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Bei der PGA Show Ende Januar besuchte Golf Post die Cabot Citrus Farms in Brooksville, Florida – rund 1,5 Stunden westlich von Orlando. Gemeinsam mit anderen Journalisten trafen wir Ben Cowan-Dewar, den Gründer und CEO von Cabot, zum Gespräch. Der kanadische Unternehmer sprach über die Entwicklung seines ersten US-Projekts, die Unterschiede zwischen Kontinenten und seine Pläne für die Zukunft.
Cabot Citrus Farms: Das erste US-Projekt
Wie kam es zur Entscheidung, Cabot Citrus Farms zu entwickeln?
Ben Cowan-Dewar: Das Projekt war damals noch unter dem Namen World Woods bekannt. Ich bin 1999 zum ersten Mal hier gewesen und habe es damals gespielt. Ich habe mich in den Platz verliebt. Der Ort, die Landschaft – all das hat mich begeistert. Ich habe über Jahre versucht, es zu kaufen, bis es mir vor etwas über drei Jahren schließlich gelang. Das war eine lange Reise, aber es hat sich gelohnt.
War es schwierig, die Anlage zu entwickeln – oder sogar einfacher als bei anderen Projekten?
Ben Cowan-Dewar: Das war tatsächlich das Interessanteste: Florida war von allen Orten, an denen wir tätig sind, der einfachste Ort für Entwicklung und geschäftliche Abläufe. Wir hatten bereits so viel Infrastruktur vor Ort – Wartungsgebäude, Pumpstationen, alles war schon da. Das war exponentiell leichter als fast alles, was wir zuvor gemacht haben.
Zum Vergleich: Als ich vor 21 Jahren in Cape Breton anfing, mussten wir Grundstücke zusammenkaufen, Straßen bauen, die gesamte Infrastruktur von null aufbauen. Hier war das nicht nötig. Selbst in Schottland, wo wir Old Petty mit Tom Doak bauen, waren die Genehmigungen bereits vorhanden. Das verkürzt die Zeitspannen erheblich.
Die Landschaft als Kompass: Wie Cabot Sites auswählt
Was ist entscheidend, wenn du nach neuen Standorten suchst?
Ben Cowan-Dewar: Ich kann dir ehrlich sagen: Ich weiß innerhalb von 15 Minuten, ob ein Grundstück passt oder nicht. Ich habe hunderte von Sites auf der ganzen Welt angesehen – buchstäblich überall. Manche verlasse ich nach fünf Minuten wieder.
Es geht um das Gefühl. Es geht darum, ob ich mich selbst vorstellen kann, diesen Ort Jahr für Jahr zu besuchen. Wenn ich ein Projekt wähle, denke ich: Werde ich hier für den Rest meines Lebens gerne zurückkommen wollen? Und bei Citrus Farms ist die Antwort eindeutig ja.
Was macht Citrus Farms so besonders?
Ben Cowan-Dewar: Menschen, die von Tampa hierherkommen – viele zum ersten Mal – sagen immer dasselbe: Das fühlt sich nicht wie Florida an. Das ist es, was ich meine. Das Land, die Landschaft, die Natur – das ist völlig anders als das typische Florida.
Wir haben 100 Fuß Höhenunterschied, tausendjährige Eichen mit Moos. Das ist nicht flach wie so vieles in Florida, wo man Seen graben muss, nur um über dem Wasserspiegel zu sein. Die Geologie hier ist faszinierend.
Golf und Architektur: Cowan-Dewars Rolle im Design
Wie involviert bist du persönlich bei der Gestaltung der Kurse?
Ben Cowan-Dewar: Ich wuchs auf, indem ich Golflöcher zeichnete. Ich wollte ursprünglich Golfarchitekt werden – ich bin dann aber der Ansicht gekommen, dass ich als Entwickler bessere Dienste leiste.
Ich bin seit 25 Jahren im Panel der World Top 100 und habe fast alle großen Kurse der Welt gespielt. Ich habe viele Meinungen. Tom Doak hat mir kürzlich gesagt, ich sei bei Weitem der involvierteste Eigentümer, mit dem er je zusammengearbeitet hat – und er meinte das positiv.
Das ist wichtig, weil am Ende wir den Kurs besitzen. Die Architekten bewegen sich weiter. Ich muss mit dem Ergebnis leben. Es geht mir um die Gasterfahrung. Ich liebe Golf, ich liebe Reisen. Mein erstes Geschäft war ein Golf-Reiseveranstalter. Daher denke ich immer an den Endverbraucher – den Golfer, der hier spielen möchte.
Wie unterscheidet sich dein Ansatz von typischen Florida-Golf-Resorts?
Ben Cowan-Dewar: In vielen Florida-Resorts sind die Häuser entlang jedes Loches positioniert. Das ist mehr eine Immobilien-Operation. Unser Ansatz ist anders. Die Dörfer, die wir bauen – etwa die Cottages hier – haben Schönheit und Eleganz, ohne jeden Loch zu zerstören.
Pebble Beach ist ein gutes Beispiel: Es hat Immobilien, aber sie beeinträchtigen die Golferfahrung nicht. Wir folgen demselben Prinzip. Die Natur steht im Vordergrund. Wenn du hier hinausgehst und spielst, fühlt es sich an, als würdest du in der Natur sein. Das ist der Grund, warum Menschen an diesen speziellen Ort kommen.
Globale Expansion: Europa, Lofoten und darüber hinaus
Wie unterscheidet sich die Entwicklung in Europa und anderen Regionen?
Ben Cowan-Dewar: Jeder Kontinent hat seine Herausforderungen. Schottland war großartig, weil die Genehmigungen bereits vorhanden waren. Aber andere Länder sind komplizierter. Die Grundstückverfügbarkeit ist ein großes Problem. Überall auf der Welt gibt es fantastische Orte, aber sie zu entwickeln ist schwierig.
In Argentinien habe ich einen der besten Plätze gesehen, die ich je entdeckt habe – aber ich habe ihn nicht entwickelt. Es ist weit weg. Mit Bordeaux, Lofoten und Cape Breton kann ich diese alle in einer Woche besuchen. Das ist praktisch.
Wie kam es zur Partnerschaft mit Lofoten Links in Norwegen?
Ben Cowan-Dewar: Ich bin 2019 dorthin gegangen. Ein norwegischer Freund – Johan Olkoss, ein früherer Olympiastäter – organisierte eine Wanderreise. Ich konnte nicht widerstehen, Lofoten zu sehen. Und Frode Hove, der Lofoten gebaut hat, ist es gelungen, etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Das ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Orte, um Golf zu bauen – mitten im Nirgendwo. Ich habe nur eine Handvoll Menschen auf der Welt gekannt, die das versucht haben. Wir verstanden uns sofort.
Ich lud Frode später zu Cape Breton ein. Ich denke, für ihn war es eine Epiphanie, zwei vollständig entwickelte Kurse mit Unterkünften zu sehen. Wir wurden Freunde. Und dann kam die Möglichkeit, zu investieren.
Plant ihr, einen zweiten Kurs in Lofoten zu bauen?
Ben Cowan-Dewar: Wir haben mit Tom Doak dort verbracht Zeit – es ist nicht einfach. Die Landschaft ist komplex. Aber es braucht mehr Unterkünfte. Das Wichtigste ist, mehr Menschen dorthin zu bringen. Wenn das funktioniert, könnte ein zweiter Kurs folgen. Ich habe in Cape Breton gesehen, dass wir auf einer sechsmonatigen Saison 70.000 Runden spielen. Das ist möglich.
Favoriten und Turnier-Ambitionen
Haben Sie einen Lieblingskurs unter Ihren Projekten?
Ben Cowan-Dewar: Ich habe drei Kinder – ich vergleiche sie auch nicht miteinander. Aber ehrlich gesagt: Ich freue mich auf die Rückkehr zu jedem einzelnen. Das ist der beste Maßstab für mich. Wenn ich jemals an einen Ort käme, an den ich nicht gerne zurückgehen möchte, würde ich wissen, dass ich einen Fehler gemacht habe. Das passiert mir nicht.
Es gibt Jahreszeiten, in denen Nova Scotia oder die schottischen Inseln weniger verlockend wirken. Aber dann kann ich zu Citrus oder St. Lucia gehen. Und wenn ich in Cape Breton zum kanadischen Thanksgiving im Oktober bin, wenn die Blätter am schönsten sind – ich bin überwältigt. Das ist die Magie davon.
Haben Sie Ambitionen, Tour-Events zu veranstalten?
Ben Cowan-Dewar: Das würde nicht mit unserer Vision kollidieren. Aber ich interessiere mich mehr für besondere Turniere, nicht einfach nur für irgendein Turnier. Wir konzentrieren uns auf Amateur-Golf, weil das unsere Kundschaft ist. Professionelle Golfer zahlen keine Green Fees. Unsere Gäste lieben es, Golf zu spielen.
Wir feiern in Cape Breton im Sommer den Tea Time Cup – ein Amateur-Event. Tour-Profis kommen in ihren Ferien vorbei und spielen zum Vergnügen. Es gibt einen Unterschied zwischen Menschen, für die Golf ein Job ist, und solchen, die wirklich Golf lieben. Man merkt den Unterschied. Einige kommen mit ihrem Vater und der Familie. Das ist wunderschön. Aber ein großes Turnier nur aus Ego? Nein. Nur wenn es sinnvoll ist.
Die Zukunft ist offen. Wir haben viele Eisen im Feuer. Aber eines habe ich gelernt: Diese Dinge brauchen Zeit. Ich versuchte, World Woods 2008 zu kaufen und schaffte es erst 2021. Das ist eine Geschichte von Beharrlichkeit – und Geduld.
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