The Scandinavian - die Krone unter den dänischen Golfclubs
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The Scandinavian – die Krone unter den dänischen Golfclubs

Golfreise-Spezialist Jürgen Linnenbürger hat mit dem "The Scandinavian" einen der schönste Golfplätze Dänemarks genauer unter die Lupe genommen.

Ein wunderschöner Ausblick auf den Golfplatz "The Scandinavian".(Bildquelle: The Scandinavian)

Kopenhagen rangiert unter den lebenswertesten Städten weltweit an Nummer Acht. Den Spitzenclub des Landes, den ‚The Scandinavian’, erreiche ich sowohl vom Flughafen als auch vom Zentrum der dänischen Hauptstadt in knapp einer halben Stunde.


Hier treffe ich auf all das, was ich besonders positiv mit Dänemark verbinde. Sympatische, entspannte Menschen, eine herzliche Gastfreundschaft sowie eine top Qualität.

Dies spüre ich bereits bei der Anfahrt zum Clubhaus. Ausländische Gäste sind herzlich willkommen und werden mit der gehissten Flagge ihrer Nation begrüßt. Gleich neben dem ‚Danebrog‘, dem rot-weißen Banner der Dänen. In 2019 feiern die Dänen seinen 900. Jahrestag.

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Unsere Nacharn sind stolz auf ihn und zeigen ihre Nationalfahne bei vielen Gelegenheiten. Besonders in diesem Jahr. Schwarz-Rot-Gold wird nur meinetwegen aufgezogen, denn ich bin während meines dreitägigen Aufenthalts der einzige deutsche Gast.

Moderne skandinavische Architektur trifft auf zeitgenössiche Kunst

Das preisgekrönte Clubhaus wurde - wie auch das Kopenhagener Opernhaus - von dem bekanntesten Architekten des Landes gestaltet. Das Unternehmen Henning Larsen Architects hat es entworfen. Hauptsächlich besteht es aus Glas, Holz, buntem norwegischen Schiefer und einer Legierung aus Messing und Zink. Es beeindruckt sowohl von außen als auch von innen. Das zeitgenössische skandinavische Design fasziniert mich besonders durch die spitz zulaufenden Giebel, die mich an eine Kathedrale erinnern.

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Die elektronische Eingangstür öffnet sich mir automatisch. Dahinter betrete ich den weitläufigen, völlig offen gestalteten Bereich mit Pro Shop, Lounge, Café und Restaurant. Am anderen Ende blicke ich durch die riesige Glasfront auf die 18. Bahn und das Putting Green. Über eine Wendeltreppe gelange ich in das Souterrain, in dessen Vitrinen u.a. die Hole-in-one Schützen gewürdigt werden. Die Schränke in den Umkleiden lassen sich wie Safes in Hotels elektronisch verschließen.

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Im Clubhaus wie auch davor sind Werke zeitgenössischer Kunst ausgestellt. Größen wie der chinesische Künstler Ai Weiwei tragen mit ihren Werken zu dem leichten, äußerst edlen und eleganten Interieur bei. Besonders beeindruckt mich seine aus Marmor gestaltete Plastik ‚Standing Figure‘.

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Auch sein Kronleuchter ‚Yu Yi’ in Form eines fliegenden Menschen hat es mir angetan. Die Farben der dezent integrierten Leuchten können je nach Gelegenheit variiert werden. Pink dominiert beim Damengolf.

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Die Kreativität und hohe Qualität der im ‚Café‘ und im Restaurant ‚The Waters‘ servierten Speisen reihen sich nahtlos in meine positive Beurteilung ein. Optisch getrennt wird beides durch die Bar, die in deren Mitte liegt.

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Das leckere Smörebrod im ‚Cafe‘ ist ein absolutes Muss.

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Von den gedeckten Tischen des Restaurants beobachte ich den Chefkoch und sein Team, das in der offenen Küche zaubert. Morton Kirk verwöhnt seit Eröffnung des Clubs seine Gäste, die auch aus dem Zentrum von Kopenhagen hierher kommen. Das ausgezeichnete Dinner und die erlesenen Weine lohnen den Trip. Morton ist ein bemerkenswerter Charakter, der schon in Michelin-Restaurants in London gearbeitet hat. Er interpretiert traditionelle skandinavische Gerichte neu und verbindet diese mit französischen Einflüssen.

Parkland-Golf vom Feinsten

Der Club wurde 2006 gegründet, nachdem drei ehemalige Manager des IT-Unternehmens ‚Navision‘ es 2002 an Microsoft verkauft hatten. Mit dem Erlös wollten sie nicht nur großartige Golfplätze, sondern auch einen Ort mit einem besonderen Ambiente schaffen. Alles sollte höchsten Ansprüchen gerecht werden. Vor diesem Hintergrund beauftragten sie ‚Robert Trent II Architects‘ mit der Gestaltung der Anlage. Bruce Charlton, Präsident und Chief Design Officer des Unternehmens, nahm sich dieser Aufgabe an und schuf ein großartiges Lay-Out.



In den Jahren 2006 bis 2010 entstanden auf einem 200 ha großen, ehemaligen Truppenübungsplatz zwei 18-Loch Championship-Plätze der Extraklasse. Zunächst der ‚Old Course‘, nur ein Jahr später der ‚New Course‘. Das gesamte Terrain wurde mit Erde, Sand und Kompost aufgeschüttet. Die Bewässerungsanlage ist führend in Nordeuropa. Die Plätze können bis zu 100 mm Regen pro Stunde aufnehmen.

Die Löcher führen durch eine natürliche, ruhige Umgebung mit viel Wald, Bächen und Seen. Mein Eindruck ist, als ob das Gebiet seit Jahrhunderten unverändert geblieben sei. Besonderen Wert legt man auf den Umweltschutz. Dies erfahre ich auch beim Besuch ‚back stage’. In dem Gespräch mit dem Head Greenkeeper und der Besichtigung des Fuhrparks lerne ich viel Neues über die Pflege von Golfplätzen kennen. Die Greenkeeper machen einen großartigen Job. Fairways, Grüns und Bunker sind auf Tour-Niveau.

top100golf.courses platziert die Plätze in Kontinental-Europa an Position 26 und 54. Jeder verfügt über 5 unterschiedliche Abschlagsmöglichkeiten. Ihre Markierungen werden nicht in Farben sondern in Zahlen dargestellt, die auf die jeweilige Länge des Platzes hinweisen (z.B. die 63 für 6.361 m).

Die Nummer Eins in Dänemark

Der ‚Old Course‘ wird u.a. von Golf Digest als der Beste der 190 Plätze im Land angesehen. Er führt durch hügeliges Gelände. Seine Bahnen werden teils von hohen Bäumen flankiert. Jeweils fünf Par 5 und Par 3 bieten viel Abwechslung. Einige Landezonen erscheinen kleiner als sie tatsächlich sind. Hauptsache trocken bleiben lautet die Devise, denn Wasser kommt an 13 Löchern ins Spiel.  So auch auf allen Par 3, wo man jeweils frontal das feuchte Nass zu überwinden hat.



Auch durch die Zwei, ein Par 5, verläuft ein Bach, den man gleich zweimal passieren muss. Das Fairway wird durch den Bach in zwei Landezonen geteilt. Die mit mir spielenden schwedischen Longhitter entscheiden sich mit ihrem Abschlag für die nicht einsehbare rechte Seite und landen direkt vor einem großen Baum, der mitten auf dem Fairway steht. Ihre guten Schläge werden nicht belohnt, da sie beide einen ‚Recovery‘ benötigen. Hierüber sind sie not amused.

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Auch die 18, ein Par 5, wird nahezu über die geamte Strecke auf der linken Seite von Wasser begleitet. Das tiefe Gün wird zusätzlich von einem großen Bunker bewacht.

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Der ‚New Course‘ rangiert an vierter Position in Dänemark. Er verfügt über einige engere Fairways, so dass noch präziseres Spiel angesagt ist. Dies bekommt man gleich an der Eins, einem Par 5, zu spüren. Der Abschlag über das Wasser muss gerade sein und in der schmalen Landezone aufkommen. Sonst ist der Start misslungen.

Über die Teebox der Zwei springt bei meiner Runde ein Reh. Ich befinde mich mitten im Wald. Das höher liegende Grün ist nicht einsehbar und fällt seitlich stark ab.

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Die anschließenden Löcher bleiben abwechslungsreich und herausfordernd. Die Bunker und ondulierten Grüns haben es in sich. Der Abschlag an der Neun rollt schnell vom Grün oder landet im Bunker.

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Der Höhepunkt folgt wieder zum Schluss. Hält man auf der 18 das Wasser auf der gesamten linken Seite aus dem Spiel, gilt es mit dem Schlag ins Grün auch noch frontales Nass zu überwinden. Drei Bunker schützen es auf der einen, Wasser auf der anderen Seite.

Kompetenz und internationale Erfahrung im Management

David Shephard übernahm 2016 als Chief Executive die Verantwortung für den Club. Der sympatische Engländer hat ihn in nur wenigen Jahren zu einem exklusiven Members Club entwickelt. Gäste sind herzlich willkommen. Die in den letzten Jahren deutlich angestiegene Mitgliederzahl beträgt heute ca. 950. David führt den Club nach dem Grundsatz: ‚Respect the game of golf, Respect the place and Respect each other‘.

Sportlich ambitioniertes Golfen

Der Club ist sportlich ausgerichtet. Das Durchschnitts-HCP aller Mitglieder beträgt Neun. Nimmt man die mehr als 20 Pros aus dieser Betrachtung heraus, bleibt die durchschnittliche Spielstärke bei 13,5. Auf der Driving Range werde ich mit einem ‚hey‘ von Sören Kjeldsen nett begrüßt. Er schlägt ein paar Bälle, bevor er mit seinem Sohn auf die Runde geht. Weitere European Tour-Spieler zählen ebenso zu den Mitgliedern wie die der Challenge, der Seniors und der Ladies European Tour.

Die Anlage bietet auch ihnen beste Trainingsmöglichkeiten. Hierzu zählen eine von mehreren Seiten bespielbare Driving Range, eine ungewöhnlich große Short Game Area sowie vier Putting Greens.

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Bei den Leih-Schlägern kann man zwischen den aktuellen Modellen von Titleist und Taylor Made wählen.

Übernachten inmitten des Golfplatzes

Wer rechtzeitig reserviert hat die Chance, in einem der drei Zimmer des clubeigenen Guest Houses ‚Hedebolund’ zu übernachten. Ich erreiche es mit einem Buggey nach ca. fünf Minuten. Vorbei an Fairways und Grüns, liegt die Unterkunft mitten auf dem Platz. Material, Design und  Ausstattung entsprechen denen des Clubhauses. Mein Zimmer mit Bad in der ersten Etage bietet einen tollen Ausblick auf das Fairway und das Grün der Zwei. Noch besser ist dieser durch die Glasfront des angrenzenden Living Rooms.

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Das Guest House kann in den drei Zimmern bis zu sechs Personen aufnehmen. Ideal ist es für Personen, die sich kennen und den Aufenthaltsbereich gemeinsam nutzen möchten.

Die erste Übernachtung ist zugegebenermaßen ein wenig spooky. Allein auf dem Golfplatz in völliger Abgeschiedenheit zu übernachten ist schon gewöhnungsbedürftig. Geplant ist der Bau von wenigen weiteren Übernachtungsmöglichkeiten. Von dem Bau eines Hotels nimmt man bewusst Abstand, da dies nicht zur Philosophie des Clubs passt.

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High End in allen Bereichen

Nicht nur der Club, sondern auch Dänemark ist in vielen Punkten spitze. Leider auch bei den Preisen. Unter den 28 EU-Ländern nimmt es den ersten Rang ein. Vielleicht ist dies ein Grund dafür, dass sich die Anzahl der deutschen Besucher des ‚The Scandinavian’ bisher in Grenzen gehalten hat.

Der Package-Preis pro Übernachtung für das gesamte Guest House, inklusive drei Golf-Carts, beträgt in der Hochsaison für sechs Personen ca. € 600,- pro Tag. Die Greenfee kostet dann ca. € 200,— pro Platz pro Person. Anschlussrunden am nächsten Tag spielt man günstiger.

Für mich bleibt der ‚Besuch des ‚The Scandinavian‘ ebenso unvergesslich wie die neun mit dem Geschäftsführer David am Sonntagnachmittag gespielten Löcher. Es ist nicht nur ein außergewöhnlicher Golfclub mit zwei tollen Plätzen und aufgeschlossenen Menschen, sondern ein Refugium, dessen Ruhe und Exklusivität mich völlig begeistern. Buchen kann man ausschließlich unter www.thescandinavian.com.

 

 



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