Brooks Koepka: „Gut war heute nicht gut genug. Hut ab vor Woodland“
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Brooks Koepka: „Gut war heute nicht gut genug. Hut ab vor Woodland“

Entthronter Titelverteidiger nahm‘s gelassen, Woods macht mal Pause, Fitzpatrick vermisste Hitze. Die Back Nine nach der US Open.

Brooks Koepka bei der US Open 2019 in Pebble Beach. (Foto: Getty)

Der Mann ist in der Niederlage so gelassen wie im Moment des Triumphs: Brooks Koepka scheiterte gestern an der historischen Marke, als Zweiter nach dem Schotten Willie Anderson (1903 bis 1905) drei US Open in Serie zu gewinnen. Es wäre angesichts der heutigen Konstellationen im modernen Golf eher eine einsam herausragende Marke geworden. Doch am Ende fehlten dem letztlich entthronten Titelverteidiger drei Schläge auf einen souverän des Weges spielenden Gary Woodland, der sich zehn Jahre nach seiner ersten US-Open-Teilnahme und vielen durchwachsenen Ergebnissen die 54-Loch-Führung nicht mehr nehmen ließ. Aber Koepka haderte nicht: „Da sitzt kein Stachel der Niederlage in meinem Fleisch. Ich habe alles gegeben und richtig gut gespielt, es sollte halt nicht sein.“ Manchmal sei auch richtig gut halt nicht gut genug. Letztlich hatte der Champion von Erin und von Shinnecock Hills nicht genug Druck auf Woodland ausüben können. „Vielleicht wäre er hinter mir noch mal nervös geworden, wenn ich auf der 18 das Birdie gemacht hätte“, sinnierte Koepka über den verschobenen Putt. „Aber das bringt jetzt auch nichts mehr. Es war sensationell, so nah am dritten Erfolg in Serie zu sein, allein das ist schon unglaublich. Und, um fair zu sein: Gary [Woodland] hat an allen vier Tagen großartig gespielt. Hut ab vor ihm, er hat hart dafür gearbeitet und es verdient. Ich freue mich für ihn!“


Woods: Kein Turniergolf mehr vor Royal Portrush

Ruhephase: Tiger Woods nimmt sich eine Auszeit. Nach der kräftezehrenden, weil mit den vorherrschenden Witterungsbedingungen für seinen maladen Rücken so ungünstigen US Open von Pebble Beach legt der 43-Jährige erstmal eine schöpferische Pause ein. Auf die Frage, wo er vor der Open Championship im Juli in Royal Portrush noch spielen werde, antwortete Woods: „Zuhause.“ Und fügte an: „Ich nehme mir etwas Freizeit und widme mich der Familie.“ Allenfalls einen Trainingstrip nach Portrush kann sich der 15-fache Majorsieger („Ich habe da noch nie gespielt und will mir den Platz schon vorher mal anschauen“) bis zur Open-Woche ab 15. Juli vorstellen.



Unterdessen haben Woods‘ Rechtsanwälte im Fall des im Dezember zu Tode gekommenen Mitarbeiters Nicolas Immesberger aus dem Restaurant in Jupiter/Florida in einer offiziellen Einlassung jedwede Mitschuld von Tiger und dessen Partnerin Erica Herman als ehemalige Geschäftsführerin des „The Woods Jupiter“ bestritten. Immesberger hatte zum Zeitpunkt seines Autounfalls einen Blutalkoholgehalt von mehr als dem dreifachen des in Florida erlaubten Pegels; seine Eltern hatte Woods und Herman unterlassene Fürsorgepflicht gegenüber Angestellten vorgeworfen. Der Einfluss Dritter auf Immesberger und seinen Alkoholgenuss falle nicht unter die Aufsichtspflicht der Geschäftsleitung, heißt es in der Stellungnahme.

Hovland knackt jahrzehntealten Nicklaus-Rekord

Seltener Erfolg: Eine erfolgreiche Angelegenheit war diese 119. US Open auch für Viktor Hovland. Mit seinem Birdie auf dem 72. Loch markierte der 21-jährige Norweger von der Oklahoma State University eine neue US-Open-Amateur-Bestmarke und überholte mit 280 Schlägen (-4) niemand geringeren als Jack Nicklaus, der den Rekord fast 60 Jahre lang hielt. Hovland, der als Erster seit Matt Kuchar 1998 sowohl beim Masters im Augusta National Golf Club und bei der US Open im selben Jahr bester Amateur war, wechselt als Nummer eins der Amateur-Weltrangliste jetzt ins Lager der Berufsgolfer und tritt schon diese Woche bei der Travelers Championship als Profi an.

Fitzpatrick: „Es hätte ruhig schwieriger sein können“

Defizit: Es waren kühle, neblige, graue und eher unfreundliche Tage bei dieser 119. US Open an der kalifornischen Pazifikküste, und auch auf den Pebble Beach Golf Links ging es nicht sonderlich heiß her, ehrlich gesagt, es fehlten doch ein bisschen die Dramen und Abstürze, die das Image der „Offenen Amerikanischen“ so stark geprägt haben. Mit Ausnahme vielleicht von Justin Roses gruseliger Back Nine, auf der er bloß drei Bogeys fabrizierte, die den Olympiasieger und US-Open-Champion von 2013 aus dem Dreikampf mit Gary Woodland und Brooks Koepka rissen und auf den geteilten dritten Platz beförderten. Für seinen Landsmann Matthew Fitzpatrick war Pebble Beach – auch als Kontrast zu den äußeren Umständen – jedenfalls nicht heiß genug. „Ich bin einer dieser Psychos, die sich gewünscht haben, es wäre heute etwas schwieriger dort draußen“, sagte der 24-jährige Engländer, geteilter 12. nach einer finalen 68. „Normalerweise befördert dich so ein Ergebnis bei einer US Open nach vorne, aber heute wurde rundherum derart gut gescort, dass ein Jim Furyk sich mit einer Par-Runde gar verschlechtert hat. Hey, das ist eine US Open, die sollte schon taffer sein!“

Das passt gut in den Kanon zahlreicher Beobachter, die glauben, der amerikanische Verband USGA sei von der Spielerkritik am US-Open-Set-up dermaßen eingeschüchtert, dass man jetzt ein geradezu mundgerechtes Tableau habe servieren wollen. Mit Erfolg, denn selbst Chef-Kritiker Phil Mickelson („Ich habe 27 US Open gespielt, und sie haben es jedes Mal vermasselt“) war voll des USGA-Lobs: „Das hier war das beste Set-up, das ich je erlebt habe!“


Sehnsuchtsbilder zum Abschied

Farewell Tour: Mit diesem kurzen, aber eindrucksvollen Streifzug von Erik Anders Lang über den berühmten 17 Mile Drive auf der Halbinsel Monterey, an dem so grandiose Golfplätze liegen wie Cypress Point oder halt Pebble Beach, verabschieden wir uns aus Kalifornien – nächste Major-Stopp: Irland, Royal Portrush!



Trunkenheitsfahrt im Golfcart durch Innenstadt

Spritztour: Ein betrunkenes Pärchen hat am Freitag in der Stadt Werne/Kreis Unna für große Unruhe gesorgt. Die 42-jährige Frau und der 53-jährige Mann hatten im Golf Club Wasserschloss Westerwinkel in Herbern ein Golfcart entwendet, „cruisten“ damit in Schlangenlinien durch die Werner Innenstadt und beschädigten vier Motorroller sowie ein Auto, auch etliche Fußgänger mussten dem Gefährt hastig ausweichen. Einem beherzten Passanten gelang es schließlich, den Schlüssel des Carts abzuziehen, dabei wäre er selbst beinahe überfahren worden. Die Polizei machte das geflüchtete Pärchen später dingfest, der Mann wanderte erstmal in die Ausnüchterungszelle.

Goldwerfer Harting und Riedel golfen für die gute Sache

Golf-Riesen: Wenn Diskus-Gigant Robert Harting Golf gegen Scheiben-Hüne Lars Riedel spielt – dann kommt viel Geld für eine gute Sache heraus. In Brandenburg trafen Harting (34), der Olympiasieger von London 2012, und Riedel (51), der Goldmedaillengewinner von Atlanta 1996, als Kapitän ihrer jeweiligen Golfteams bei einem Wohltätigkeits-Turnier aufeinander: Hartings Equipe gewann und durfte einen Scheck über 14.000 Euro an die „Ambulanz für ALS der Charité“ überweisen. Doch auch die Verlierer gingen nicht leer aus, Riedels Truppe erspielte 7.000 Euro zugunsten der „SV Zukunft“, die Bildungs- und Berufschancen von Jugendlichen fördert.

Mord an College-Golferin: Tatverdächtiger gesteht

Geständnis: Collin Richards, der wegen des Mords an der spanischen College-Golferin Celia Barquin Arozamena (22) angeklagt ist, hat seine Tat am Freitag bei einer Anhörung vor dem Staatsgericht in Nevada/Idaho zugegeben. Er habe die Studentin der Iowa State University, die am 17. September 2018 allein auf einer Trainingsrunde war, getötet und ihren Leichnam in einen Teich der Coldwater Golf Links in Ames/Iowa geworfen, erklärte der 22-Jährige, der schon mehrfach wegen sexueller Belästigung von Frauen aufgefallen ist und sich im März bereits schriftlich zu dem Mord bekannt hatte. Das offizielle Urteil wird am 23. August gesprochen; doch es steht fest, dass Richards eine lebenslängliche Haftstrafe ohne Bewährung bekommen wird.

Golf auf zwei Rädern

Zum Schluss: Wir wollen doch Golf nachwuchsgerecht machen, die Kids mit coolen Aktionen an das Spiel heranführen, sie hinterm viralen Ofen hervorlocken, ihnen fernab von Smartphones und Spiele-Apps realen Spaß und Kurzweile vermitteln. E gäbe da ein Beispiel – gut, zugegeben, an der Ausrichtung des Mini-Segway beim ersten Putt müsste man wohl noch etwas arbeiten …



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