Warum Golfturniere so selten im Matchplay-Format ausgetragen werden
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Warum nicht öfter Matchplay spielen?

Matchplay ist für viele das attraktivere Turnierformat, aber gespielt wird es nur äußerst selten. Warum Matchplay den Medien nicht gefällt.

Tiger Woods
Der, den alle immer sehen wollen: Tiger Woods. (Foto: Getty)

Zum Leidwesen vieler Fans und einiger Profis ist das Accenture Matchplay Championship vorbei. Das Volvo World Matchplay Championship in Bulgarien Mitte Mai und der Presidents Cup im Oktober sind die einzigen verbleibenden Matchplay-Turniere der Saison. Doch warum werden nur so wenige Turniere im beliebten Mann gegen Mann Format ausgetragen?

Matchplay ist tagesformabhängig

Das Matchplay-Format ist für die Profis selbst eine spaßige und abwechslungsreiche Sache. Doch kaum ein Turnier wird tatsächlich im Lochspiel-Format ausgetragen. Zu sehr ist das Anschneiden tagesformabhängig. Das beste Beispiel hierzu gab es am vergangenen Donnerstag: Charles Howell III besiegte Tiger Woods in der ersten Runde mit einer sensationellen Leistung, obwohl Woods selbst keinen Fehler machte und größtenteils konstanter spielte als bei seinem Sieg vor einigen Wochen. Im Zählspiel hingegen können die Profis sich über vier Tage entwickeln und auch trotz einer schwachen Runde noch um den Sieg mitspielen, wohingegen sie im Matchplay bereits die Koffer gepackt hätten.

Einschaltquoten am höchsten, solange Stars mitspielen

Neben den Profis selbst haben den wohl größten Einfluss auf die Turnierformate allerdings die übertragenden Medien, denn sie haben einen erheblichen Anteil an der Rentabilität der Profi-Turniere. Für die Übertragungsrechte zahlen Medien einen hohen Preis, den sie durch hohe Einschaltquoten wettmachen wollen. Das Matchplay-Format ist aber sehr risikoreich; die Publikumslieblinge können schon früh ausscheiden.

Vor allem der erste Tag des WGC Accenture Matchplay Championships gilt als Horrortag der TV-Sender. Denn Matchplay ist unvorhersehbar und ausgeschiedene Weltstars können in den kommenden Runden nicht mehr gezeigt werden, wodurch Fans oft das Interesse an der Übertragung verlieren. Überraschungen wie die Erstrundenniederlagen von Rory McIlroy, Tiger Woods, Lee Westwood oder Ian Poulter in den letzten Jahren kosten die Sender somit im Matchplay bares Geld, während die gleichen Spieler nach schwachen Zählspielrunden hingegen weiterhin im Turnier involviert sind und auch an den folgenden Tagen überdurchschnittlich häufig gezeigt werden.



Ryder Cup mit anderen Turnieren nur schwer vergleichbar

Die Wochenenden sind für die TV Sender und den Veranstalter vor Ort meist ein finanzielles Desaster, da dann zu wenige Spieler überhaupt auf dem Platz sind. Die Übertragung wird durch lange Pausen zwischen den Schlägen schnell langweilig. Und wenn die Matches dann noch deutlich in die Richtung eines Spielers tendieren, leidet die Attraktivität enorm.

Bei den Matchplay-Spezialisten á la Ian Poulter wird oft der Ryder Cup als eines der größten Sportereignisse überhaupt als Argument genutzt, mehr Matchplay auf den Touren zu etablieren. Doch da es beim Ryder Cup mehr um ein Nationengefühl geht und es kein Ausscheiden gibt (alle 24 Spieler spielen am Sonntag auf jeden Fall), ist der Ryder Cup nicht wirklich mit anderen Matchplay-Formaten vergleichbar.



"Ohne Tiger hätten wir nicht lange überlebt"

Der Knackpunkt ist, dass der Sport in den Medien die Stars und Sternchen braucht, um wirklich attraktiv zu sein. Das sprach PGA-Tour-Chef Tim Finchem vor einigen Jahren aus, als er die erste Turnierteilnahme von Tiger Woods nach dessen langwieriger Verletzung mit den folgenden Worten kommentierte: „Der Zeitpunkt [Tiger’s Rückkehr] hätte nicht passender sein können, denn lange hätten wir seine Abstinenz nicht mehr überlebt.“

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