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Stellschrauben am Driver? Finger weg!

Einige Drivermodelle sind mit Stellschrauben versehen, deren Einstellung der Amateurgolfer besser dem Profi-Fitter überlässt.

Golf Driver
Stellschrauben sind dazu da, die Winkel der Driverneigung zu ändern. Das ist nicht für alle empfehlenswert. (Foto: stevegarfield)

Gib einem Mann ein Werkstück mit Schrauben und einen Schlüssel dazu und er wird beginnen, daran herumzuschrauben. So ähnlich funktionieren Driver, die mittels Stellschrauben mehrere Veränderungsmöglichkeiten haben.

Veränderung am Driver = Veränderung des Schlags

Unabhängig von der Funktionsweise der Schrauben ist es für mittelmäßige Golfer nicht opportun, selbst zum Werkzeug zu greifen. Selbst Teaching-Professionals fassen die Verstellmöglichkeiten nur mit spitzen Fingern an, wenn sie nicht über einen unbestechlichen Assistenten in Form einer Video-Highspeed-Kamera verfügen.

Für Amateurgolfer selbst, die nicht über einen konstanten Schwung verfügen, ergibt jeder Dreh an den Schrauben im Driverkopf eine neue Veränderung, die aber keinen Rückschluss darüber zuläßt, ob der Driver nach dem Dreh anders arbeitet oder ob einfach der Schwung nur ein anderer war als der vorhergehende.

Felix Lubenau, Teaching-Pro des Hartl Center of Excellence: „Die Verstellmöglichkeiten bringen etwas, allerdings nur bei Spielern mit hoher Schlägerkopf-Geschwindigkeit und einigermaßen konstantem Schwung. Ich verwende für unbestechliche Ergebnisse einen Trackman oder Video-Scope-System, auf dem Abweichungen von der Schwungebene ebenso analysiert werden können wie die Auswirkungen der Schraubendrehung.“



Was aber können die Verstellschrauben?

Bei TaylorMade lässt sich der Loft des Schlaggeräts beispielsweise beim R11S Driver um 1,5 Grad (plus oder minus) verstellen. Die Schlagfläche ändert sich je nach Einstellung um drei Grad nach beiden Seiten. Außerdem lässt sich der Schwerpunkt in der Sohle verrücken, so dass ein Draw oder ein neutraler Schlag die Folge ist.

Callaway setzt bei seinem verstellbaren Driver (RAZR fit) auf sogenannte Opti-Fit-Gewichte. Winzige Gewichte (12 und 2 Gramm) verändern den Schwerpunkt des Schlägers sowie drei verschiedene Schlägerkopf-Positionen wirken auf die Ballflugkurve ein. Der erwünschte Draw oder die neutrale Flugkurve sind der Effekt.



Nike erlaubt bei seinem VR S STR8-fit eine Verstellung des Schlägerblattes um vier Grad. Dies wird durch eine Schraube im Hosel möglich. Titleist verfügt über Fitting-Zentren und geht weg vom „Selberschrauben“. Die neuen Driver lassen sich individuell auf den Spieler einstellen. Neben den verstellbaren Gewichten lassen sich beim Profi-Fitter auch aus einer großen Auswahl von Schäften wählen, die zum Schwung des Spielers passen.

Der geneigte Tüftler denke also daran: Finger weg von den Schrauben, auch wenn es noch so verlockend ist. Dafür gibt's beim Profi-Fitter interessante Tipps und Infos zum eigenen Spielgerät, von denen man vielleicht noch gar nichts wusste.



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