PGA Tour

Gary Woodland spricht offen über PTSD Diagnose und unsichtbare Kämpfe

10. Mrz. 2026 von Annika Kauffmann in Köln, Deutschland

Gary Woodland spricht erstmalig offen über seine PTSD Diagnose in Folge seiner Hirnoperation. (Foto: Getty)

Gary Woodland spricht erstmalig offen über seine PTSD Diagnose in Folge seiner Hirnoperation. (Foto: Getty)

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Der schwerste Kampf findet für Gary Woodland im Kopf statt

Mit der anstehenden The Players Championship nutzt Gary Woodland die Bühne und tritt vor die Öffentlichkeit mit einem Thema, das ihn schon lange beschäftigt. Sichtbar bewegt und mit einer Botschaft, die weit über den Golfsport hinausreicht. Bei dem US-Amerikaner wurde eine Posttraumatische Belastungsstörung als Folge seiner 2023 erfolgten Hirnoperation diagnostiziert.

Der viermalige Sieger auf der PGA Tour erklärte, dass er nicht länger versuchen wolle, seine Situation zu verbergen.
„Ich kann keine Energie mehr darauf verschwenden, das zu verstecken“, sagte Woodland. Nach außen erlebe er viel Zuspruch. Fans und Kollegen freuten sich über sein Comeback. Doch innerlich fühle er sich oft völlig anders. „Alle sagen mir, wie schön es ist, mich wiederzusehen. Aber in mir drin fühlt es sich manchmal so an, als würde ich sterben.“
Woodlands Worte sind ungewöhnlich offen für eine Branche, in der mentale Probleme lange als Schwäche wahrgenommen wurden. Gerade deshalb haben sie Gewicht.

Von der Operation zurück auf die Tour – und in den mentalen Kampf

Die Diagnose kam etwa ein Jahr nach einer schweren gesundheitlichen Zäsur. 2023 musste Woodland wegen einem Hirntumor operiert werden. Ein Eingriff, der seine Karriere und sein Leben auf den Kopf stellte. Erst im Januar 2024 kehrte der Sieger der U.S. Open 2019 in den Wettkampfbetrieb zurück. Doch der Weg zurück auf die Tour erwies sich als alles andere als gewöhnlich.
Auf dem Golfplatz zeigten sich plötzlich Symptome, die Woodland zuvor nicht kannte. Ein besonders prägendes Erlebnis schilderte er aus einer Turnierrunde:
Ein Scorer näherte sich von hinten was keine ungewöhnliche Situation ist. Für Woodland jedoch löste sie eine extreme Stressreaktion aus. Er beschrieb sich selbst als „hypervigilant“, ständig in Alarmbereitschaft. Kurz darauf verschwamm seine Sicht, und er wusste nicht mehr genau, was er gerade tat. Trotzdem spielte er die Runde zu Ende. Danach folgte der emotionale Zusammenbruch.
„Ich ging den Rest des Tages von Toilette zu Toilette, um zu weinen“, berichtete Woodland. „Im Scoring-Trailer habe ich geweint und bin danach direkt zum Auto gerannt, nur damit es niemand sieht.“

Wenn Stärke bedeutet, Hilfe anzunehmen

Im Hochleistungssport gilt mentale Härte oft als Grundvoraussetzung. Doch Woodlands Geschichte zeigt, dass Stärke auch anders aussehen kann: im Eingeständnis der eigenen Verletzlichkeit.
Gemeinsam mit der PGA TOUR wurden inzwischen Sicherheits- und Abläufe angepasst, damit Woodland sich auf dem Platz sicherer fühlen kann. Gleichzeitig lernt er, dass seine Angstreaktionen eine nachvollziehbare Folge eines neurologischen Traumas sein können.

Besonders wichtig sei die Unterstützung seines Umfelds. Familie, Kollegen und Freunde begleiten ihn durch eine Phase, die nicht nur ihn belastet. „Für meine Familie ist es fast noch schwerer“, sagte Woodland. „Sie wollen helfen und wünschen sich, dass es einfach verschwindet. Aber so funktioniert dieser Kampf nicht.“ Lichtblicke geben ihm auch immer wieder die Momente mit seinen Kollegen auf der Tour. Er schildert, dass insbesondere die Zeit beim Ryder Cup in der Nähe seiner Teamkollegen für ihn bedeutend war, da er sich in ihrer Umgebung wie er selbst gefühlt habe.

Ein Signal an den Profisport

Trotz der Empfehlung von Ärzten, stressreiche Umgebungen zu vermeiden, kam für Woodland ein Karriereende nie infrage. Golf ist sein Traum und zugleich eine Bühne, auf der er nun auch über mentale Gesundheit spricht. Seine Ziele gehen über sportliche Ergebnisse hinaus. Woodland hofft, dass seine Offenheit anderen Mut macht, über ihre eigenen Probleme zu sprechen.
„Ich habe mit Veteranen gesprochen, und sie alle sagen: Man schafft das nicht allein“, erklärte er.

Gerade im Profisport, wo Athleten unter enormem Leistungsdruck stehen und Verletzungen meist nur körperlich definiert werden, ist diese Botschaft bedeutend.
Gary Woodland kämpft weiterhin um Birdies und Turnierergebnisse. Doch sein wichtigster Beitrag könnte darin liegen, zu zeigen, dass auch Champions verletzlich sind und dass mentale Gesundheit genauso ernst genommen werden muss wie jede körperliche Verletzung.

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