Golfball der Saison 2018 - Unsere runde Top 5
Aktuell. Unabhängig. Nah.

Golfball der Saison 2018 – Unsere runde Top 5

Der Golfball ist das wichtigste Utensil im eigenen Bag, denn er ist bei jedem einzelnen Schlag involviert. Welche Modelle konnten in diesem Jahr besonders überzeugen?

Unser Top 5 der Golfbälle des Jahres im Überblick. (Foto: Callaway/Bridgestone/Titleist/TaylorMade/Wilson)
Unser Top 5 der Golfbälle des Jahres im Überblick. (Foto: Callaway/Bridgestone/Titleist/TaylorMade/Wilson)

Obwohl der Golfball streng reguliert ist, gibt es himmelweite Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen: mindestens 42,67 mm muss der Druchmesser betragen; 45,93 g muss er schwer sein. Manche besitzen mehrere Schichten, die Dimples sind unterschiedlich und die Kernkompression wechselt von Modell zu Modell.

Golfball - zweiseitiger technischer Fortschritt

Mittlerweile ist die Technik so weit, dass unterschiedliche Flugkurven ermöglicht werden, diverse Spinverhältnisse angestrebt werden können und natürlich der Längenzuwachs realisiert wird.

Letzteres sorgte sogar bei den Profis für ordentlich Gesprächsstoff, denn manche vertreten die Meinung, dass die Bälle zu weit fliegen und der moderne Golfsport darunter leidet. Für den Großteil der Amateure bedeutet dieser technologische Fortschritt jedoch, dass ein Längengewinn lediglich durch die Technologie realisiert wird. Hand auf's Herz, wer von uns freut sich nicht über die extra Meter?

Titleist ProV1 und ProV1x Golfball

Der Branchenprimus ist Titleist. Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache, denn die meisten Turniersiege auf allen Touren wurden mit einem Ball aus dem Hause Acushnet eingefahren.

Ein weiterer aufschlussreicher Indikator sind die Free Agents, also diejenigen Profis, die keinen Ausrüstervertrag haben. Diese können sich jegliches Equipment frei aussuchen und sind nicht an Vorgaben gebunden. Die meisten Free Agents wählen ein Modell von Titleist.

Pro Contra
Unschlagbare Performance: Die Pro V1 Modelle haben seit Markteinführung über 3000 Siege auf Profitouren geholt. Außerdem stellt Titleist seit nun 70 Jahren die meisten Bälle bei der US Open, was die Dominanz auf dem Ballmarkt zusätzlich verstärkt. Höchster Preis: Als Marktführer setzt Titleist verständlicherweise den höchsten Preis. Die UVP für ein Dutzend sind 60€, demnach 5€ pro Ball.
Zwei Modelle verfügbar: Der ProV1 bietet im Vergleich zum ProV1x etwas weniger Spin und spielt sich weicher. Der ProV1x punktet mit einer hohen Flugkurve.
Verbesserte Haltbarkeit: Ein kleiner Kritikpunkt der letzten Jahre war die Haltbarkeit. Titleist hat es jedoch geschafft, die Schale stabiler gegen Kratzer und Cuts zu machen. Deswegen halten die Bälle nun mehr Löcher durch.


Callaway Chrome Soft und Chrome Soft X Golfball

Auch Callaway möchte seinen Marktanteil in der Golfballsparte erhöhen. Neben den zwei Standard-Modellen bietet Callaway ein sehr breites Spektrum an optisch ansprechenden Designs, wie den ganzen Truvis-Modellen.

Ein ganz tiefer Griff in die chemische Trickkiste sorgt für einzigartige Spieleigenschaften. Der Doppel-Kern ist mit Graphen bestückt, was eines der härtesten Materialien der Welt ist. Dadurch sollen schnelle Treffer (von Drivern und Hölzern) wenig Spin abbekommen, die den inneren Kern erreichen und langsamere Schwünge viel Spin erzeugen, die nur an den äußeren Kern herankommen.

Pro Contra
Fehlerverzeihung in einem Golfball?!: Bei diversen Tests wurde die Fehlerverzeihung des Balles bestätigt. Trifft man den Ball nicht ganz sauber muss man sich neben der Richtung aber keine Sorgen um Längenverlust machen. Kaum Feedback: Weil der Ball so extrem weich ist, könnten manche Golfer durchaus das Feedback ein wenig vermissen, denn durch das weiche Schlaggefühl bekommt man Fehltreffer nicht wirklich mit.
Zwei Modelle: Der "normale" Chrome Soft ist noch weicher im Schlaggefühl. Der Chrome Soft X wird von den ganzen Callaway Profis gespielt, da er die selben weichen Eigenschaften besitzt, aber eine höhere Kernkompression besitzt.
Farbenblind: Bei Callaway wird es bunt. Mit Truvis, was optisch einem Fußball ähnelt, schaffen es kleine Farbkleckse auf die Golfbälle. Neben dem hübschen aussehen, lassen sich Spin und Rollverhalten deutlich besser beobachten.



TaylorMade TP5 und TP5x Golfball

Dieser Ball sorgte für große Diskussionen. In einer frechen Werbebotschaft, bei der Stars wie Rose, Johnson, Rahm und McIlroy vertreten waren, wurden die Vorzüge des Balles dargestellt. In einer umstrittenen Sequenz legte Rahm nach, indem er den ProV1 schlecht macht.

Die Kampfansage ist damit deutlich geworden. TaylorMade muss sich aber auch nicht verstecken, denn in technologischer Hinsicht haben die Amerikaner kräftig nachgelegt.

Pro Contra
5-Lagen: Für Performance-Bälle sind drei Lagen üblich, manche Modelle haben auch vier Schichten. Mit insgesamt fünf Lagen haben die TaylorMade Bälle ein Alleinstellungsmerkmal. Hoher Spin hat auch Nachteile: Golfer, die Probleme mit Slices oder Hooks haben, werden von diesen Bällen nicht unterstützt. Das, was die Bälle an Backspin aufnehmen können, wird leider auch in seitlicher Abweichung aufgenommen.
Für jede Geschwindigkeit das Richtige: Aufbauend auf den fünf Schichten, wird für jede Anforderung das optimale rausgeholt. Bei vollen Schlägen gelangt man an den Kern, bei kürzeren Bewegungen kommen die äußeren Lagen zum Einsatz. Spin und Geschwindigkeit unterscheiden sich, je nachdem welche Bewegung man macht.
Zwei Modelle: Der "normale" TP5 Golfball bietet eine leicht niedrigere Flugkurve mit etwas weniger Spin, was zu einer höheren Länge führt. Sonst bestehen kaum Unterschiede zwischen beiden Bällen.

Bridgestone Tour B Golfball

Als sich Tiger Woods für einen Bridgestone Golfball entschied, konnten die Verantwortlichen sicher zelebrieren. Neben ihm spielt auch der "Golfprofessor" Bryson DeChambeau ein Modell mit dem großen "B". Beide erregen medial einiges an Aufmerksamkeit, was die Firmenzentrale sicherlich freut.

Bridgestone fokussiert sich nicht darauf, den einen perfekten Golfball für alle herzustellen. Das Erfolgsgeheimnis lautet Golfballfitting. Vier unterschiedliche Modelle ermöglichen vier Zielgruppen, sodass jede Nische bedient werden soll.

Pro Contra
Slip-Res Schale: Die äußere Schale soll den Spin im kurzen Spiel hochtreiben. Durch einen langsamen Kontakt, der bei Pitches und Chips zu Stande kommt, soll mehr Reibung und dementsprechend mehr Spin entstehen. Seltsame Optik: Die doppelten Dimple sehen beim ersten Hinsehen ziemlich ungewöhnlich aus. Nach der Gewöhnungsphase sollte dies aber kein Problem mehr darstellen.
Doppelte Dimple: Für die Aerodynamik und die Flugeigenschaften sollen die Dimple sorgen. Die Besonderheit sind die doppelten Dimple, denn innerhalb der normalen Einkerbungen sind noch kleinere Rundungen, die einen positiven Einfluss auf die Flugbahn haben sollen.
Vier Modelle: Bridgestone bietet mit den Tour B Modellen insgesamt vier unterschiedliche Golfbälle an. Durch ein Fitting soll man den perfekten Golfball für sich finden und von den Vorteilen profitieren.

Wilson DX2 Soft Golfball

Weicher geht es nicht! Wilson fokussierte sich bei Vorgängermodellen schon immer darauf, diesen Ball so weich, wie nur irgend möglich zu gestalten. Das Ergebnis ist ein Ball, der eine Kompression von gerade Mal 29 besitzt, bisher unerreicht und einzigartig.

Für das Auge wurde auch gesorgt, denn die Wilson DX2 Golfbälle gibt es in allen Farben des Regenbogens. Wer auf die visuelle Unterstützung steht, wird sicherlich in einem der Modelle fündig.

Pro Contra
Weichstes Gefühl der Welt: Die Kompression gibt die Härte des Kerns an. Da mit 29 ein neuer Weltrekord in Sachen Weichheit gebrochen wurde, bietet der Wilson DX2 Golfball das weichste Gefühl. Feedback: Die Kehrseite des weichen Kerns, ist das fehlende Feedback. Der Ball fühlt sich so weich an, dass man Fehlerchen überhaupt nicht mitbekommt.
Niedriger Spin: Die Bälle sind auf einen hohen Ballflug mit wenig Spin ausgelegt. Dies erhöht die Länge bei vollen Schlägen.
Alle Farben: Mit dem DJ aus Berlin haben die Bälle nichts zu tun, aber trotzdem gibt es sämtliche Farben für diesen Golfball.