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Slow Play: Titelverteidiger Molinari plädiert für drastischere Strafen

„Beef“ nah am Wasser, Mickelson nur mit Wasser, Golfmonument über‘m Wasser. Dazu ein „verkleideter“ Rahm. Die Back Nine zur Open.

Francesco Molinari ist ein großer Verfechter des
Francesco Molinari ist ein großer Verfechter des "Slow Play" und will dagegen vorgehen. (Foto: Getty)


In den nächsten Stunden gibt Francesco Molinari die originale Claret Jug des Champion Golfer of the Year an den R&A zurück und erhält im Gegenzug seine persönliche Replika. Die feierliche Übergabe garniert der Titelverteidiger allerdings mit einer wenig feierlichen Brandrede gegen Slow Play. „Chicco“ forderte die Golf-Instanzen zu deutlich drakonischeren Maßnahmen gegen die Schneckenplage im Profi-Zirkus auf. „Das Schlimme ist, dass es auf uns alle abfärbt. Wir fangen alle an, langsamer zu spielen statt dass es in die andere Richtung geht“, sagt Molinari, dessen Bruder Edoardo vor geraumer Zeit bereits ein internes Papier der European Tour mit den bis dato „auf die Uhr genommenen“ Spielern ins Netz gestellt und damit die Trödler öffentlich angeprangert hatte. „Die Regeln in ihrer jetzigen Form sind nicht effektiv“, beschwert sich Francesco Molinari. „Da wird einer bestraft, der sich seines Schlages nicht sicher ist und vielleicht mal zehn Sekunden länger braucht. Die wirklichen ,Schnecken‘ aber bleiben ungeschoren – allein, weil sie zwei Geschwindigkeiten haben: Eine, wenn sie unbeobachtet sind, und eine, wenn sie ,auf die Uhr genommen‘ werden. Es gab Situationen, da haben Spieler drei Minuten für den nächsten Schlag gebraucht, warum lässt man das geschehen?“

Das Plädoyer des 36-Jährigen: „Die Regeln sollten dahingehend geändert werden, dass wir jederzeit und in jeder Situation auch ohne vorherige Warnung oder unerwartet bestraft werden können. Notfalls auch mit Unterstützung durch Fernsehbilder und nicht nur wenn wir am Ball stehen. Dann werden sich einige Spieler garantiert anders verhalten.“

„Beef“ zur Open: Gerührt und den Träne nah

Nah am Wasser: Andrew „Beef“ Johnston hat schwierige Zeiten hinter sich, sportlich und seelisch. Unlängst gestand der Engländer mit dem Gestrüpp im Gesicht, sein kometenhafter Aufstieg zum publikumsnahen Golfstar und Fan-Idol sowie das damit verbundene Rampenlicht hätten ihn komplett überfordert und an den Rand seiner mentalen Belastbarkeit gebracht. Kurz: Irgendwann war es überhaupt nicht mehr lustig, stets lustig und locker wirken zu wollen. „Ich habe versucht, die Leute glücklich zu machen, und bin darüber total unglücklich geworden“, bekannte Johnston, der deswegen seit einiger Zeit mit einem Psychologen arbeitet. Umso befreiender war da die gestrige 62er Runde zum Abschluss der Scottish Open, die niedrigste seiner bisherigen Karriere, und das Last-Minute-Ticket dank Platz T4 für Royal Portrush. Entsprechend angefasst und emotional äußerte sich der 30-Jährige im Interview mit der European Tour:

Phil Mickelson dreht am Rad

Vorbereitung: Der eine, Tiger Woods, steht nachts um 1 auf, um sich für die Zeitumstellung zu wappnen, der andere speckt vor der Open Championship kräftig ab und versucht, das Rad der Zeit etwas zurückzudrehen. Phil Mickelson hat sich mit einer sechstägigen Fastenzeit, bei der er nur von Wasser und Kaffee lebte, um fast sieben Kilogramm erleichtert und informiert seine Social-Media-Fangemeinde wie folgt: „Lasst uns mal für eine Minute ernst sein. Ich war nicht in bester Verfassung und tue alles dafür, um das wieder hinzukriegen.“ Im nächsten Satz verspricht er dann jedoch auch wieder neue Folgen seiner skurrilen Märchenstunde „Phireside“ und weitere komische Sachen: „Bis dahin aber: Lasst uns ,Bomben‘ schlagen!“



Golf-Mount-Rushmore in Nordirland

Monument: Den Mount Rushmore in South Dakota mit den vier US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln kennt fast jeder; jetzt hat auch Nordirland seinen Denkmal-Berg, indes als Golf-Variante und digital. Anlässlich der Open Championship in Royal Portrush hat Tourism Northern Ireland die ikonischen Klippen von Fairhead im County Antrim vom Digitalspezialisten Mike Campau aus der Traumfabrik Hollywood mit den Köpfen nordirischer Golflegenden verzieren lassen. Zu sehen sind von links nach rechts: Darren Clarke, Rory McIlroy, Graeme McDowell und Portrushs 1990 verstorbener Held Fred Daly, der 1947 in Royal Liverpool die British Open gewann.

Darren Clarke mit Eröffnungs-Abschlag

Besondere Ehre: Am Donnerstag wird Darren Clarke am ersten Abschlag von Royal Portrush die Auszeichnung zuteil, mit seinem Drive diese 148. Open Championship eröffnen zu dürfen. Der 50-Jährige, auch Portrush-Mitglied und Ryder-Cup-Kapitän von Hazeltine 2016, avancierte 2011 in Royal St. George‘s zum Champion Golfer of the Year und ist damit der erste Nordire, der den Claret Jug in Händen hielt, bevor 2014 Rory McIlroy in Royal Liverpool gewann. „Wer mir dabei zusehen will, muss allerdings sehr früh aufstehen“, juxte Clarke. Wollen wir hoffen, dass es ihm im Frühtau nicht so geht wie diesem, freilich sehr reaktionsschnellen Sportsfreund:


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Nearly took his head off!! - @nickgallantt

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Tiger Woods erstaunt Zuschauer in Portrush

Grünjacken-Flight: Schon gestern gab‘s eine Menge Auflauf in Royal Portrush, nicht zuletzt, weil mit Tiger Woods der aktuelle Masters-Champion und mit Patrick Reed sein Vorgänger gemeinsam auf einer Übungsrunde waren. Vor allem Woods freilich erstaunte die Fans, da der 43-Jährige trotz des Sonnenscheins über Nordirland mit Pullover und Jacke förmlich dick eingepackt die 18 Loch absolvierte und etwas steif wirkte. „Er geht wie ein alter Mann“, sagte ein Zuschauer. Im Gespräch mit ESPN sagte der 15-fache Majorsieger später, er habe seit der US Open in Pebble Beach keinen Schläger angefasst. „Sie waren die ganze Zeit im Travel Bag und ich habe nicht einen verdammten Schlag gemacht“, erklärte Woods, der stattdessen mit seiner Familie eine Kurztrip nach Thailand, dem Geburtsland seiner Mutter Kultida, unternommen und dort auch den zwölften Geburtstag von Tochter Sam gefeiert hatte: „Wir sind auf Elefanten geritten, waren auf einer Fotosafari und so weiter.“

Das dürfte neues Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker sein, zuvorderst Paul McGinley und Padraig Harrington; andererseits: Was geht es die beiden eigentlich an, wie sich Woods auf die Open Championship vorbereitet? Er wird am besten wissen, was für seine körperliche Verfassung gut ist und dann auch mit jedwedem Ergebnis klar kommen müssen …

Golfstars im Tennis-Mekka Wimbledon

Serve and Volley: Gestern ging der Tennis-Klassiker in Wimbledon mit dem Sieg von Novak Djokovic über Roger Federer zu Ende, heute übernimmt die Golfwelt den Grand-Slam-Stab mit der Open Championship. Da passt es, ein paar derjenigen zu zeigen, die vergangene Woche noch am Centre Court saßen und ab heute in Royal Portrush um den Sieg beim weltältesten Major spielen:


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Yesterday in the Royal Box at @wimbledon #Wimbledon

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Das Outfit von Irish-Open-Sieger Jon Rahm für den Besuch am heiligen Rasen im Tennis-Mekka war allerdings etwas umstritten:

Brooke und Brooks geehrt, Sims sorgt für die Show

Hautnah: Na gut, wir spielen die Social-Media-Show mit, liebe Jena Sims, und veröffentlichen auch dieses Posting der Schauspielerin mit ihrem Freund Brooks Koepka. Immerhin wurde der vierfache Majorsieger beim ESPY-Award für herausragende sportliche Leistungen des TV-Senders ABC als bester Golfer des Jahres ausgezeichnet; bei den Proetten gewann die Kanadierin Brooke Henderson. Mit berechenbarem Humor schrieb Sims in Anspielung auf vorherige Outings von Koepka im knappen Schwimm-Tanga unter das entsprechende Instagram-Foto – samt Namen ihrer Outfit-„Ausrüster“ – ganz Medien-Profi haltvom roten Teppich: „Seltenes Bildmaterial von Brooks und mir vollständig bekleidet – na ja, fast …“

Schicker Smoking übrigens!

Beim Schummeln vom Fernsehen gefilmt

Das Letzte! Dumm gelaufen: Wenn du auf der Golfrunde besch... und dann mit deiner Schummelei auch noch im Fernsehen erscheinst … So geschehen auf einem Platz irgendwo in den USA, wo ein Golfer erst dem Ball im Rough eine neue Lage spendiert – was noch regelgerecht irgendwelchen Umständen geschuldet sein mag –, anschließend einen Shank produziert, die Kugel wieder aus dem Gebüsch klaubt und sich dann einen Mulligan spendiert. Der Hubschrauber eines Nachrichtensenders filmt die ganze Aktion, sie erscheint im TV und wird später auch bei „Golf.com“ kommentiert:



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