Skechers Golf setzt auf junge Golfprofis und hat einen Toursieger in seinen Reihen
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Skechers Golf setzt auf junge Golfprofis und hat einen Toursieger in seinen Reihen

Skechers Golf setzt auf die "Jungprofis" des deutschen Golfsports und Golf Post traf den zuletzt siegreichen Pro Golf Tour Spieler Finn Fleer zum Interview.

Seit 2018 steht der Pro Golf Tour-Spieler Finn Fleer bei Skechers unter Vertrag. (Bildquelle: Skechers/Instagram: @fjfleer)
Seit 2018 steht der Pro Golf Tour-Spieler Finn Fleer bei Skechers unter Vertrag. (Bildquelle: Skechers/Instagram: @fjfleer)

Das 1992 in einem kleinen Strandhaus in Kalifornien neu gegründete Label Skechers hat sich mehr als 25 Jahre später zu einer der gefragtesten Schuhmarken weltweit entwickelt, mit verschiedensten Modellen für Frauen, Männer und Kinder. Auch in der Sportwelt ist die Schuhmarke stark vertreten, u.a werben US-amerikanische Sportlegenden wie der ehemalige Profi-Boxer Sugar Rey Leonard und der ehemalige Star-Quarterback der Dallas Cowboys Tony Romo für den US-Konzern. Der bequeme Sportschuh hat es natürlich auch in den Golfsport geschafft. Mittlerweile sind Matt Kuchar, einer der Publikumslieblinge der PGA-Tour, der zweimalige PGA-Tour Champion Russel Knox und auch die kanadische Top-Golferin Brooke Henderson Werbefiguren von Skechers.

Skechers Golf setzt auf die "junge Generation"

Im Jahr 2014 war die Markteinführung des Golfschuhs auch auf dem deutschen Markt und seitdem ist der Schuhhersteller im Golfbereich auf dem Vormarsch. Mit einer Mischung aus sportlich ansprechenden Golfschuhen im absoluten "Performance-Bereich" und sogenannten "Hybrid-Modellen", die sowohl auf dem Golfplatz als auch abseits davon getragen werden können, hat Skechers sein Sortiment stetig erweitert und in Deutschland inzwischen eine große Anhängerschaft gewonnen. Zu sehen ist dies auch in der Golf Post Community, die die Skechers Golfschuhe bereits im Rahmen eines ausführlichen Tests unter die Lupe nahm und zu beeindruckenden Ergebnissen kam.

Skechers Deutschland unterstützt die "Jungprofis" des deutschen Golfsports, darunter Olivia Cowan, die zurzeit auf der LET-Tour spielt, die aufstrebende Anastasia Mickan und auch Finn Fleer (Pro-Golf-Tour). Bereits Ende April diesen Jahres begleitete Golf Post die jungen Markenbotschafter von Skechers im Golfpark Trages bei einem Fotoshooting. Anschließend stellten sich die Skechers Golf-Testimonials Olivia Cowan, Anastasia Mickan und Finn Fleer den Fragen unseres Redakteurs. Alles rund um die Fragerunde lesen in unserem Artikel: "Skechers Golfschuhe - Testimonials in Fragerunde".

Golf Post traf zudem noch einen der "Jungprofis", Finn Fleer, zum ausführlichenInterview im Kölner Golfclub und sprach mit dem 23-Jährigen über den teils steinigen Weg in den Profi-Golfsport, die Herausforderungen und natürlich über die Partnerschaft mit Skechers. Momentan spielt der gebürtige Kölner auf der Pro Golf Tour. Erst letzte Woche konnte er sich über seinen zweiten Triumph auf der Pro Golf Tour freuen, den ersten seit September 2017. Alles zu seinem fantastischen Erfolg bei der Extec Trophy 2019 by Atomic Drinks lesen Sie in unserem Artikel: "Comeback in Liberec: Finn Fleer gewinnt die Extec Trophy by Atomic Drinks".

 

Skechers Markenbotschafter Finn Fleer im Golf Post Interview

Golf Post: Finn, du bist über einen Zufall im Urlaub zum Golf gekommen. Durch dein Talent warst du mit ca. 14 Jahren Teil des Kaders in Neuss und nach deinem Abitur hast du dann die Entscheidung getroffen Profi zu werden.

Finn Fleer: Genau, da ich spielerisch noch nicht da war, wo man sein muss, habe ich die ersten zwei Jahre nach dem Abitur vieles probiert, um bestehen zu können. 2017 hatte ich dann ein gutes Jahr, habe mir jedoch bei der Saisonplanung einen Fehler erlaubt, indem ich acht Turniere auf der Pro Golf Tour nicht gespielt habe und somit um 1000 Punkte die Challenge Tour Card verpasst, sprich um einen Platz. Im Nachhinein war das sehr ärgerlich, aber das lässt sich nicht mehr ändern. 2018 habe ich dann auch relativ viel Zeit durch Hüftprobleme verpasst, die ich über die letzten zweieinhalb Jahre mitgeschleppt habe.

Keiner wusste genau, woher das kam. Ich hatte viele Untersuchungen, es schien alles ok, aber dennoch hatte ich Schmerzen. Zu der Zeit habe ich eine Einladung von BMW bekommen, weil es aber immer schlechter wurde habe ich entschieden, einen Cut zu machen und drei Monate kein Golf zu spielen, um einfach einmal einen Heilungsprozess zu starten. Viel Physiotherapie, viel Rehatraining, ohne operativen Eingriff - obwohl dieser geplant war, aber das haben wir zum Glück gelassen - und seit sechs Monaten bin ich komplett schmerzfrei. Und jetzt bin ich ohne Probleme gut in die Saison gestartet.

Golf Post: Nochmal ganz kurz zurück: Nach deinem Abitur - wie gestaltet sich so ein Prozess? Ich nehme an, es könnte mit der Idee starten, es als Golfprofi zu versuchen, aber wie ist so ein Entscheidungsprozess? Man stimmt sich sicher mit seinen Eltern, Verwandten, Freunden und Wegbegleitern ab, oder wie muss ich mir das vorstellen?



Finn Fleer: Meine Tante und mein Onkel standen sehr dahinter. Sie haben mich zu nichts gedrängt, sie haben das Ganze einfach sehr unterstützt . Irgendwann war der Punkt gekommen, zu entscheiden, was machen wir jetzt? Gehst du jetzt studieren, oder machst du etwas anderes? Dann hab ich mich dazu entschieden die Ausbildung zum Golflehrer parallel zu starten, habe die aber, nachdem ich die Assistentenprüfung bestanden habe, nicht fortgeführt. Ich habe gemerkt, dass ich kein Teilzeit-Golfprofi sein möchte - entweder du machst es zu 100% oder gar nicht.

Golf Post: Also bist du, Stand heute, immer noch happy mit deiner Entscheidung?

Finn Fleer: Ja, sehr. Auf jeden Fall habe ich dann parallel die Entscheidung getroffen, dass man es mit dem Spielen probieren kann. Ich habe mich natürlich auch abgestimmt - weil es auch finanziell eine Frage ist - ob es denn von zuhause aus möglich ist. Das war es Gott sei Dank. Daraufhin habe ich mit meinem Trainer darüber gesprochen, ob er die Entscheidung für richtig hält. Und so sind wir dazu gekommen.

Golf Post: Du hast es gerade angesprochen: Man muss natürlich abwägen, ob es finanziell möglich ist. Das war es zum Glück auch. Am Anfang muss man im Freundeskreis und Verwandtenkreis schauen, wie es finanziell aussieht, weil nicht von Anfang an Sponsoren und Partner dabei sind. Jetzt sitzen wir beide hier - das können wir klar sagen - der Kontakt ist über Skechers zustande gekommen. Seit wann begleitet Skechers dich?

Finn Fleer: Seit letztem Jahr, seit 2018.

Golf Post: Wie fühlst du dich bei Skechers aufgehoben?



Finn Fleer: Gut. Ich bin sehr zufrieden, mit dem was wir so machen. Ich war einer der ersten, den sie unter Vertrag genommen haben. Seit ca. 1,5 Jahren bin ich Skechers Golf-Testimonial, die Zusammenarbeit hat sich eingependelt, ich bekomme regelmäßig neues Equipment und bin mit den Produkten super happy. Jetzt im April steht ein Shooting an und so langsam kommt alles ins Laufen. Mit den Produkten bin ich super happy. Die Schuhe - der Fokus von Skechers im Golfbereich - ziehst du an und es fühlt sich an wie ein Turnschuh und funktioniert als Golfschuh. Wirklich super!

Golf Post: War dir vor der Partnerschaft mit Skechers klar, dass sie wirklich so gute Golfschuhe machen?

Finn Fleer: Ich hatte sie nicht direkt auf dem Schirm. Ich wusste, dass Matt Kuchar Skechers trägt und mir war das auch immer schon klar, aber natürlich hatte ich keine Erfahrungswerte. Skechers ist ja erst seit 2014 hier in Deutschland auf dem Golf-Markt tätig, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Golf Post: Du hast Matt Kuchar angesprochen. Man bringt ihn natürlich mit Skechers in Verbindung als Publikumsliebling auf der PGA Tour. Auf Damen-Seite hat Skechers Brooke Henderson und in Deutschland fördert Skechers die jungen, ambitionierten Profigolfer, Anastasia Mickan, Olivia Cowan und dich, Finn Fleer. Euch Jung-Talente vereint allesamt die Motivation und der Ehrgeiz. Stimmst du der Strategie des Unternehmens zu?

Finn Fleer: Definitiv! Ich glaube auch, dass du es so machen musst. Du kannst natürlich sagen, dass du irgendeinen Superstar unter Vertrag nimmst. Cobra/Puma ist auch erst mit Rickie Fowler so richtig gewachsen und da haben sie auch auf das richtige Pferd gesetzt. Ich glaube, dass das ein Weg ist, wie du dir langfristig einen Namen machen kannst.

Golf Post: Du hast Rickie Fowler angesprochen. Ich würde noch Jordan Spieth mit Under Armour in den Raum werfen. Wie wäre es denn, wenn Skechers die Geschichte mit dir fortschreibt, wie Rickie mit Puma und Jordan mit Under Armour?

Finn Fleer: Ich sag mal so, ich gebe mein bestes, mehr kann ich nicht machen. Aber Bock hätte ich darauf schon.

Golf Post: Kurz noch einen Ausblick, nachdem wir zuerst deinen Weg ins Profigolf beleuchtet haben. Gib uns kurz einen Überblick, wie deine Saisonplanung jetzt aussieht, was es für dich dabei zu beachten gibt und was Punkte sind, wo es auch etwas schwierig wird, sich zu koordinieren und welche Herausforderungen auf der Pro Golf Tour auf den Profigolfer zukommen.

Finn Fleer: Also Stand jetzt, habe ich sieben Turniere gespielt, immer ordentlich, ein Mal 5. geworden, aber kein Turnier, wo ich behaupten kann, dass es ein gutes Turnier war. Das war mir aber klar, dass ich geduldig bleiben muss, nachdem was letztes Jahr passiert ist. Ich fühle mich super. Ich denke, dass ich dieses Jahr wieder in der Position sein werde, Turniere zu gewinnen. Plan für nächstes Jahr ist ganz klar die Karte für die Challenge Tour zu holen, ob es über die Pro Golf Tour ist, oder die European Tour - Qualifying Schools Ende des Jahres. Das ist die Saisonplanung für dieses Jahr. Ich würde sehr gerne die British Open Qualifying spielen, aber das wird sich, so wie es momentan aussieht, mit Pro Golf Turnieren überschneiden, sodass das wohl flach fällt.

Deswegen liegt der Hauptfokus auf der Pro Golf Tour. Klar, was sind die Probleme? Ich finde diese ganze Auslandsgeschichte, bzw., dass man jetzt in Marokko spielt, eigentlich das Schwierigste von allem, weil das schon eine sehr andere Welt ist. Klar, sie sind alle aufgeschlossen, sie kennen Touristen, aber du musst trotzdem irgendwie vorsichtig sein. Das ist eben so, dass da fünf Mal am Tag irgendeine Moschee über den Lautsprecher angeht, und dass da gebetet wird. Damit musst du einfach klarkommen. Und das ist sehr anstregend, das alles zu koordienieren, da die die ganzen Reisen immer dicht hintereinander getaktet sind. Ich bin jetzt ab dem 26. März für 17 Tage da, sehr anstrengend, drei Turniere, dafür musst du auch erstmal genug Klamotten für haben.

Golf Post: Bleibt in so einem 17-Tage-Stretch mit drei Turnieren ein bisschen Zeit für Zerstreuung, Kultur, Marokko? Marrakesch ist schließlich eine sehr ansprechende Stadt ist. Hat man da Zeit für, oder eher nicht?

Finn Fleer: Ich denke ich werde mir auch dieses Mal die Zeit dafür nehmen, weil du kannst nicht 17 Tage lang jeden Tag hintereinander Golf spielen. Das ist einfach faktisch nicht möglich, tut deinem Körper nicht gut und tut deinem Kopf nicht gut. Deswegen würde ich einfach sagen, dass du dir mal mindestens zwei Tage nehmen musst, an denen du mal Halbgas machst. Jetzt nicht komplett untätig bist, aber auch mal etwas anderes siehst. Wir sind ja in Agadir, dann spielen wir ein Turnier in Tazegzout, das ist in der Nähe von einem Surfer-Örtchen, da ist es super schön, das kenne ich vom letzten Jahr. Da kann man sich auch mal einen halben Tag an den Strand legen.

Golf Post: Um noch einmal abschließend auf deine Phase mit der Verletzung zurückzukommen. Hast du etwas an deinem Spiel geändert, der Art und Weise, wie du trainierst?

Finn Fleer: Ja, ich habe schon etwas verändert. Ich bin ein Stück weit sensibler geworden, sprich ich verstehe meinen Körper besser. Ich mache noch relativ viel Reha-Training, auch für mich selbst, um der ganzen Geschichte auch ein wenig vorzubeugen, um darauf vorbereitet zu sein, dass der Körper diese Belastung auch aushalten kann. Es ist einfach höchste Belastung, wenn du den ganzen Tag auf dem Golfplatz verbringst und abends noch ins Fitnessstudio gehst. Da kommst du nicht drumherum, dass du diese ganzen Mobilitäts-, Stabilitäts- und Stretchingübungen machst.

Und schwungtechnisch würde ich nicht sagen, dass wir viel verändert haben, wobei natürlich durch diesen ganzen Prozess sich da schon etwas entwickelt hat. Ich bin ein ganzes Stück stabiler geworden, sprich ich hatte immer so einen Kick-back in der Hüfte zum Treffmoment hin. Den gibt es jetzt nicht mehr, weil die ganze Bauchmuskulatur und die Rumpfmuskulatur das jetzt besser abfangen kann. Da ist schon ein klarer Fortschritt zu erkennen, aber bewusst geändert habe ich jetzt nichts.

(Das Interview führten Renan Schmid und Robin Bulitz)