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Tiger bestätigt Scott: Australische Fans sollten mich nicht anfeuern

Reed kriegt Zunder, Wie ist glücklich, dazu Schildkröten-Shirts und Buttermesser, Rat vom Doc und eine Küchenhilfe. Die Back Nine.

Tiger Woods hat die Trophäe des Presidents Cup fest im Blick. (Foto: Getty)
Tiger Woods hat die Trophäe des Presidents Cup fest im Blick. (Foto: Getty)

Es ist Presidents-Cup-Woche, und alle Blicke richten sich nach Australien, wo am Wochenende Tiger Woods‘ US-Team und Ernie Els‘ internationale Truppe in Royal Melbourne aufeinander treffen. Und während der nicht nominierte Jordan Spieth im Schmollwinkel sitzt, weil er nicht mehr zur WhatsApp-Gruppe der Amerikaner gehört, erweist sich deren Kapitän als vollendeter Gast. Woods hat die Bedenken von Adam Scott aufgegriffen, der unlängst seiner Befürchtung Ausdruck verlieh, die australischen Fans könnten mehr den selten zu sehenden US-Stars zujubeln als dass sie ihre eigene Equipe unterstützen; der Tiger springt dem Kontrahenten sogar zur Seite. „Die Fans sollte definitiv ihr Heimteam unterstützen, das muss so sein. Die US-Fans unterstützen uns auch stärker als den Gegner, wenn wir zuhause antreten“, sagte Woods vor dem Flug nach Down Under. „Wenn du im Hof von jemand anderem spielst, dann musst du damit klarkommen.“ Solange es respektvoll zugehe, sei alles in Ordnung.

DeChambeau und das Slow-Play-Polo

Dresscode: Puma hat dieser Tage eine neue Hemden-Kollektion rausgebracht, und Stars wie Rickie Fowler oder Bryson DeChambeau trugen Exemplare der „Saltwater Collection“ bei der Hero World Challenge. Zur Modellreihe gehören Exemplare wie das „Predator Polo“ mit einem Muster aus Haien und Rochen, DeChambeaus Favorit. Fowler indes wählte das „Slow Play Polo“ mit Schildkröten drauf – und hätte es sehr witzig gefunden, wenn der Kollege aus Texas eher dieses Shirt getragen hätte („Er könnte ja sagen, das sei extra für ihn gemacht, weil er halt was langsam sei“), immerhin wird DeChambeau seit geraumer Zeit als Trödler ins Visier genommen. Der „Mad Scientist“ wiederum war wenig amüsiert: „Ich denke gar nicht daran, dieses Hemd zu tragen. Das wird definitiv nicht passieren.“

Aber vielleicht liegt es ja auch bloß an DeChambeaus neuem Faible für den Kraftraum, und die Puma-Polos würden zu sehr spannen … Ironie-Modus wieder aus: Der 26-Jährige hat jedenfalls durchs Pumpen mächtig zugelegt, ist schon knapp zehn Kilogramm schwerer geworden und wiegt nun etwas über 100 Kilo. Das Ende aber, sagt DeChambeau, liege in weiter Ferne: „Der Himmel ist weit, ich will richtig massiv werden.“

Hohn und Spott für Reeds „Sandkastenspiele“

Vernichtendes Urteil: Patrick Reeds „Sandkastenspiele“ bei der Hero World Challenge lassen weiterhin die Wogen hochschlagen. Während sich der Masters-Champion von 2018 nach wie vor keiner Schuld bewusst ist („Aus einem anderen Kamerawinkel hätte man sehen können, dass ich die Lage des Balls nicht verbessert habe“) bläst „Captain America“ seitens der Kollegen richtig Wind ins Gesichts. „Zu behaupten, der gewählte Kamerawinkel sei schlecht, ist ungefähr so, wie wenn man mit der Nachbarin beim Kuscheln erwischt wird und behaupten würde, man sei gefallen“, schrieb beispielsweise Jamie Donaldson auf Twitter. Im „Golf Channel“ sagte Paul Azinger: „Wenn das keine Verbesserung der Balllage war, dann weiß ich es nicht.“ Und der Australier Stuart Appleby meinte angesichts Reeds Vorgehensweise, der mit einem flachen Rückschwung Sand hinter dem Ball weggenommen hatte, voller Sarkasmus:

Michelle Wie geht zum Masters

Verstärkung: Michelle Wie wechselt die Seiten. Die einstige Golf-Sensation wird TV-Kommentatorin und verstärkt künftig das Team von „CBS“. Damit wird für die 30-Jährige ein besonderes Erlebnis real – sie nimmt, wenn auch außerhalb der Ropes – am Masters teil. Entsprechend begeistert fiel ihre Reaktion auf die Berufung aus: „Ich kann immer noch nicht glauben, dass das wirklich passiert.“ Wie hatte sich im Sommer wegen einer chronischen Handgelenksverletzung von der LPGA Tour zurückgezogen; Kommentatoren-Erfahrung sammelte sie bereits beim diesjährigen Solheim Cup für den „Golf Channel“.

Golfspielen ist die beste Medizin

Fundstück: Wir haben es schon öfters thematisiert, hier, hier oder hier, und die GolfRange bringt es jetzt als Werbevideo. „Golfspielen ist das beste Mittel gegen Stress und für Ihre Gesundheit!“ ist die Kernaussage. Stimmt! Das Spiel sollte es tatsächlich auf Rezept geben:



Falsche Frisur, falsche Socken: Club-Aus

Geschmacksfragen: Ein australischer Golfclub im Bundesstaat Victoria hat eine Spielerin wegen der Farbe ihrer Haare und des Designs ihrer Socken von einem Turnier ausgeschlossen und dann ganz von der Mitgliederliste gestrichen. Wie Angie Waters dem TV-Sender „7 News“ erzählte, sei sie mit gebleichten Haaren und in bunten Socken als Reminiszenz an eine krebserkrankte Freundin erschienen und vom Club-Präsidenten mit der Bemerkung „Was ist das denn? Das ist nicht unser Club“ an den Haaren gepackt worden. Sie habe nur darauf aufmerksam machen wollen, dass Krebs Mist sei, berichtete die 52-Jährige. Nachdem sie sich über das Spielverbot beim Turnier beschwert hatte, wurde ihr überdies mitgeteilt, dass sie auf dem Platz und im Clubhaus des Mount Martha Public Golf Course nahe Melbourne nicht mehr willkommen sei.

Wenn Golferinnen ein Kochbuch schreiben

Golf-Genüsse: Die Damen vom Gullane Ladies Golf Club in Schottland machen sich auf besondere Weise um den kulinarischen Aspekt des Golfspiels verdient. Sie haben für ein Kochbuch persönliche Rezepte zusammen getragen und ausgearbeitet, die alle einen Bezug zum Golf haben; das Kochbuch mit dem schönen Titel „Playing around in the Kitchen“ wird für zehn britische Pfund zugunsten eines wohltätigen Zwecks verkauft. Die einzelnen Kapitel orientieren sich an Golfbegriffen, haben Titel wie „At the Starter’s Box“, „In the Pot Bunker“, „Middle of the Fairway“ oder „Tee and Cake“ und Rezepte etwa für Gin-Tonic-Sorbet oder Orkney Fudge Cheesecake.

Praktische Entscheidungshilfe für Golfer

Zum Schluss: Nach der Saison ist vor der Saison. Und für alle Golfer, die in den vergangenen Monaten gelegentlich Probleme hatten, ihre Prioritäten im Spannungsfeld häuslicher Pflichten zu sortieren – und sie vor allem daheim auch zu vermitteln! –, ist hier die ultimative Entscheidungshilfe. Terry Dale hat sie gebastelt, und wenngleich die Ausführung noch etwas professioneller gestaltet werden könnte, ist das Ergebnis jedes Mal wahrhaft verblüffend – und überzeugt gewiss auch die geneigte Lebensflight-Partnerin: