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Woods vs. Daly: Verbales Scharmützel um „Big Johns“ Cart-Extrawurst

Zum Auftakt der PGA Championship: Tigers Chance auf den Sonnenplatz, Koepkas Dinner, Faldos Sorgen und die Sache mit dem Schild.

Nicht allen gefällt, dass John Daly bei der PGA Championship mit einem Cart antreten darf. (Foto: Getty)
Nicht allen gefällt, dass John Daly bei der PGA Championship mit einem Cart antreten darf. (Foto: Getty)

Er hatte geahnt, dass es kaum ganz ohne Gegenwind ablaufen würde: John Daly bestreitet die 101. PGA Championship im Cart, wegen seiner Arthrose im rechten Knie mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung, und nicht jeder spendet Beifall. Nachdem „Big John“ bereits in den Medien einiges abbekommen und Sir Nick Faldo darauf hingewiesen hatte, dass Golf ein „Walking Game“ sei, nahm sogar Tiger Woods den 53-Jährigen aufs Korn. Während seiner Pressekonferenz wurde der 15-fache Majorsieger nach seiner Meinung zu Dalys Extrawurst befragt, und Woods setzte sein breitestes Grinsen auf, als er kurz, knapp und treffend antwortete: „Na ja, ich bin schon mit einem gebrochenen Bein herumgelaufen, also …“ Und ließ den Satz ansonsten unvollendet, mit dem er auf seinen letzten US-Open-Sieg anspielte, als er sich 2008 mit einer Ermüdungsfraktur im linken Knie durch das Major in Torrey Pines gequält hatte.

Natürlich mochte Daly, der sich auf das US-Behinderten-Recht berufen hatte, dies so nicht stehen lassen. „Wenn Tiger alle Fakten gehabt hätte, wäre sein Kommentar vielleicht anders ausgefallen“, sagte Daly gegenüber „USA Today“. „Arthrose ist ein verfluchtes Ding und schmerzt höllisch. Wenn mein Knie bloß gebrochen wäre, hätte ich es schon längst richten lassen.“

Ohnehin „nervt es mächtig, alt zu werden“, erklärte Daly und ließ eine Liste seiner Diagnosen folgen: die tägliche Spritze wegen Diabetes, Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck und zur Medikamentation seiner Leber, die nach jahrelanger Einnahme von Schmerzmitteln „nicht in bester Verfassung sei“. Seinen exzessiven Lebenswandel ließ das Schwergewicht, PGA Champion von 1991, dabei freilich unerwähnt. Oder wie die „Vancouver Sun“ schrieb: „Mittlerweile ist er eine von Softdrinks aufgeblähte, Zigaretten rauchende Karikatur verschwendeten Potenzials.“

Gestern dann nahm Daly sein Cart samt einige Verhaltensregeln entgegen, „stilecht“ mit Kippe im Mundwinkel, und ließ sich anschließend von den Fans feiern. Es sei eigentlich gar kein so großer Vorteil, erklärte er nach seiner 9-Loch-Einspielrunde: „Glaubt mir, ich hasse Cartfahren und würde laufen, wenn ich könnte. Aber nach spätestens vier Löchern ist das Knie ganz übel angeschwollen.“

 


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Quintett rangelt um die Weltspitze

Spitzen-Tanz: Auf Long Island geht es bis Sonntag nicht nur um die Wanamaker Trophy, jenen enormen Pokal für den Gewinner der PGA Championship; nein, auf Bethpage Black wird auch heftig um den Platz an der Golf-Sonne gerangelt. Gleich vier Spieler könnten am Montag Dustin Johnson von der Spitze der Weltrangliste verdrängt haben und als neue Nummer eins grüßen. Mit einem Sieg würden zuvorderst Justin Rose und Brooks Koepka wieder ganz vorne stehen, ebenso Rory McIlroy. Selbst Tiger Woods hat Chancen, dafür müsste er sein 16. Major gewinnen und „D. J.“ maximal Zehnter werden, Rose und/oder Koepka dürften zudem nicht Platz zwei belegen. Und dann ist da noch Jordan Spieth, der mit einem Sieg in Farmingdale immerhin den Karriere-Grand-Slam verbuchen würde.



Koepka und der Karottenkuchen

Nachahmer: Was dem Masters recht ist, darf der PGA Championship billig sein. Also gab‘s in Bethpage Black auch wieder ein Champions Dinner, und Brooks Koepka als Gastgeber und Titelverteidiger ließ seinen anwesenden Vorgängern nach einem einstimmenden Salat die Wahl zwischen Wagyu-Fleisch aus der japanischen Region Miyazaki, Ente sowie Fisch und servierte zum Dessert den auch hierzulande sehr beliebten Karottenkuchen.

 


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Es speisten unter anderem Tiger Woods, Rory McIlroy, Jason Day und Martin Kaymer


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Justin Thomas: 2017er Champion muss passen

Einer fehlt doch: Da waren‘s nur noch 99 statt der ursprünglich stolz verkündeten 100 bestens Spielern der Welt bei dieser 101. PGA Championship und auch ein Gast weniger bei Koepkas Abendmahl. Justin Thomas, der Titelträger von 2017, musste wegen einer Handgelenksverletzung zurückziehen, die er sich schon bei der Honda Classic zugezogen hatte. Das gab der 26-Jährige am Montag via Twitter und Co. bekannt. Des einen Leid ist des anderen Freud: Thomas‘ Platz im Feld ging an Nachrücker Kelly Kraft.


„Schattige“ Tage auf Bethpage Black

Kühle Angelegenheit: Die Verlegung der PGA Championship in den Wonnemonat Mai beschert dem Feld eher Aprilwetter. Für alle Tage von Bethpage Black werden „schattige“ Temperaturen von unter 15 Grad erwartet. Mal sehen, ob den Zuschauern aus New York heute die Lokalrunde Bier trotzdem schmeckt, die Brooks Koepka vor einigen Tagen bei einer Aktion mit einer Brauerei für sie eingespielt hatte. Der Titelverteidiger stellte sich der Aufgabe, im Angesicht der Freiheitsstatue einen Ball auf ein schwimmendes Grün zu bringen und sicherte den Golffans aus dem „Big Apple“ nach wenigen Versuchen und trotz böigen Winds sehr souverän ihr Freibier.

Derweil macht sich Englands sechsfacher Majorsieger Sir Nick Faldo als TV-Experte Sorgen um Mitfavorit Tiger Woods. „Er hat vergangenes Jahr die Tour Championship bei über 30 Grad gewonnen, und in Augusta vor gut vier Wochen waren es immerhin noch 25, 26 Grad. Tiger braucht einfach die Wärme auf seinem Rücken“, sagte Faldo. Woods teilt sich bei den Buchmachern in Las Vegas die besten Chancen auf den Sieg mittlerweile mit Brooks Koepka und Dustin Johnson (alle 10:1), dahinter liegt Rory McIlroy mit 12:1.




Der Rough-Check, diesmal mit Matt Fitzpatrick

Dickes Zeug: Es hat sich zur Tradition bei Majors entwickelt, seinen Ball ins Rough fallen zu lassen und davon ein Foto oder ein Video zu schießen, auf dass die Weltöffentlichkeit Zeuge des Leidens der Teilnehmer werde – Ironie-Modus wieder aus. Zur PGA Championship jedenfalls führt Matthew Fitzpatrick das dichte Festuca-Gras vor, das die Spielbahnen von Bethpage Black flankiert. Tiger Woods hat schon gesagt, dass man nach einem verzogen Drive das Grün aus dem Rough keinesfalls erreichen könne; allenfalls geht, so war zu lesen, ein Eisen 9 oder 8 quer zurück aufs Fairway. Außer für Brooks Koepka womöglich…

Tiger gehört zu den „Titanen“ der „Times“

Ehrenrang: Jedes Jahr gibt das politische Magazin „Times“ eine Liste der „100 einflussreichsten Menschen“ auf der Welt heraus, und für 2019 hat es Tiger Woods in der Kategorie „Titanen“ in dieses Ranking geschafft, als einer von vier Sportlern nebst Basketball-Heros LeBron James sowie den Fußballern Alex Morgan und Mohamed Salah und als einziger Golfer. Die Laudatio auf den 15-fachen Majorsieger schrieb Entertainer und Golf-Nerd Justin Timberlake. „Wir haben uns mal als Väter darüber unterhalten, wie unsere Kinder uns sehen sollen und waren uns darin einig, dass sie auch erleben sollen, wie wir im Job unser Bestes geben“, heißt es darin: „Während alle Welt glaubte, dass er niemals mehr gewinnen könnte, kam Tiger Woods mit dieser Überzeugung niemals ins Wanken.“

Ausrüster spielen mit der Bethpage-Black-Warnung

Schild(bürger)streiche: Der Warnhinweis am ersten Abschlag von Bethpage Black schreckt kaum Golfer ab, er ermutigt und inspiriert vielmehr. Auch die Golfindustrie, namentlich FootJoy, TaylorMade und Puma, die anlässlich der PGA Championship das eine oder andere Sondermodell für ihre Spieler produziert haben und dabei mit dem Warnsignal und seiner Aufschrift munter spielen:
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Das Bag eines TaylorMade-Spielers. (Foto: TaylorMade)

Das Bag eines TaylorMade-Spielers. (Foto: TaylorMade)

Puma-Schuhe zur PGA Championship. (Foto: Puma)

Puma-Schuhe zur PGA Championship. (Foto: Puma)

Das Schild mit der Warnung: ein Publikumsmagnet

Zum Schluss: Also soll dann am Ende auch die Sache mit besagtem Schild aufgeklärt werden, das vor Bethpage Black warnt. Wann die Tafel mit der Aufschrift „WARNING The Black Course Is An Extremely Difficult Course Which We Recommend Only For Highly Skilled Golfers“ erstmals am Zaun hinter dem ersten Abschlag befestigt wurde, lässt sich allerdings nicht mehr konkret datieren, vermutlich in den 1980er Jahren. Eigentlich sollte sie den Ansturm der Golfer auf den für seine Schwierigkeiten berüchtigten schwarzen Kurs etwas mildern und auf die anderen vier Plätze im Bethpage State Park umlenken. Aber nun wollte erst recht jeder sich mit dem „Schwarzen“ messen. „Sogar Leute von Long Island, die gar kein Golf spielen, aber zum Beispiel hier im Park heiraten, machen ein Foto vor dem Schild“, berichtet Bethpages Greenkeeping-Chef Andy Wilson. Und in den Pro-Shops sind Artikel mit der Warnung als Aufschrift zu absoluten Rennern geworden.



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