt mir an der Neun und ist der perfekte Abschluss meiner Golf-Runden im Königreich.

Das Clubhaus beherbergt mit dem ‚Le Bougey' ein Bistrot, das von seiner Terrasse einen Panoramablick auf den Platz bietet. Die Gerichte sind schmackhaft, der Service aufmerksam. Die Atmosphäre im gesamten Club ist freundlich und die Preise im Restaurant genauso moderat wie das Greenfee für die 18-Loch-Runde.

Der Kurztrip ins Nachbarland ist eine gelungene Abwechslung. Die hügeligen Runden bieten reizvolle Löcher und schöne Ausblicke in die unberührte Natur. Die angetroffene Gastfreundschaft und Offenheit tragen mit dazu bei, den Golfausflug in die Region gleich hinter der Grenze zu wiederholen.

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