Es piept wohl: Vogelhäuschen beschert Darren Clarke zwei Strafschläge
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Es piept wohl: Vogelhäuschen beschert Darren Clarke zwei Strafschläge

Zweite Chance für Bezuidenhout, Wie pausiert, Fußballstar Kane verzweifelt, eine Brandrede wider Diskriminierung. Die Back Nine.

Darren Clark war nach der Strafe bei der US Senior Open bedient. (Foto: Getty)
Darren Clark war nach der Strafe bei der US Senior Open bedient. (Foto: Getty)

Normalerweise qualmt Darren Clarke wie ein Schlot, Zigaretten und Zigarren. Am ersten Tag der US Senior Open indes rauchte der Nordire vor Wut. Nach einem verirrten Abschlag auf dem zehnten Loch lag sein Ball im linken Rough des Warren Golf Course der University of Notre Dame nahe Chicago, und während Clarke mit einem Regeloffiziellen noch die Balllage diskutierte, entdeckte sein Caddie in der Spiellinie einen Futterkasten für Vögel auf einem Pfahl, den er flugs aus dem Boden zog und zur Seite legte. Damit freilich beging er einen groben Regelverstoß, den bei dem Vogelhäuschen handelt es sich nicht um ein loses Hindernis, sondern gemäß USGA-Regeln ein unbewegliches Hemmnis. Allenfalls darf in einem solchen Fall Erleichterung gewährt werden; und das auch nur, wenn es den Stand oder den Schlag des Spielers behindert – nicht, wenn es bloß in seiner Visierlinie steht.

So handelte der Caddie seinem Chef zwei Strafschläge ein, über die Darren Clarke im Verlauf der Runde informiert wurde, und die aus der Bogey-5 an der Zehn ein Triplebogey machten. Der 50-Jährige war verständlicherweise „not amused“ und dürfte sich gedacht haben: Bei der Spielleitung piept‘s wohl. Trotzdem blieb Europas Ryder-Cup-Kapitän von 2016 und Champion Golfer of the Year 2011 die Zurückstufung nicht erspart. Er beendete den Auftakt mit einer 73 und verpasste das Wochenende nach einer 72 am zweiten Tag mit +5 deutlich, während sich Steve Stricker auf dem Par-70-Geläuf souverän sein zweites Senior-Major sicherte.

Bezuidenhouts dunkles Kapitel in Portrush

Zweite Chance: Mit seinem Sieg beim Andalucía Masters in Valderrama hat sich Christiaan Bezuidenhout für die Open Championship qualifiziert und feiert somit in zwei Wochen sein Major-Debüt. Der Schauplatz Royal Portrush markiert freilich auch ein dunkles Kapitel in der Golfkarriere des Südafrikaners. Bei der British Amateur Championship 2014 nämlich fiel Bezuidenhout durch einen Dopingtest und sollte für zwei Jahre gesperrt werden. Er nahm damals Betablocker gegen die Spätfolgen einer Vergiftung mit Rattengift in der Kindheit. Wegen dieses Umstands und weil das Mittel nicht leistungssteigernd war, wurde die Sperre auf neun Monate reduziert. Dennoch verpasste Bezuidenhout dadurch die Teilnahme an der Eisenhower Trophy, „etwas, worauf ich während meiner gesamten Amateurkarriere hin gearbeitet habe, es war schrecklich“. Jetzt kehrt er als 25-jähriger Profi mit Tour-Erfolg an den Ort der einstigen Schmach zurück.

Wie beendet das Golfjahr vorzeitig

Auszeit: Es hatte sich angedeutet, Michelle Wie verabschiedet sich vorerst vom Golfsport. Die 29-Jährige kündigte via Twitter an, für den Rest des Jahres auszusetzen, um die Verletzung in ihrem rechten Handgelenk in Ruhe und endgültig auszukurieren. Im vergangenen Oktober hatte sich Wie, ohnehin generell von Verletzungen geplagt, bereits einer entsprechenden Operation unterzogen, musste aber anschließend immer wieder Turnierpause einlegen. Bei der Women’s PGA Championship kürzlich war die US-Women‘s-Open-Siegerin von 2014 nach Runden von 84 und 82 am Cut gescheitert und hatte schon über ein mögliches Karriereende geunkt.

 

Harry Kane und das Beinahe-Hole-in-one

Knapp daneben ist auch vorbei: Harry Kane ist zielsicher und gewohnt, zu treffen – als Stürmerstar von Tottenham Hotspur ebenso wie als Kapitän von Englands Nationalmannschaft. Doch Golf ist halt nicht Fußball, und ein so knapp verpasstes Hole-in-one bringt dann selbst den ausgebufften „Three-Lions“-Teamleader zur Verzweiflung. Wo Kane dieses Beinahe-Ass geschossen hat, verrät sein Tweet nicht, aber die Enttäuschung des 25-Jährigen ist auch so deutlich spürbar.

 



Lashley verdoppelt in Detroit sein Karriere-Preisgeld

Steiler Aufstieg: Als Nate Lashley vergangene Woche den Detroit Golf Club betrat, war der 36-Jährige aus Scottsdale/Arizona die Nummer 353 der Welt, 132. im FedEx-Cup-Ranking und die ganz große Golfbühne noch weit hinter dem Horizont. Jetzt ist er der Vierte seit 2005, der als Nachrücker das betreffende PGA-Tour-Event gewonnen hat, gleichzeitig für diese Saison vollwertiges Mitglied des Circuits, wird aktuell auf Weltranglistenplatz 101 geführt, fährt zur Open Championship nach Royal Portrush und 2020 zum Masters sowie zur PGA Championship. Nicht zuletzt verdoppelt Lashley, der mit dem Flugzeugabsturz von Eltern und Freundin zu Collegezeiten so viel Tragik in seiner Biographie hat, durch den Siegerscheck von 1,314 Millionen Dollar für die Rocket Mortgage Classic nahezu sein bisheriges Karriere-Preisgeld von 1,38 Millionen Dollar.

Phil Mickelson schnackt bei Kerzenlicht mit der Mama

Er hat es wieder getan: Phil Mickelson macht aus seinen „Phireside with Phil“-Plauderstündchen eine regelrechte Late-Night-Show. Für die zweite Ausgabe hat er sich sogar einen Gast eingeladen, um über den Thanksgiving-Tag 1985 zu schwadronieren – seine Mutter Mary. Wenn man den beiden zuhört, dann weiß man sehr schnell, wo „Lefty“ sein Faible für den „Schnack“ her hat. Aber wenn die Schwatz-Session bei Kerzenlicht zum Dauerbrenner wird, dann sollte der fünffache Major-Champion vielleicht doch in ein paar vernünftige Stühle investieren:

 

Selbst ein GOAT flucht am Abschlag

Aber Tom, doch nicht vor den Kindern! Tom Brady ist mit sechs Super-Bowl-Triumphen der GOAT des American Football, der„Greatest of all Times“, aber auf dem Golfplatz ist der 41-jährige Quarterback der New England Patriots auch nur ein „Average Joe“ – und flucht wie jedermann, wenn ihm ein Schlag misslingt. Immerhin entschuldigt sich Brady bei seinen Kids im Cart, vielleicht ist ja Ehefrau und Supermodel Giselle Bündchen auch in der Nähe. Früher hieß es bei so was, man sollte sich besser Mal den Mund mit Seife auswaschen …

„Schwule sind im Golf fast unsichtbar“

Brandrede: In der Sonntags-Online-Ausgabe von „USA Today“ hat sich der homosexuelle Golf-Journalist Eamon Lynch in harschen Worten zu aktuellen Diskriminierungen im Golfsport geäußert. Unter dem Titel „Schwule sind im Golf fast unsichtbar, aber uns gibt es trotzdem“ beklagt Lynch, dass Golf hartnäckig von Heterosexuellen, Weißen und konservativen Christen dominiert werde: „Die Vielfalt in unserem Spiel beschränkt sich leider auf unkonventionelle Varianten von Khaki in der Mode.“ Dabei müsse sich Golf im Sinne seiner Zukunftsfähigkeit viel weiter öffnen und  Diversität zulassen, schreibt Lynch und erinnert an das Outing des schwulen Profis Tadd Fujikawa im vergangenen Jahr. „Während die LPGA lesbische Spielerinnen seit langem regelrecht willkommen heißt, seien schwule Golfer auf der PGA Tour und generell im Golf-Universum nahezu unsichtbar – „aber dennoch existent“. Aktueller Auslöser der Diskussion sind die diversen Äußerungen des homosexuellen Fußballstars Megan Rapinoe, die momentan mit dem US-Team bei der Frauen-WM für Furore sorgt.



Frivoles Golf-Event löst Sturm der Entrüstung aus

Das Letzte: Einen Bärendienst erweisen nennt man so was. Am 16. August soll auf einem noch unbekannten Golfplatz in der englischen Grafschaft Essex ein Event der besonderen, nein, der besonders abstoßenden Art stattfinden. Der Veranstalter eine Firma namens „4Play Productions“ verspricht, dass „The Sink the Pink – Big Boy And Bigger Golf Day“ der „frivolste und ungezogenste Golftag aller Zeiten“ wird, mit nackten Kellnerinnen und Oben-ohne-Mädels in Carts. Zurecht gab es einen Sturm der Entrüstung, die Reaktionen reichen von „inakzeptabel“ über „eine Schande“ bis zu „das sind eine Million Schritte zurück in der Zeit“. Im Magazin „Women & Golf“ schreibt Redakteurin Alison Root: „Die Branche arbeitet sehr hart, um Gleichberechtigung und Inklusion in einem Spiel zu fördern, dass sowieso lange den Männern vorbehalten. Gerade jetzt, wo etliche Barrieren gefallen sind, reißt so einen Veranstaltung alles wieder ein, was man mühsam aufzubauen versucht hat.“
Die nächste Meldung in dieser Angelegenheit handelt hoffentlich von der Absage des kruden Events.



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