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Ryder Cup 2022: Finanzierung bröckelt – Quo vadis Rom?

Sie waren absoluter Außenseiter, trotzdem bekam Rom den Zuschlag für den Ryder Cup 2022. Nun fällt eine millionenschwere Bürgschaft und Ungemach droht.

Nach dem Wegfall staatlicher Bürgschaften zur Finanzierung des Ryder Cup 2022 ziehen dunkle Wolken über Roms Austragung auf.
Nach dem Wegfall staatlicher Bürgschaften zur Finanzierung des Ryder Cup 2022 ziehen dunkle Wolken über Roms Austragung auf. (Foto: Getty)

Lang ist's her: Im Dezember 2015 ist die Entscheidung um den Gastgeber des Ryder Cup 2022 gefallen. Damals gab es enttäuschte Gesichter bei den hoffnungsvollen Bewerbern in Österrech und vor allem Deutschland. Eineinviertel Jahre später ziehen nun auch über dem seinerzeit erfolgreichen Austragungsort nahe der italienischen Hauptstadt Rom dunkle Wolken auf und für Deutschland könnte es neue Hoffnung geben.

Wichtige Bausteine der Bewerbung fallen weg

Bereits Ende vergangenen Jahres drangen Gerüchte über mögliche Probleme in der Finanzierung des größten interkontinentalen Sportwettbewerbs der Welt an die Öffentlichkeit. Viele wichtige Faktoren wie die finanzielle Unterstützung durch Großsponsoren im Bezug auf die Italian Open, die gleichzeitige Bewerbung Roms um die Olympischen Spiele 2024, aber auch Bürgschaften der Staatsregierung waren für European-Tour-Chef Keith Pelley und das Ryder-Cup-Komitee ausschlaggebende Kriterien, das Event 2022 an den Marco Simone Golf & Country Club zu geben.

Nach und nach fingen diese essenziell wichtigen Bausteine im Rahmen einer erfolgreichen Umsetzung des Ryder Cup jedoch an zu bröckeln. Zwar wurde das Preisgeld der Italian Open auf satte sieben Millionen Euro ab dieser Saison angehoben, was zur Aufnahme in die neugeschaffene Rolex Series beitrug, die Kandidatur für Olympia 2024 wurde jedoch mittlerweile zurückgezogen.

Ryder Cup 2022 droht Finanzierungs-Chaos

Und nun eine neue Hiobsbotschaft für die Organisatoren des Ryder Cup 2022. Wie die Nachrichtenagentur Ansa vermeldete, kippte der italienische Senatspräsident Pietro Grasso die zuvor als beschlossen angesehene Änderung einer Gesetzesvorlage. Diese beinhaltete eben jene ausgesprochen wichtige Bürgschaft von 97 Millionen Euro zur Finanzierung des größten Golf-Teamwettbewerbs der Welt.



Promt sah sich der Italienische Golfverband (FIG) zur Klärung der Sachlage gezwungen. Franco Chimenti, seines Zeichens Verbandspräsident, versprühte erstmal Optimismus. "Im Jahr 2016 wuchs der Golftourismus in Italien um 20 Prozent, dank der Vergabe des Ryder Cup." Man lasse sich nicht stoppen, fügte Chimenti hinzu und werde alles daran setzen, die Vorgaben der Ryder Cup Limited zu erfüllen. Gleichzeitig fand er aber auch mahnende Worte: "Nach dem schmerzhaften Verzicht auf die Olympia-Bewerbung können wir nicht wieder die Glaubwürdigkeit verlieren."

In die gleiche Richtung gingen die Aussagen von Paolo Montali, General Manager des Ryder Cup Organisationskomitees. Man habe für die Einreichung der Garantien bis zum 13. Februar Zeit, eine mögliche Erweiterung bis zum 28. Februar sei möglich.



Deutsches Bewerbungskomitee offiziell aufgelöst

Bei all diesen Entwicklungen stellt sich jedoch die Frage, wie es mit Italien und dem Ryder Cup 2022 weitergeht? Die Entscheidung im Vergabeprozess ist offiziell und da die Briten nach Paris 2018 und Rom 2022 sicher Anspruch auf die Austragung folgender Wettbewerbe erheben werden, bevor das Event wieder auf das europäische Festland zurückkehrt, wurde das deutsche Bewerbungskomitee im vergangenen Jahr regulär abgewickelt und aufgelöst.

Sollte sich die European Tour unter Vorsitz von Herrn Pelley in der Zukunft dennoch gezwungen sehen, Italien die Gastgeberrolle zu entziehen, kämen Deutschland und Österreich möglicherweise doch nochmal ins Spiel.

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3 LESER-KOMMENTARE Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Ingrid Küsterameling-Bulitz

    Was dem einen sein Leid, könnte dem Anderen sein Freud sein. Es bleibt spannend .

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  2. Axel Bauchmüller

    Hochmut kommt vor dem Fall, sehr gute Entwicklung!
    Deutschland könnte wieder in die Bewerbung einsteigen, natürlich zu günstigeren Konditionen als 2015.

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  3. Axel Bauchmüller

    Würde mich freuen, wenn die raffsüchtige Vergabe des Herrn Pelley an Italien platzen würde und so die soliden Bewerbungen von Deutschland und Österreich wieder ins Spiel kämen.

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