Golfplätze in der Wüste: Wasserverbrauch und Pflege
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Golfplätze in der Wüste: Konfliktpotenzial ohnegleichen

Grüne Fairways und saftiges Gras, mitten in der Wüste. Was es bedeutet, in den Wüstenstaaten einen Golfplatz zu betreiben.

Bewässerung eines Golfplatzes
Die bis zu 200 Millionen Liter Wasser werden zum Teil aus Salzwasser gewonnen. (Foto: Bernd Stegmaier)

Dreiviertel unseres blauen Planeten Erde besteht aus Wasser. Allerdings - und das ist die schlechte Nachricht - sind nur 2,5 Prozent davon Süßwasser. Und Golfplätze brauchen jede Menge davon. Speziell in Gegenden, die Regen als seltene Naturphänomene verbuchen, ist Wasser Mangelware und sehr teuer. Die Golfplätze in den Wüsten am Arabischen Golf, auf denen derzeit der „Desert Swing“, gespielt wird, benötigen enorme Mengen von Wasser. Nun haben die Emirate am Golf jede Menge Öl, Energie und Geld.

Bis zu 200 Millionen Liter pro Jahr

Man muss aber gar nicht an die Extrembedingungen eines Wüsten-Golfplatzes denken. Schon an der spanischen Costa del Sol dörrt die Sonne Fairways und Greens aus. Bewässerungsanlagen laufen nicht nur im Hochsommer und verbrauchen übers Jahr mal schnell bis zu 200 Millionen Liter Wasser. Spektakuläre Satellitenaufnahmen der spanischen Küste zeigen dann auch tief grüne Golfanlagen und ausgedörrte landwirtschaftliche Flächen. Ein Konfliktpotential ohnegleichen.

Was aber gegen derlei teure Wasserverschwendung tun? Beim Deutschen Golfverband (DGV) wurde vor einigen Jahren der Arbeitskreis Wasser gegründet, der sich um die ökologischen Aspekte des Golfplatzbaus, vor allem natürlich um die Ressource Wasser kümmert. Zum anderen haben Golfplatzarchitekten umgedacht und legen beispielsweise statt Fairways sogenannte Wastelands an. Das sind riesige, Bunker-ähnliche Sandflächen, die einmal pro Jahr mit der Egge gepflegt werden und aus denen man spielt wie aus dem Rough. Der Vorteil: Kein Wasserverbrauch und kaum Pflegekosten. Eine andere Maßnahme hat sich ebenfalls bewährt: Moderne Drainagen lassen Regenwasser nicht einfach versickern, sondern führen es durch unterirdische Sammelvorrichtungen in den Bewässerungsteich, der dann die Pumpen für die Fairwayregner versorgt.

Wassersparen durch richtige Grassorten

„Wenn der Golfplatz-Architekt die richtigen Grassorten wählt, kann man bis 50 Prozent an Wasser sparen,“ sagt Georg Boehm, Mastermind des ersten kommunalen Golfplatzes in Bad Birnbach. Auf den Grüns des Bellavista-Golfplatzes in Niederbayern hat der Architekt eine über 100 Jahre alte schottische Grassorte (Festuca) ausgepflanzt, die mit weniger Wasser auskommt und dennoch sehr gut bespielbar und belastbar ist.



HighTech-Mineralien im Unterbau

Außerdem werden speziell in südlichen Ländern in den Unterbau des Golfplatzes HighTech-Mineralarten eingebaut. Boehm: „In den Emiraten beispielsweise werden die Golfplätze mit Zeolite-Mineralien aufgebaut. Das verhindert den zu schnellen Abfluss des teuren Wassers und hält die Nähr- und Düngestoffe besser an den Wurzeln.“ Außerdem sind in den Emiraten inzwischen alle Fairways auf Paspallum-Gras umgestellt. Diese Grassorte verträgt sogar Salzwasser. Boehm: „Wer in diesen Regionen zu viel Grundwasser entnimmt, riskiert ein Nachdrücken des Meerwassers in den Untergrund und erhält dann nur noch Brackwasser.“

Von Hobbygolfern wenig geliebte Wasserhindernisse seien, so Boehm, nicht die Hinterhältigkeit von Designern, sondern eine Notwendigkeit. So könne man große Wasserbecken schaffen, die sich mit den Regenfällen des Winters füllen, um dann im Sommer als Speicher für die Wasserpumpen zu dienen. Übrigens, Wasser ist in unseren Breiten gar nicht das Hauptproblem. Viel mehr ins Geld laufen die elektrischen Pumpen, die Tag und Nacht teuren Strom verbrauchen.

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